Der erste Weihnachtsfeiertag ist immer am 25. Dezember, der Tag der Deutschen Einheit immer am 3. Oktober – aber Ostern? Manchmal liegt das Fest Ende März, manchmal Ende April. Und mit Ostern wandern auch Karfreitag, Christi Himmelfahrt, Pfingsten und sogar der Rosenmontag durch den Kalender. Warum eigentlich? Die Antwort ist eine faszinierende Mischung aus Astronomie, Kirchengeschichte und Mathematik – und sie erklärt gleichzeitig die Termine zahlreicher weiterer Fest- und Feiertage.

Die Grundregel: Frühlingsanfang, Vollmond, Sonntag
Als einfache Faustregel lässt sich die Osterberechnung in einem Satz zusammenfassen:
Ostern ist am ersten Sonntag nach dem ersten kirchlichen Vollmond, der auf den 21. März oder danach fällt.
Drei Zutaten bestimmen also den Ostertermin:
- Der kirchliche Frühlingsanfang – er ist fest auf den 21. März gelegt.
- Der erste kirchlich berechnete Vollmond am oder nach diesem Datum – der sogenannte Frühlingsvollmond.
- Der darauffolgende Sonntag – das ist der Ostersonntag.
Fällt der kirchliche Frühlingsvollmond selbst auf einen Sonntag, wird Ostern erst am folgenden Sonntag gefeiert. Aus dieser Regel ergibt sich die mögliche Spanne: Ostern kann frühestens am 22. März und spätestens am 25. April liegen. Damit kommen insgesamt 35 verschiedene Termine infrage – eine Spanne von fast fünf Wochen.
Warum gibt es diese komplizierte Regel?
Ostern steht historisch in enger Verbindung mit dem jüdischen Pessachfest. Nach den Evangelien ereigneten sich Kreuzigung und Auferstehung Jesu rund um Pessach. Da sich das jüdische Fest nach einem Mondkalender richtet, spielte der Mond auch bei der Festlegung des christlichen Ostertermins eine wichtige Rolle.
In den ersten Jahrhunderten feierten christliche Gemeinden Ostern teilweise an unterschiedlichen Tagen. Das Konzil von Nicäa im Jahr 325 sollte dieses Durcheinander beenden und sorgte dafür, dass Ostern überall nach gemeinsamen Grundsätzen gefeiert wurde: an einem Sonntag nach dem Frühlingsvollmond.
Damit wurde das Osterdatum unabhängig von der jeweils aktuellen jüdischen Berechnung des Pessach-Termins bestimmt. Der historische Bezug zu Pessach blieb jedoch erhalten. Ostern wurde zu einem beweglichen Fest, dessen Datum für jedes Jahr neu berechnet werden muss.
Der Trick dahinter: Die Kirche rechnet mit einem „Papier-Mond“
Für die Osterberechnung schaut niemand einfach in den Himmel. Entscheidend ist nicht der tatsächlich beobachtete astronomische Vollmond, sondern ein kirchlich berechneter Vollmond. Grundlage dafür ist ein idealisierter Mondkalender, der zum sogenannten Komputus gehört – dem traditionellen Verfahren zur Berechnung des Osterdatums.
Auch der Frühlingsanfang wird bei dieser Rechnung nicht astronomisch bestimmt. Während die Tagundnachtgleiche tatsächlich auf den 19., 20. oder 21. März fallen kann, beginnt der kirchliche Frühling immer am 21. März.
Der rechnerische „Papier-Mond“ kann gelegentlich vom echten Mond abweichen. Dadurch entsteht manchmal eine sogenannte Osterparadoxie: Nach dem astronomischen Vollmond würde sich ein anderes Osterdatum ergeben als nach der kirchlichen Rechnung. Gefeiert wird trotzdem nach dem festgelegten Berechnungsverfahren – denn ein einheitlicher und langfristig bestimmbarer Termin ist wichtiger als die genaue Beobachtung des Himmels.
Der Mathematiker Carl Friedrich Gauß veröffentlichte im Jahr 1800 eine bekannte Rechenmethode, mit der sich das Osterdatum im gregorianischen Kalender aus der Jahreszahl bestimmen lässt. Ähnliche Algorithmen werden heute auch für digitale Kalender und Feiertagsberechnungen verwendet – und ebenso für die Berechnung hinter unseren Feiertagsseiten für 48 Länder.
