Schulferien – wieviel Fernsehen ist empfehlenswert?

Schools out for summer! Endlich haben die Kids Ferien und jede Menge Zeit, ihre Freizeit zu füllen. Bei durchschnittlich sechs Wochen Sommerferien verführt natürlich die Glotze dazu, ausgiebig vor dem Fernseher abzuhängen. Einfach anschalten und berieseln lassen – das ist verführerisch gerade für die Kinder, die nun schon morgens viel Zeit haben. Welche Dosis ist empfehlenswert und wie können Eltern den Fernsehkonsum ihrer Kinder am besten steuern?

Schöne bunte Welt im Kinderzimmer: Kinder sehen mehr fern, wenn sie einen eigenen Fernseher haben.

Flimmerkiste immer noch präsent

Obwohl Computer und mobile Medien immer mehr Einzug in den Alltag gehalten haben, spielt das Fernsehen immer noch eine große Rolle im Medienkonsum. Ein Fernsehgerät ist nicht nur in jedem bundesdeutschen Haushalt vorhanden, in fast jedem zweiten Kinder- oder Jugendzimmer steht ebenfalls ein Gerät. Dazu kommt eine schier unüberschaubare Anzahl von Programmen, die über Kabel oder Satellit zur Verfügung stehen. Auch übers Internet kommen Filme, Sendungen und Serien auf den Bildschirm und erreichen Kinder zu jeder Tageszeit.

Von Flimmerkiste kann eigentlich keine Rede mehr sein. Flachbildschirme mit Dolby-Surround-Effekt oder kleine Heimkino-Anlagen machen jede Sendung, die auf dem Schirm erscheint, zum kleinen Event. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend untersucht regelmäßig den Fernsehkonsum und die Sehgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen. Das Ergebnis: Die durchschnittliche Fernsehzeit bei 3 bis 13-jährigen Kindern liegt immer noch bei 90 Minuten pro Tag. Dabei entscheidet das Alter und auch die Sehgewohnheiten der Freunde über die Vorlieben und die Auswahl der TV-Sendungen. Je mehr an Sendern und Sendungen zur Verfügung steht, desto wichtiger ist, den Überblick über die Programme zu behalten.

Empfohlene Sehzeiten für Schulkinder

Die Gruppe der „Vielseher“ unter den Kindern ist bei den 10-13jährigen zu finden. Sie verbringen täglich mehr als drei Stunden beim Fernsehen. Zu den Vielsehern gehören immer viel mehr Kinder, die auf ihrem eigenen Gerät im Zimmer schauen können. Mädchen sehen etwas häufiger fern als Jungs, haben aber durchschnittlich seltener einen eigenen Fernseher in ihrem Zimmer.
Je älter die Kinder werden, umso später schauen sie fern, viele der 10-13jährigen Schulkinder haben ihre Hauptsehzeit zwischen 19:30 und 21:30 Uhr.

Gerade für die Zeit unter der Woche sollten andere Regeln für die Fernsehzeiten gelten als am Wochenende. Experten empfehlen generell, tägliches Fernsehen und langwieriges Fernsehen bei Kindern zu vermeiden. Gerade in der Ferienzeit darf die TV-Wochengestaltung nicht genauso wie an den Wochenenden sein!

  • Für Schulkinder gilt die Empfehlung, nicht länger als 60 Minuten am Stück Fernsehen zu schauen, Spielfilme mit 1,5 Stunden Länge sollten weiterhin eine Ausnahme sein.
  • Bestimmte Fernsehzeiten einführen: Dann kann auch morgens mal der Fernseher laufen – solange er dann auch wieder ausgeschaltet wird!
  • Regelmäßige Sendungen: Wenn Kinder eine Lieblingssendung haben, ist es sinnvoll, wenn sie diese auch regelmäßig schauen dürfen. Das ist dann wie ein Ritual, die immer gleiche Uhrzeit gibt eine Struktur und Verlässlichkeit.
  • Gemeinsame Fernsehzeiten etablieren, wo Eltern mit den Kindern zusammen eine Sendung oder einen Film anschauen.

Der Fernsehkonsum der Kinder wird stark von den Sehgewohnheiten der Eltern bestimmt. Wie oft und wie lange die Eltern fernsehen, wirkt sich wie eine Vorbildfunktion auf die Kinder aus.

