Nordrhein-Westfalen mit Kindern: beste Ferien und Orte

Gezeichnete Urlaubsszene aus Nordrhein-Westfalen mit den Maskottchen Sunny und Ray

Die Kurzentscheidung
Die Kurzentscheidung

Nach den Klimawerten sind die Sommerferien der ausgewogenste Zeitraum: rund 23,6 °C tagsüber, im Schnitt 13 Regentage im Monat. Anreise: mit dem Auto oder mit der Bahn. Preisniveau: mittel. Geeignet für Kinder von jedem Alter bis 18 Jahren. Das eigene Auto ist hier von Vorteil: Die sehenswerten Ecken liegen auseinander.

Bundeslandseite sortiert Rheinmetropolen, Ruhrgebiet, Mittelgebirge und Familienregionen statt Rankings ohne Kontext.

Wie warm ist es in deinen Ferien?

Ohne Auswahl zeigen wir Monatsmittel. Wähl unten dein Bundesland, dann rechnen wir Temperatur und Regentage auf deine tatsächlichen Ferientermine um. Im Reiseziel-Finder kannst du Nordrhein-Westfalen anschließend mit anderen Zielen vergleichen.

Dieselben Werte für dein Bundesland

Luft tagsüberrechts: Regentage
WinterferienFebruar
7,0 °C
13 Regentage
OsterferienApril
14,8 °C
10 Regentage
PfingstferienJuni
22,1 °C
12 Regentage
SommerferienJuli / August★ beste Zeit für Familien
23,6 °C
13 Regentage
HerbstferienOktober
15,4 °C
12 Regentage
WeihnachtsferienDezember
6,5 °C
16 Regentage

Wer hat in diesen Ferien noch frei?

Große Ziele sind voller, je mehr Bundesländer gleichzeitig Ferien haben. Wähl aus, wann du fahren willst — darunter steht, mit wem du unterwegs bist.

Wähl oben dein Bundesland, dann rechnen wir es aus.

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Was nicht in jedem Reiseführer steht

ℹ️ Gut zu wissen: Fünf NRW für fünf Familien — und die eine Frage vorweg

Nordrhein-Westfalen ist mit knapp 18 Millionen Menschen das bevölkerungsreichste Bundesland. Das heißt: Die meisten, die hier nach Ausflugszielen suchen, wohnen mittendrin. Deshalb steht am Anfang nicht die Frage „wohin?“, sondern „hinfahren oder bleiben?“ — denn davon hängt ab, was du bezahlst.

Ruhrgebiet und Rheinschiene sind Tagesausflugsland. Zeche Zollverein, Landschaftspark, Halden, die großen Museen: Von fast jedem Punkt zwischen Duisburg und Dortmund bist du in einer knappen Stunde mit der Bahn da, und für Kinder unter 18 kostet das meiste davon nichts (mehr dazu gleich). Übernachten bringt hier wenig — hinfahren, gucken, abends daheim sein.

Das Sauerland ist das Gegenteil: Hier lohnt sich erst die zweite Nacht, weil dann die Gästekarte greift, die Bus, Bahn und rund 60 Erlebnisse bezahlt. Berge, Talsperren, Sommerrodelbahnen, im Winter die einzigen verlässlichen Skihänge des Landes.

Das Münsterland ist Fahrradland — flach, wenig Steigung, und mit der 100-Schlösser-Route rund 960 Kilometer beschilderte Wege in vier Rundkursen, meist abseits der Autostraßen. Die beste Wahl für Familien, deren Kinder gerade radfahren lernen.

Niederrhein und Eifel sind die ruhigen Ecken: Niederrhein flach, weit und mit der Römerstadt Xanten als Ankerpunkt, die Eifel mit Nationalpark und dem dunkelsten Nachthimmel des Landes.

Der Teutoburger Wald im Osten liefert Wald, Felsen und mit dem Freilichtmuseum Detmold das größte Freilichtmuseum Deutschlands — die Region, in der NRW am wenigsten nach NRW aussieht.

Rays Spartipp: Unter 18 zahlt in NRW fast nirgends Museumseintritt
Rays Spartipp: Unter 18 zahlt in NRW fast nirgends Museumseintritt

Das ist der Trick, den halb NRW nicht kennt, obwohl er seit Jahren gilt: Die beiden Landschaftsverbände betreiben zusammen den größten Teil der Museumslandschaft des Landes — und in allen ihren Häusern haben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren freien Eintritt. Im Rheinland gilt das seit dem 1. April 2009, in Westfalen seit 2019. Kein Familienticket, keine Altersstaffel, keine Anmeldung: Du gehst rein, die Kinder zahlen nichts.

Was dahintersteckt, ist beeindruckend viel: die Römerstadt in Xanten samt RömerMuseum (Erwachsene neun Euro), das Freilichtmuseum Detmold mit rund 120 historischen Gebäuden auf über 90 Hektar (Erwachsene acht Euro), das Naturkundemuseum in Münster mit den Dinosauriern (Erwachsene fünf Euro), die Freilichtmuseen in Kommern und Lindlar, das Max Ernst Museum in Brühl, sieben Industriemuseen von der Textilfabrik bis zur Papiermühle. Rechne das für eine vierköpfige Familie einmal hoch — das sind pro Museumstag zwanzig bis dreißig Euro, die du nicht ausgibst.

