Was tun bei Regen in den Ferien? 25 Ideen für Familien
Wenn in den Schulferien drei Tage am Stück Dauerregen kommt, kennen viele Eltern das Lied: „Mir ist langweilig!“ Statt das auszusitzen oder den Kindern das Tablet in die Hand zu drücken, gibt’s hier 25 erprobte Regen-Ferien-Ideen — vom Mini-Programm bis zum Tages-Highlight.

Wichtig: nicht jeden Tag alles. Wähl pro Tag eine passende Idee, dazwischen ruhige Phasen. Mehr braucht’s nicht.
Wie oft regnet es in den Ferien wirklich?
Öfter, als die meisten denken – und im Sommer nicht seltener als im Herbst. An einem typischen deutschen Reiseziel fällt im Oktober an rund 11 von 31 Tagen messbar Regen, im Juli sogar an 13. Das zeigen die Klimadaten, die wir für 220 deutsche Reiseziele ausgewertet haben. Für eine Ferienwoche heißt das: Rechne mit zwei bis drei nassen Tagen. Regen ist kein Notfall, sondern Teil der Planung.
| Reiseziel | Juli (Sommerferien) | Oktober (Herbstferien) | Dezember (Weihnachtsferien) |
|---|---|---|---|
| Usedom (Ostsee) | 12 Tage | 11 Tage | 12 Tage |
| St. Peter-Ording (Nordsee) | 15 Tage | 15 Tage | 15 Tage |
| Berlin | 12 Tage | 10 Tage | 13 Tage |
| Harz | 14 Tage | 12 Tage | 15 Tage |
| Schwarzwald | 16 Tage | 11 Tage | 16 Tage |
| München | 15 Tage | 10 Tage | 13 Tage |
| Allgäu | 20 Tage | 12 Tage | 16 Tage |
Zwei Dinge fallen auf. Am nassesten ist der Sommer am Alpenrand: Im Allgäu regnet es im Juli an rund 20 Tagen, weil sich an den Bergen nachmittags Schauer und Gewitter bilden. Und die Küste ist kein Schönwettergarant – in St. Peter-Ording sind es im Herbst wie im Sommer rund 15 Regentage, mehr als in Berlin oder München. Wer die Wahl hat, plant für Regentage an der Nordsee ein, für den Juli in den Bergen erst recht.
Regentage = Tage mit mindestens 1 mm Niederschlag, Mittel der Jahre 2005 bis 2024 (Open-Meteo, ERA5), gegengeprüft an einer zweiten Klimaquelle. Die Werte für weitere Reiseziele stehen im Reiseziel-Finder.
Die Familien, bei denen Regentage funktionieren, haben meist eine Indoor-Liste, einen Plan B und kein „eigentlich wollten wir aber zum See“ im Kopf. Eine solche Liste für deine Gegend stellt dir der Ausflugsfinder zusammen: Mit dem Haken „bei Regen“ rücken Museen, Indoor-Spielplätze und andere Ziele unter Dach nach vorn – 309 der 609 geprüften Ausflugsziele sind Museen, Planetarien, Aquarien oder Indoor-Spielplätze.
Die 25 Ideen, sortiert nach Aufwand

Mini-Aktivitäten (15-30 Minuten)
- Origami-Stunde: Mit einer altersgerechten Anleitung oder einem YouTube-Tutorial ein Tier oder einen Papierflieger falten.
- Sock-Puppen basteln: Saubere einzelne Socken mit Stoffresten in Figuren verwandeln.
- Verkleidungs-Foto-Shooting im Wohnzimmer: Vorher klären, welche Bilder privat bleiben und welche geteilt werden dürfen.
- Eigenes Memory malen: Je zwei Karten mit demselben Motiv gestalten und direkt spielen.
- Drei-Lieder-Tanzpause: Jedes Familienmitglied wählt ein Lied aus.
Halbtags-Programme (2-4 Stunden)
- Backen: Kekse, Bananenbrot oder Pizzateig — Aufgaben verteilen, danach zusammen aufräumen.
