Auch dem Stress mal eine Auszeit gönnen

Eine Auszeit vom stressigen Alltag ist wichtig, um die Kraftreserven wieder aufzuladen. Um einen möglichst stressfreien Urlaub genießen zu können, ist eine frühzeitige Planung das A und O.

Großer Stressfaktor ist der selbstgemachte Stress

Etwa jeder vierte Bürger in Deutschland führt den Druck, der er sich selbst macht, als seinen größten persönlichen Stressfaktor auf. Dies ist ein Ergebnis einer repräsentativen Befragung der Gesellschaft für Konsumforschung, deren zentrale Ergebnisse an dieser Stelle zusammengefasst sind. Eine weitere häufig genannte Ursache für Stress ist die persönliche finanzielle Situation, die für jeden fünften Deutschen ein wesentlicher Stressauslöser sei. Zu wenig Schlaf und die tägliche Arbeitsbelastung folgen auf den weiteren Plätzen. Keine Zeit für Aktivitäten zu haben, die einem wichtig sind und die man gerne machen möchte, wird als weitere Ursache aufgeführt. Stress ist allgemein für sich genommen ein neutraler Begriff, bei dem zwischen einer positiven und einer negativen Variante zu unterscheiden ist.

Abgrenzung zwischen positivem und negativem Stress

Unter Stress ist die Reaktion des Körpers auf innere und äußere Reize zu verstehen. Um eine Herausforderung zu meistern, schüttet der Körper Stresshormone aus, um zusätzliche Energien zu mobilisieren. Dabei ist laut Ergo Direkt zwischen positivem und negativem Stress zu unterscheiden. Positiver Stress (Fachausdruck: Eustress) führt zu einer Steigerung der Aufmerksamkeit, die bevorstehende Herausforderung kann fokussiert angegangen werden. Im Erfolgsfall belohnt das der Körper durch die Ausschüttung von Glückshormone (Dopamin, Serotonin etc.), die das Wohlbefinden steigern können. Negativer Stress hingegen meint den Dauerstress, den eine Person über einen längeren Zeitraum aufbaut und dann nur schwer wieder abbauen kann. Physische Beschwerden (Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Schwächung des Immunsystems) sowie psychische Erkrankungen können durch dauerhaften Stress hervorgerufen und noch verstärkt werden.

Beruflicher sowie schulischer und privater Stress verstärken sich gegenseitig

Das Risiko einer Erkrankung steigt, wenn zum anstrengenden Berufsalltag zusätzlich Stress im privaten Umfeld hinzukommt, beispielweise durch Disharmonie in der Beziehung, Pflege von Angehörigen oder Überforderung bei der Kindererziehung. Generell ist wichtig, die Anzeichen für erhöhten Stress frühzeitig zu erkennen und entsprechend gegenzusteuern. Ganz wichtig sind Auszeiten. Diese Phase gelingt indes nur, wenn die Auszeit vorausschauend geplant ist. Eine falsche Planung sowie zu hohe Erwartungen an einen dazu angedachten Urlaub bergen hingegen zusätzliche Stresspotenziale.

Der Urlaub sollte möglichst stressfrei ablaufen.

Der Urlaub sollte möglichst stressfrei ablaufen.

Abrupten Wechsel zwischen extremer Anspannung und Entspannung vermeiden

Wer beruflich stark eingespannt ist und sich entsprechend gestresst fühlt, wird die körperlichen Folgen im Urlaub häufig in den ersten Tagen merken. Typische Symptome sind Kopf- und Gliederschmerzen oder grippale Infekte. Die Ursache hierfür liegt diesem Beitrag zufolge häufig im abrupten Wechsel zwischen extremer Anspannung und dem Versuch, direkt am ersten Urlaubstag vollkommen entspannt zu sein.