Ein Datum, viele weitere Termine: Was alles an Ostern hängt
Sobald der Ostersonntag feststeht, lassen sich zahlreiche weitere Fest- und Gedenktage des Kirchenjahres berechnen. Ihre Abstände zu Ostern bleiben jedes Jahr gleich.

Zu den bekanntesten beweglichen Terminen gehören:
- Rosenmontag: 48 Tage vor Ostersonntag
- Aschermittwoch: 46 Tage vor Ostersonntag
- Gründonnerstag: 3 Tage vor Ostersonntag
- Karfreitag: 2 Tage vor Ostersonntag
- Ostermontag: 1 Tag nach Ostersonntag
- Christi Himmelfahrt: 39 Tage nach Ostersonntag
- Pfingstsonntag: 49 Tage nach Ostersonntag
- Pfingstmontag: 50 Tage nach Ostersonntag
- Fronleichnam: 60 Tage nach Ostersonntag
Weil die Abstände festgelegt sind, fallen diese Tage immer auf denselben Wochentag. Christi Himmelfahrt liegt beispielsweise immer auf einem Donnerstag, Pfingsten immer auf einem Sonntag und Montag. Allerdings sind nicht alle genannten Tage gesetzliche Feiertage. Rosenmontag und Aschermittwoch sind zum Beispiel keine bundesweiten gesetzlichen Feiertage, während Fronleichnam nur in bestimmten Bundesländern und Regionen arbeitsfrei ist.
Warum feiern orthodoxe Christen häufig später Ostern?
In Ländern mit großen orthodoxen Kirchen, etwa Griechenland, Zypern, Rumänien, Bulgarien oder Serbien, fällt Ostern häufig auf ein anderes Datum als in Deutschland. Der Grund dafür sind unterschiedliche Berechnungsverfahren.
Viele orthodoxe Kirchen verwenden für die Osterberechnung weiterhin Regeln auf Grundlage des julianischen Kalenders. Dieser ist der Vorgänger des heute international gebräuchlichen gregorianischen Kalenders und liegt ihm derzeit 13 Tage hinterher. Auch der kirchliche Vollmond wird nach anderen Tabellen berechnet.
Deshalb findet das orthodoxe Osterfest häufig später statt als das westliche – manchmal sogar bis zu fünf Wochen danach. Es gibt jedoch auch Jahre, in denen beide Termine zusammenfallen: 2028, 2031 und 2034 feiern westliche und orthodoxe Christen Ostern am selben Tag.
Wie das in den einzelnen Ländern aussieht, siehst du zum Beispiel auf unseren Seiten zu den Feiertagen in Griechenland und den Feiertagen in Rumänien.
Die Ostertermine bis 2035 im Überblick
| Jahr | Ostersonntag (westlich) | Ostersonntag (orthodox) |
|---|---|---|
| 2026 | 5. April | 12. April |
| 2027 | 28. März | 2. Mai |
| 2028 | 16. April | 16. April – gleicher Tag |
| 2029 | 1. April | 8. April |
| 2030 | 21. April | 28. April |
| 2031 | 13. April | 13. April – gleicher Tag |
| 2032 | 28. März | 2. Mai |
| 2033 | 17. April | 24. April |
| 2034 | 9. April | 9. April – gleicher Tag |
| 2035 | 25. März | 29. April |
Was bedeutet der Ostertermin für die Osterferien?
Die Osterferien orientieren sich häufig am Ostertermin, werden aber nicht automatisch nach einer für alle Bundesländer einheitlichen Formel berechnet. Jedes Bundesland legt seine Ferientermine selbst und mehrere Jahre im Voraus fest. Deshalb können Beginn, Ende und Länge der Osterferien von Bundesland zu Bundesland deutlich voneinander abweichen.
In manchen Bundesländern schließen die Ferien die Karwoche und das Osterwochenende ein. Anderswo beginnen sie erst kurz vor Ostern, enden bereits am Ostermontag oder werden durch zusätzliche Ferientage rund um Pfingsten ergänzt. Es ist daher möglich, dass Ostern nicht überall vollständig innerhalb der als Osterferien bezeichneten schulfreien Zeit liegt.