- Pappkarton-Stadt bauen: Große Kartons sammeln; Straßen, Häuser und Figuren dürfen über mehrere Tage wachsen.
- Indoor-Hindernisparcours mit Kissen und Stühlen: Nur stabile Möbel nehmen, rutschige Teppiche weg, Sprungbereiche freihalten.
- Brettspiel-Marathon: 2-3 Spiele am Stück, kurze und lange mischen, damit alle Altersgruppen mitspielen können.
- Bibliotheks-Besuch + Lese-Nachmittag: Vorleseangebote oder Ferienaktionen vorher checken.
- Filmnachmittag mit selbst gemachtem Popcorn: Einen Film gemeinsam auswählen — nicht den ganzen Tag nebenbei streamen.
- Forschungs-Stunde: Mikroskop, Lupe, Notizheft — Wasser, Licht oder Alltagsmaterialien untersuchen, altersgerecht und unter Aufsicht.
- Foto-Story mit dem Handy: Sechs bis zehn Bilder aufnehmen und mit kurzen Texten zu einer Geschichte verbinden.
- Familien-Quiz: Fragen zu Hobbys, Musik, Tieren oder gemeinsamen Erlebnissen selbst schreiben.
Tages-Highlights (4-6 Stunden)
- Indoor-Spielplatz oder Trampolin-Halle: Reservierung, Sockenregeln und Altersbereiche prüfen.
- Schwimmbad mit Wellness + Pommes: Schwimmfähigkeit und Aufsicht sind wichtiger als die Anzahl der Rutschen.
- Museum mit Mitmach-Bereich: Auf Altersangaben, Ruhetage und Zeitfenster achten.
- Bowling oder Kegeln: Leichte Kugeln und Banden machen das Spiel auch für Jüngere zugänglich.
- Planetarium: Vorführdauer und Altersempfehlung vor der Buchung ansehen.
- Großeltern- oder Freunde-Besuch: Gemeinsam kochen oder spielen, statt nur den Aufenthaltsort zu wechseln.
Kreativ + Lernen
- Briefe oder Postkarten schreiben: An Großeltern, Patenkind — oder das zukünftige eigene Ich.
- Mini-Theater einstudieren + abends aufführen: Eine kurze Szene reicht, Kulissen aus Decken und Kartons.
- Programmieren lernen mit Scratch: Ältere Schulkinder bauen eine kleine Animation oder ein einfaches Spiel.
- Eine neue Sprache entdecken: Zehn Wörter lernen, ein Lied hören, ein passendes Gericht ausprobieren.
- Eigene Hörspiel-Folge aufnehmen: Geschichte, Geräusche und Rollen gemeinsam entwickeln.
Falls das alles ausgereizt ist: In unserem Artikel zu Indoor-Aktivitäten für Regentage gibt’s noch mehr Tipps.
Der „1 Highlight pro Regen-Tag“-Trick
Statt 10 Mini-Aktivitäten an einem Tag durchzuziehen, setz ein klares Highlight — zum Beispiel „heute backen wir nachmittags Kekse“. Alles drumherum bleibt frei.
Das nimmt den Druck raus und gibt Kindern Orientierung. „Wann backen wir?“ → „Nach dem Mittagessen.“ Klar.
Bei der Auswahl helfen drei Fragen: Brauchen die Kinder gerade Bewegung, Ruhe oder Kontakt zu anderen? Wie viel Energie haben die Erwachsenen für Vorbereitung und Begleitung? Und: Darf’s heute Eintritt kosten? Nach einem lauten Indoor-Spielplatz ist ein ruhiger Folgetag angenehmer. Nach zwei Tagen in der Wohnung tut dagegen ein Hallenbad gut.
Auch bei Regen kurz raus
Leichter Regen ist mit Regenjacke und Gummistiefeln kein Grund, den ganzen Tag drinnen zu hocken. Eine Pfützenrunde, ein kurzer Waldspaziergang oder der Weg zur Bibliothek bringt Bewegung und einen Tapetenwechsel. Spätestens wenn’s länger als 3 Tage regnet: raus trotzdem — frische Luft hilft.
