Berufsfachschulen – Abläufe, Abschlüsse und Karrieremöglichkeiten

Eine Berufsfachschule ist eine Einrichtung für eine berufliche Ausbildung in Deutschland. Berufsfachschulen können ohne die Voraussetzung einer beruflichen Tätigkeit oder Ausbildung besucht werden. Welche Abschlüsse Berufsfachschulen in Deutschland bieten, wie der Ablauf der Ausbildung ist und welche Karrieremöglichkeiten sich dadurch ergeben.

Abgrenzung zu Berufsschulen im dualen System

Berufsfachschulen vermitteln entweder einen Teil der Berufsausbildung, beispielsweise eine berufliche Grundbildung, oder sie bieten vollqualifizierende Bildungsmöglichkeiten, die mit einem Berufsabschluss enden. Der zu Bildende bleibt dabei die ganze Zeit über „Schüler“.

Anders ist das im dualen System geregelt: Hier erwirbt der zu Bildende seine Kenntnisse sowohl an einer Berufsschule als auch in einem Betrieb. Diese Form der Ausbildung ist in Deutschland am weitesten verbreitet. Die Bildenden heißen dann Auszubildende oder Azubis. Damit liegt der Unterschied zwischen einer Berufsschule und einer Berufsfachschule darin, dass das Bildungsangebot letzterer nicht an einen Betrieb geknüpft ist und dass Schüler an einer Berufsfachschule lernen und keine Auszubildenden.

Ablauf und mögliche Abschlüsse

Entsprechend dem Unterschied zur Berufsschule und der damit verbundenen fehlenden praktischen Einsatzmöglichkeit sind die Bildungsgänge an den Berufsfachschulen in der Regel theoretischer als im dualen System. Dennoch finden sich auch hier in sämtlichen Bereichen Bildungsangebote mit Berufsabschluss. Die Bereiche und einige Beispiele:

  • Berufe im Gesundheitswesen:
    Orthoptist, Physiotherapeut, Podologe, Ergotherapeut, Diätassistent, Notfallsanitäter, Krankenpfleger
  • Technische Berufe:
    Staatlich geprüfter Technischer Assistent für Informatik, Staatlich geprüfter Chemisch-technischer Assistent, staatlich geprüfter Technischer Assistent
  • Kaufmännische Berufe:
    Staatlich geprüfter kaufmännischer Assistent, Staatlich geprüfter Wirtschaftsinformatiker
  • Soziale Berufe:
    Sozialassistent, Heilerziehungspfleger, Hauswirtschaftsassistent, Fachkraft für Pflegeassistenz
  • Künstlerische Berufe:
    Schauspieler, Mediengestalter, Goldschmied, Schmucksteinfasser

Die Abschlüsse werden im zeitlichen Rahmen eines sich am dualen System orientierenden Bildungsangebots durchgeführt. Entsprechend beträgt die Ausbildungsdauer zwischen 2 und 3 Jahren. Die Dauer ist auch abhängig davon, ob erweiterte berufliche Kenntnisse oder die Fachhochschulreife erworben werden. Baut der Bildungsgang auf einem Hauptschulabschluss auf, führen zwei erfolgreiche Jahre zu einem Mittleren Schulabschluss. Es existieren auch einjährige Bildungsangebote, die dann aber nicht mit einem Abschluss zusammenhängen. In der Regel handelt es sich dabei um ein Angebot zur beruflichen Orientierung. Diese Angebote sowie die Abschlüsse sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Beispielsweise ist Bayern das einzige Land, welches die Ausbildung an einer Berufsfachschule für Musik ermöglicht. In ganz Deutschland gab es im Schuljahr 2009/2010 2523 Berufsfachschulen, an denen insgesamt 23.559 Klassen unterrichtet wurden.

Moderne Berufsfachschulen setzen auf Digitalisierung

Berufsfachschulen gibt es heute nicht mehr nur in Form von Präsenzeinrichtungen. Auch hier ist das Bildungsprogramm in hohem Maße digitalisiert worden. Das betrifft nicht nur die Tatsache, dass beispielsweise Unterlagen einer Präsenz-Berufsfachschule digital vorliegen und bearbeitet werden, sondern geht so weit, als dass die Einrichtung selbst in hohem Maße digitalisiert ist. Entsprechend können Berufsfachschulen komplette Bildungsangebote online zur Verfügung stellen. Ähnlich eine Fernuni eignet sich eine solche Art der Weiterbildung besonders für Berufstätige oder familiär Beschäftigte.

Bildnachweis:
Wokandapix – pixabay.com, CC0

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