Für Familien ist die Wanderung des Ostertermins trotzdem relevant: Liegt Ostern früh, wie 2027 oder 2035 Ende März, können die Osterferien noch winterlich ausfallen – gut für einen späten Skiurlaub, aber weniger verlässlich für den ersten Strandurlaub. Bei einem späten Ostertermin sind dagegen häufig schon frühlingshafte Temperaturen möglich.
Die konkreten Termine findest du in unserer Übersicht der Schulferien aller Bundesländer.
Was bedeutet das für die Urlaubsplanung?
Der Ostertermin beeinflusst nicht nur die Osterferien. Liegt Ostern spät, verschieben sich auch Christi Himmelfahrt und Pfingsten weiter in Richtung Sommer. Im Jahr 2030 fällt Ostern beispielsweise auf den 21. April. Christi Himmelfahrt liegt dadurch erst am 30. Mai und Pfingstmontag am 10. Juni.
Gerade Christi Himmelfahrt und Fronleichnam bieten sich für Brückentage an, weil beide Feste immer auf einen Donnerstag fallen. Wer am darauffolgenden Freitag Urlaub nimmt, erhält zusammen mit dem Wochenende vier freie Tage. Allerdings ist Fronleichnam nicht in allen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag.
Unser Brückentage-Planer zeigt dir für jedes Bundesland, wie du deine Urlaubstage besonders wirkungsvoll einsetzen kannst.
Alle konkreten Ferien- und Feiertagstermine deines Bundeslandes findest du wie immer bei uns – und außerdem die Feiertage von 48 Ländern weltweit.
Häufige Fragen zum Osterdatum
Warum ist Ostern jedes Jahr an einem anderen Datum?
Ostern richtet sich nicht nach einem festen Datum im Sonnenkalender. Entscheidend sind der kirchlich festgelegte Frühlingsanfang am 21. März, der danach eintretende kirchliche Vollmond und der darauffolgende Sonntag. Da sich die Mondphasen gegenüber unserem Kalender verschieben, wandert auch der Ostertermin.
Was ist der früheste mögliche Ostertermin?
Der früheste mögliche Termin für Ostersonntag ist der 22. März. Das geschieht, wenn der kirchliche Vollmond auf den 21. März und dieser Tag auf einen Samstag fällt. Ein Ostersonntag am 22. März ist äußerst selten.
Was ist der späteste mögliche Ostertermin?
Der späteste mögliche Ostertermin ist der 25. April. Er ergibt sich, wenn der maßgebliche kirchliche Vollmond besonders spät liegt und der nächste Sonntag erst auf den 25. April fällt.
Warum fällt Ostern immer auf einen Sonntag?
Nach christlicher Überlieferung wurde Jesus an einem Sonntag von den Toten auferweckt. Deshalb wird Ostersonntag immer an einem Sonntag gefeiert. Fällt der kirchliche Frühlingsvollmond selbst auf einen Sonntag, findet Ostern erst eine Woche später statt.
Welche Feiertage hängen vom Osterdatum ab?
Zu den gesetzlichen Feiertagen, deren Datum von Ostern abhängt, gehören in Deutschland Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt und Pfingstmontag. In bestimmten Bundesländern und Regionen kommt Fronleichnam hinzu. Auch kirchliche Festtage und Brauchtumstermine wie Gründonnerstag, Rosenmontag, Aschermittwoch und Pfingstsonntag werden vom Osterdatum aus berechnet.
Warum stimmt der kirchliche Vollmond nicht immer mit dem echten Vollmond überein?
Für die Osterberechnung wird ein traditioneller, mathematisch bestimmter Mondkalender verwendet. Dieser macht den Ostertermin langfristig berechenbar, kann aber geringfügig vom astronomisch beobachteten Vollmond abweichen.
Feiern westliche und orthodoxe Christen immer an unterschiedlichen Tagen Ostern?
Nein. Wegen unterschiedlicher Kalender und Berechnungstabellen liegen die Termine häufig auseinander, sie können aber auch zusammenfallen. Zwischen 2026 und 2035 ist das in den Jahren 2028, 2031 und 2034 der Fall.