Ausnahme: Bei Gewitter, Sturm, Hochwasser, Glätte oder amtlichen Wetterwarnungen bleibst du drinnen oder passt die Aktivität an die Lage an.
Bildschirmzeit ohne Grundsatzstreit
Ein Film oder ein Spiel gehört an einem Regentag selbstverständlich dazu. Besser als ein spontanes Dauerverbot sind vorher vereinbarte Zeiten — etwa 1 Stunde geblockt — altersgerechte Inhalte und bildschirmfreie Mahlzeiten. Beobachte auch, wie dein Kind auf bestimmte Inhalte reagiert. Für jüngere Kinder bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit altersbezogene Orientierungswerte; feste wissenschaftliche Grenzen, die für jedes Kind passen, gibt es aber nicht.
Typische Fehler
- Tablet-Fluchtmodus: Verständlich, aber macht die Stimmung langfristig schlechter. Lieber 1 Stunde Bildschirm + Rest aktiv.
- Eltern als Animateure: Wer jede Stunde was Neues anbietet, verhindert, dass Kinder sich selbst beschäftigen lernen. Bewusst Lücken lassen.
- Alles auf einmal: „Heute basteln WIR + backen WIR + drehen einen Film.“ Zu voll. Ein Highlight, mehr nicht.
- Zu spät reservieren: Indoor-Ziele sind in Ferienzeiten schnell ausgebucht. Früh buchen oder eine buchungsfreie Alternative bereithalten.
- Brückentage übersehen: Wer ein verregnetes Herbst- oder Winter-Wochenende mit Brückentagen kombiniert, kann auch bei Regen Mini-Trips machen — Museums-Wochenende, Stadt-Trip.
Praktische Checkliste fürs Regen-Notfall-Kit
- Bastelmaterial in einer Box (Kleber, Schere, Farben, Papier)
- 3-4 noch unbekannte Brettspiele oder Puzzle auf Vorrat
- Liste mit 5 Indoor-Zielen in der Region (der Ausflugsfinder hilft)
- Backzutaten für Spontan-Kekse
- 1-2 unbekannte Filme zur Hand
- Bibliotheksausweise + Hörspiele
- Regenjacke + Gummistiefel griffbereit, trockene Wechselsachen
- Kleines Wochenbudget für spontane Eintritte
Häufige Fragen zu Regentagen in den Ferien
Müssen Eltern Kinder den ganzen Tag beschäftigen?
Nein. Eine gemeinsame Aktivität gibt dem Tag Struktur. Dazwischen dürfen Kinder selbst spielen, lesen, Musik hören — oder sich auch mal langweilen.
Welche Ideen eignen sich bei großem Altersunterschied?
Gut funktionieren Kochen, Hörspiel, Fotogeschichte, Schwimmbad oder ein Museum mit verschiedenen Bereichen. Alternativ teilt sich die Familie zeitweise auf.
Was tun, wenn alle Indoor-Ziele ausgebucht sind?
In Ferienzeiten früh reservieren — oder mindestens eine Aktivität ohne Buchung bereithalten: Bibliothek, Kochprojekt, Filmnachmittag oder eine wetterfeste Runde draußen.
Wie viele Aktivitäten braucht ein Regentag?
Meist reicht ein gemeinsamer Schwerpunkt. Mehrere kleine Ideen sind nur sinnvoll, wenn sie sich ohne Vorbereitungsdruck ergeben.
Fazit
Regen in den Ferien ist kein Frust, wenn ein paar Ideen und 1 Tages-Highlight bereitliegen. Die 25 Ideen oben sind ein Pool, keine Pflichtliste — wähl eine pro Tag und kombiniere sie mit ruhigen Phasen. Mehr Ferienaktivitäten für jedes Wetter findest du in unseren weiteren Artikeln.