Um diesem Effekt entgegenzuwirken, sollte versucht werden, den letzten Arbeitstag möglichst stressfrei zu gestalten. Zum einen sollten keine Kundentermine vereinbart werden und auch private Verpflichtungen nach der Arbeit sollten auf ein Minimum begrenzt werden. Darüber hinaus ist es hilfreich, eine gute Übergabe durchzuführen. Im Idealfall kann die Übergabe zwei bis drei Tage vorher vorbereitet werden, zudem sollte diese persönlich erfolgen und nicht per Email. Je besser die Übergabe klappt, desto höher ist die Chance, dass die Entspannung auch nach der Rückkehr in den Berufsalltag noch eine Zeitlang anhält.

Leichte Aktivitäten an den ersten Urlaubstagen

Die ersten Tage des Urlaubs sollten aktiv gestaltet werden.

Die ersten Tage des Urlaubs sollten aktiv gestaltet werden.

Angekommen am Urlaubsort empfiehlt es sich, an den ersten Tagen verschiedene entspannende Aktivitäten durchzuführen, z.B. Spaziergänge, kürzere Fahrradtouren oder andere leichte sportliche Betätigungen. Auf diese Weise wird der Körper sozusagen auf die anschließende tiefe Entspannung vorbereitet. Damit das gelingt, sollte sich nach Möglichkeit eine längere Auszeit pro Jahr gegönnt werden, sprich zwei bis drei Wochen arbeitsfreie Zeit am Stück. Gerade bei Fernreisen ist es sinnvoll, genügend zeitlichen Puffer einzuplanen, da Zeitverschiebung und unterschiedliche klimatische Bedingungen den Körper zusätzlich belasten. Generell kann es bei Urlauben, die eine längere An- und Abreise erfordern, ratsam sein, sich nach der Rückkehr noch ein, zwei Tage Ruhe zu können, bevor der Berufsalltag wieder ruft.

Bevor sich mit der Eingewöhnungsphase in den Job nach dem Urlaub beschäftigt wird, muss der Urlaub zunächst möglichst stressfrei gestaltet werden. Dies fängt mit der Anreise an: Eine längere Fahrt mit dem Auto oder ein Flug sollten insbesondere mit (Klein)Kindern gut geplant sein.

Mit Kindern stressfrei mit dem Auto verreisen statt „Wann sind wir endlich da?“

Für Kinder unter 12 Jahren und bis zu einer Körpergröße von 150 Zentimetern sind Kindersitze im Auto Pflicht. Damit die Kleinen während des Sitzens nicht allzu unruhig werden, sollte das Lieblingsspielzeug zur Ablenkung mitgenommen werden. Ein Kuscheltier hat einen beruhigenden Effekt und sorgt bei Kindern häufig für Entspannung. Wenn Spielzeug und Kuscheltier am Kindersitz mit einer Schnur befestigt werden, können sie während der Fahrt nicht verlorengehen. Hörbücher lenken ebenfalls bei Langeweile ab.

Regelmäßige Pausen einplanen

Damit die Kleinen ihrem Bewegungsdrang auch auf längeren Fahrten nachgehen können, sollten regelmäßige Pausen eingelegt werden. Insbesondere jüngere Kinder sind ausgeglichener, wenn sie sich auf einer Raststätte kurz austoben können.

Wohlbefinden im Auto aufrechterhalten

Eine längere Autofahrt führt häufig zu Langeweile bei den jüngeren Fahrgästen.

Eine längere Autofahrt führt häufig zu Langeweile bei den jüngeren Fahrgästen.

Vielen Kinder und Jugendliche wird auf einer längeren Autofahrt übel im Magen oder sie verspüren ein Schwindelgefühl. Generell sollte vor allem auf längeren Fahrten genügend (gesunder) Proviant eingepackt werden. Des Weiteren sollte im Auto eine angenehme Temperatur herrschen, zudem ist regelmäßig zu lüften, um den Luftaustausch zu gewährleisten. Während einer Stauphase ist dies jedoch zu unterlassen.