Kinder können nur die Verhaltensweisen der Eltern nachahmen. Wenn Eltern viel und ausgiebig fernsehen, wird es für sie schwierig, Kindern den Konsum stark einzuschränken.
Kinder haben auch schnell raus, wann sie die Eltern „um den Finger wickeln“ können mit Fernsehen. Sitzen die Kinder vor dem Gerät, sind sie ruhig und beschäftigt. Dies ist für Eltern natürlich verführerisch, denn dann können sie diese Zeit für etwas anderes nutzen. Hier ist ein bewusster Umgang mit den Medien wichtig – auch für das eigene Fernsehverhalten.

Einige Verhaltensregeln für die Sehgewohnheiten einführen

Gerade in der Ferienzeit ist ein ausgiebiges Fernsehverhalten natürlich höchst verführerisch – gerade, wenn das Gerät zum Greifen nah ist. Morgens aufwachen und erstmal eine Lieblingssendung schauen, das gibt gerade zu Beginn der Ferien einen unschlagbaren Kontrast zum täglichen Schulprogramm. Doch nach einigen Tagen „runterkommen“ und Abwechslung sollte sich das TV-Pensum einpendeln.

Aus Sicht der Kinder ginge immer noch etwas mehr. „Bitte nur noch ein bisschen länger“ – das ist ein Satz, den Eltern nur zu gut kennen. Viele Diskussionen rund um das Fernsehen sind alltäglich. Erziehungsberechtigte haben einige Fragen zum Fernsehkonsum: Wie lange darf ich mein Kind fernsehen lassen? Was sind geeignete Sendungen für welches Alter? Der Beantwortung solcher Fragen hat sich das Institut für Medienpädagogik JFF zur Aufgabe gemacht. Mit dem Projekt FLIMMO erhalten Eltern und Erziehende konkrete Orientierungshilfen für die Medienerziehung.

Die Internetseite flimmo.tv bespricht dazu alle kinderrelevanten Sendungen von elf großen Sendern und weist auf Highlights und Programmstarts hin. Eltern erhalten hier außerdem Tipps zur Medienerziehung ihrer Kinder und wie in den verschiedenen Altersstufen Medieninhalte verarbeitet werden können. Auch Institutionen wie Kindergärten und Schülerläden erhalten von dieser Stelle spezifische Broschüren zum Thema.

Die Sommerferien rocken: Um gemeinsam draußen die freie Zeit zu genießen, ist jetzt die beste Zeit.

Sommerferien-Programm: Der Mix macht‘s!

Selbst in den längsten Ferien des Jahres muss keine Langeweile aufkommen – es gibt über 100 Dinge, die Schüler in den Sommerferien tun können. Das Wetter lockt mit vielen Aktivitäten im Freien, auch Freibäder und Badeseen sind attraktive Ziele. Zudem gibt es Ferienprogramme aller Art oder es geht in den gemeinsamen Urlaub mit der Familie. Vieles davon macht am meisten in der Gruppe Spaß. Es gibt allerdings auch einiges, was man alleine unternehmen kann in der vielen Freizeit.

Je mehr Aktionen draußen unternommen werden, umso weniger wichtig ist das Fernsehprogramm oder andere Streamingdienste. Dies ist in der Regel stark von der Umwelt beeinflusst. Machen die Freunde aus der Klasse ein bestimmtes Ferienprogramm, zieht man gerne mit. Wenn Eltern selbst gern Sport treiben, fördern sie auch gerne die Sportaktivitäten ihrer Kinder.

Fernsehen kann nach einem ereignisreichen Tag die perfekte Auszeit sein. Alleine oder gemeinsam mit anderen einen tollen Film anschauen, das wirkt entspannend und anregend. Dann kann es auch mal eine längere Zeit vor der Glotze sein, solange andere Aktivitäten ebenfalls auslastend und genügend vorhanden sind. Mit der richtigen Fernsehdosierung wirkt die Fernsehzeit dann wie eine verdiente Pause vom Schulalltag – für alle Beteiligten.

Pixabay @ mojzagrebinfo (CCO public domain)
Unsplash @ Brandon Morgan (CCO public domain)

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