Lernen in den Ferien – Nach dem Corona-Jahr besonders wichtig?

Endlich sind sie da, die langersehnten Ferien! Wochenlang keine Schule, keine Hausaufgaben und einfach mal entspannen. Doch für viele Kinder steht auch Lernen auf dem Ferienprogramm. Ist das sinnvoll und jetzt nach den Corona-Monaten vielleicht sogar besonders wichtig?

Lerndefizite durch Homeschooling

Im letzten Halbjahr musste an vielen Schulen der Unterricht ausfallen oder konnte nur in eingeschränkter Form stattfinden. Dadurch war es oftmals nicht möglich, den kompletten Lernstoff des Schuljahres zu vermitteln. Auch das Homeschooling stellte eine neue Herausforderung dar: Von den Kindern wurde viel mehr Selbstständigkeit abverlangt, was besonders für die leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler ein Problem sein kann. Da kommen sechs freie Wochen doch ganz gelegen, um Lernlücken zu schließen und Lerndefizite auszugleichen – oder nicht?

Zeit für Erholung

Kinder brauchen die freie, unbeschwerte Zeit als Pause vom stressigen Schulalltag, um mit neuer Energie ins nächste Schuljahr zu starten. Auch wenn viele Kinder die letzten Monate überwiegend in den eigenen vier Wänden verbracht haben, bedeutet das nicht, dass sie jetzt keine Ferien mehr brauchen. Unterricht per Video, etliche Aufgaben und Abgabetermine – das stellte für viele Schülerinnen und Schüler ebenso viel Stress dar. Deshalb sollte mindestens die Hälfe der Ferien zum Entspannen bleiben. Nach ein paar Wochen der Erholung ist die Lernmotivation auch gleich viel größer. Stundenweises Lernen in der zweiten Ferienhälfte hilft dann dabei, den Schulstoff zu Beginn des neuen Schuljahres direkt parat zu haben und mit neuer Motivation wieder in den Schulalltag zu starten.

Motivation ohne Zwang

Lernen in den Ferien ist sinnvoll, wenn die Motivation vom Kind ausgeht; ebenso bei Aufhol- und Nachholbedarf. Häufig sind es die Eltern, die wollen, dass ihr Kind sich in den Ferien mit Mathe beschäftigt und regelmäßig Vokabeln lernt. Wichtig ist aber, dass die Kinder selbst mitentscheiden dürfen, wann was gelernt wird. Es sollte kein Leistungsdruck auf den Kindern lasten und das Lernen sollte nicht zu Stress führen und zu einem Konfliktthema werden, denn das belastet und verringert die Motivation. Klare Abmachungen und Zielsetzungen können dabei hilfreich sein.

Im Alltag lernen

Ferien bieten auch die Möglichkeit, mal andere Lernmethoden auszuprobieren. Der Fokus sollte dabei auf selbst-motiviertem und eigenständigem Lernen liegen, denn das weckt die Motivation für das neue Schuljahr. Am besten lernen Kinder, wenn der theoretische Schulstoff mit der Praxis verbunden wird. Rechenaufgaben beim Backen oder ein Ausflug ins Museum machen den Inhalt greifbar und weniger abstrakt. Beiläufiges Lernen findet nämlich andauernd und überall statt.

Familienzeiten nutzen

Schulstoff lässt sich ganz nebenbei in den Familienalltag einbeziehen. So etwa beim Spielenachmittag oder beim DVD-Abend mit der ganzen Familie. Sprechen Sie zum Beispiel beim Abendessen gemeinsam Englisch oder schauen Sie gemeinsam einen Film in der Sprache, die Ihr Kind gerade lernt. Dies ist auch für die erwachsenen Familienmitglieder sinnvoll, um die eigenen Sprachkenntnisse aufzufrischen.

Digitale Angebote

Natürlich kann man auch Ferienkurse in Nachhilfe-Instituten in Anspruch nehmen. Das fühlt sich dann ein bisschen wie Schule an und man kann sich an den Schulalltag und die festen Zeiten gewöhnen. Einfacher ist es aber, die Kinder von digitalen Angeboten zu überzeugen. Ein großer Vorteil ist die zeitliche Flexibilität und Unabhängigkeit, man muss nicht extra fahren und die Schüler/-innen sind sowieso viel lieber „online“ unterwegs. Manchen Eltern ist der tägliche Digitalkonsum zu viel. Fakt ist aber, dass digitale Produkte mit entsprechenden Features sehr gut funktionieren und den Lernstoff genau abdecken. Mit Vokabel-Apps spart man sich die Karteikarten, es gibt das Vokabular passend zum Schulbuch und das System weiß auch noch ganz genau, welche Vokabeln noch geübt werden müssen.

Lernplattformen

Auch digitale Plattformen können eine sehr professionelle Unterstützung darstellen, wenn es darum geht, Defizite aus dem vergangenen Corona-Schuljahr auszugleichen und Lernlücken zu schließen. Mit Hilfe eines Eingangstests werden dann die Unterrichtsthemen aus dem entsprechenden Schuljahr abgefragt. Das System erkennt die Stärken und Schwächen und erstellt auf dieser Basis einen Förderplan. Mit Videos, Audios, Erklärungen oder sogar dem digitalen Schulbuch kann das Kind selbst entscheiden, wann es lernt.

Ferien bleiben Ferien

Natürlich sollen die Ferienaktivitäten nicht auf der Strecke bleiben und deshalb haben wir noch ein paar extra Ferien-Tipps für spannende Aktivitäten zusammengestellt.

Schwarzlicht-Minigolf: Hier sind die Minigolf-Hallen in bunte Lichter getaucht und es gibt verschiedenste Themenwelten zu entdecken.

Live Escape Games: Ziel bei einem Live Escape Game ist es, in einem begrenzten Zeitraum einem Geheimnis auf die Spur zu kommen, indem man verschiedene Rätsel löst. Hier eine Übersicht über verschiedene Escape Games.

Irrgarten: Den Weg aus einem Irrgarten zu finden, ist sozusagen ein Live Escape Game an der frischen Luft. Diese Variante eignet sich bei schönem Wetter und für alle Altersstufen.

Lasertag: Lasertag ist das moderne Räuber-und-Gendarm-Spiel und für fast jedes Alter geeignet. Hallen gibt es mittlerweile so gut wie überall.

Klettergarten / Kletterhalle: Bei schönem Wetter lohnt sich ein Ausflug in den Klettergarten, bei schlechtem Wetter kann man gut auf eine Kletterhalle ausweichen. Eine Auflistung von Kletterhallen hier.

Schöne Ferien und einen guten Start ins neue Schuljahr!

Bildquellen:
Abbildung 1: fotolia.com © grafikplusfoto

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