Organisatorische Hinweise für einen Flug mit Kindern

Grundsätzlich besitzen Kinder und Kleinkinder genau wie Erwachsene die Möglichkeit, mit dem Flugzeug zu verreisen. Für die Eltern sind im Vorfeld jedoch einige organisatorische Aspekte zu berücksichtigen. Dies betrifft zum einen die Reisedokumente: Kinder jeden Alters benötigen bei Reisen ins Ausland einen eigenen Ausweis. Wenn Kinder zu jung sind, um einen eigenen Personalausweis zu besitzen, muss vor dem Antreten des Flugs ein Kinderausweis beim zuständigen Einwohnermeldeamt beantragt werden. Falls Kleinkinder einmal alleine reisen sollten, benötigen sie die schriftliche Erlaubnis der Eltern.

Wartezeit am Flughafen sinnvoll nutzen

Familien mit Kindern können verschiedene Service-Leistungen vor und auf dem Flug in Anspruch nehmen. Für Entspannung können Fluggesellschaften diesem Artikel zufolge mit der Einrichtung eines eigenen Familienschalters sorgen. Bei längeren Aufenthalten auf dem Airport-Gelände besteht etwa die Möglichkeit, sich ein Baby-Bett oder einen Kinderwagen zur Verfügung stellen zu lassen.

Auch auf Flughäfen gibt es Möglichkeiten zur Ablenkung.

Auch auf Flughäfen gibt es Möglichkeiten zur Ablenkung.

Manche Airports verfügen zudem über einen separaten Bereich für Familien („Family-Lounge“) mit verschiedenen Unterhaltungsangeboten, um die Wartezeit zu überbrücken. Beim Einchecken ermöglichen einige Fluggesellschaften Familien den frühzeitigen Gang an Bord, darüber hinaus bieten sie kostenfreie Sitzplatzreservierungen für Kinder an. Babynahrung, die währen des Flugs verzehrt wird, fällt nicht unter die Sicherheitsbestimmungen und darf mitgeführt werden. Das Kabinenpersonal hilft auf Anfrage beim Erwärmen der Kindernahrung.

Freizeitangebote für Kinder aller Altersklassen nutzen

Wenn jüngere und ältere Geschwister gemeinsam verreisen, birgt dies häufig Konfliktpotenzial. Jedes Kind hat seine eigene Vorstellung vom idealen Urlaub. Teenager möchten eher am Strand entspannen, kleinere Kinder sind hingegen allgemein aktiver und werden bei zu viel Entspannung oft unruhig.

Mittlerweile wird an nahezu jedem Urlaubsort ein breit gefächertes Angebot für Kinder aller Altersklassen angeboten. Viele Ferienanlagen bieten für Kleinkinder beispielsweise spezielle Animationsprogramme an, in den sogenannten „Kids Clubs“ ist eine mehrstündige Betreuung möglich. Für ältere Kinder und Jugendliche werden häufig Fußballturniere, Volleyballspiele oder Tanzwettbewerbe veranstaltet. Zudem werden häufig täglich wechselnde Wander- oder Kletterausflüge angeboten. Abenteuerlustige Jugendliche können an einem Surf-Kurs teilnehmen, Rafting oder Kanu fahren.

In der Zwischenzeit können sich die Eltern ihre verdiente Auszeit gönnen, am Pool oder Strand entspannen, Massagen oder Sportkurse wahrnehmen.

Kinder mit gutem Gewissen alleine vereisen lassen

Nicht nur zwischen Geschwistern gehen die Meinungen bei der Urlaubsplanung auseinander, sondern bekanntlich auch zwischen Eltern und ihren pubertierenden Kindern. Jugendliche haben häufig andere Vorstellungen von einem idealen Urlaub als Erwachsene. Früher oder später kommt der Zeitpunkt, an dem die Kinder lieber mit ihren Freunden oder mit anderen Gleichaltrigen in einer Jugendreisegruppe verreisen oder an einer Sprachreise teilnehmen möchten. Verschiedene Jugendreiseveranstalter bieten jeweils altersgerechte Angebote an. Das Bundesforum Kinder- und Jugendreisen hat zur Orientierung für Eltern in einer Broschüre einige Qualitätskriterien zusammengestellt. Es sind wichtige Fragen zu Themengebieten wie Anreise, Unterkunft, Betreuung und zum Programm aufgeführt, mit denen sich Eltern auseinandersetzen sollten, bevor sie ihr Kind alleine verreisen lassen.

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