Zwei Fußnoten, damit du nicht enttäuscht wirst: Für Sonderausstellungen und Sonderveranstaltungen gilt der freie Eintritt nicht, und Zusatzangebote wie das Planetarium in Münster kosten für alle extra. Außerdem halten sich andere Häuser an dieselbe Linie, ohne dazuzugehören: Das Ruhr Museum auf Zollverein und die DASA in Dortmund lassen Besucher unter 18 ebenfalls kostenlos rein. Verlass dich aber nicht blind darauf — das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum zum Beispiel kostet auch für Kinder, dort ist die Familientageskarte der günstigere Weg.

Sunnys Rechenstunde: Das Deutschlandticket hat kein Familien-Kleingedrucktes — NRW schon
Sunnys Rechenstunde: Das Deutschlandticket hat kein Familien-Kleingedrucktes — NRW schon

Der teuerste Posten eines NRW-Ausflugs ist selten der Eintritt, sondern die Fahrt. Und da gibt es eine Falle: Das Deutschlandticket (2026: 63 Euro im Monat, monatlich kündbar) ist ein reines Einzelticket. Kinder unter sechs fahren frei mit, aber ab sechs Jahren braucht jedes Kind ein eigenes — für eine Familie mit zwei Schulkindern sind das über 250 Euro im Monat. Deshalb hat NRW zwei Auswege, die du kennen solltest.

Für den einzelnen Ausflugstag: das 24hTicket NRW für 5 Personen (bis Ende 2025 hieß es SchönerTagTicket). 59,80 Euro, 24 Stunden, ganz Nordrhein-Westfalen, jeder Bus und jede Regionalbahn. Interessant wird es durch die Kinderregel: Eine erwachsene Person darf beliebig viele eigene Kinder oder Enkel bis einschließlich 14 Jahren mitnehmen — plus eine weitere erwachsene Begleitung. Große Familien fahren damit als Ganzes für den Preis von gut zwei Einzeltickets.

Für die Ferien: das FerienTicket NRW. Das ist der stärkste Tipp für Familien, die hier wohnen. Kinder und Jugendliche von 6 bis einschließlich 20 Jahren fahren damit in den kompletten Ferien durch ganz NRW — in den Sommerferien für 77,50 Euro, in allen anderen Ferien für 38,60 Euro. Für die Sommerferien 2026 gilt es von Samstag, 18. Juli, bis Dienstag, 1. September, also die kompletten sechseinhalb Wochen. Zwei Monate Deutschlandticket kosten mehr — und die Jugendlichen kommen damit allein zum Freibad, zu Freunden und ins Ferienprogramm. Das Ticket ist personengebunden: Name und Geburtsdatum eintragen, Ausweis mitnehmen.

Und wenn die Räder mitsollen: Ein Rad kostet mit dem FahrradTagesTicket NRW 7,50 Euro am Tag — die Räder von Kindern, die ohnehin kostenfrei mitfahren, sind gratis dabei. Alle Tarife stehen bei mobil.nrw.

⭐ Top-Ausflug: Die zwei besten Ausflugsziele des Landes kosten keinen Eintritt

Wer NRW nur einmal erlebt, sollte diese beiden Orte sehen — und das Verrückte ist: Beide kosten nichts.

Die Zeche Zollverein in Essen ist UNESCO-Welterbe, und das komplette Gelände samt Kokerei ist frei zugänglich. Du kannst stundenlang zwischen Fördergerüst, Koksofenbatterien und Rohrleitungen herumlaufen, ohne einen Cent auszugeben. Geld kostet nur, was drinnen stattfindet — und im Ruhr Museum zahlen Besucher unter 18 nichts. Der Sommer-Bonus, den kaum jemand auf dem Schirm hat: Auf der Kokerei steht ein Freibad aus zwei zusammengeschweißten Überseecontainern, und der Sprung hinein ist gratis. 2026 hat es vom 18. Juli bis zum 1. September täglich von 12 bis 20 Uhr geöffnet — also genau in den NRW-Sommerferien. Wichtig: Das Becken ist 2,40 Meter tief und ausschließlich für Schwimmer, auch Schwimmflügel helfen da nicht. Mit der Bahn kommst du über die Haltestelle Zollverein (Straßenbahn 107) oder Zollverein Nord (RB 32 und RB 35) hin.

Der Landschaftspark Duisburg-Nord ist ein stillgelegtes Hüttenwerk, das man rund um die Uhr betreten darf — kostenlos, auch nachts. Der beste Zeitpunkt für Familien ist der frühe Abend: Freitags, samstags, sonntags sowie an NRW-Feiertagen und deren Vorabenden läuft die Lichtinstallation, die das ganze Werk in Blau, Grün und Rot taucht. Sie startet automatisch bei einsetzender Dunkelheit und geht um ein Uhr nachts wieder aus. Von Montag bis Donnerstag leuchten dagegen nur die drei Kamine — wer das Lichterlebnis will, muss den Tag richtig legen. Beides sind Ankerpunkte der Route Industriekultur, die 27 solcher Orte auf rund 400 Kilometern verbindet.

💶 Spartipp: Der einzige Grund, im Sauerland zwei Nächte statt einer zu buchen

NRW hat kein landesweites Gästekarten-System wie der Schwarzwald — mit einer großen Ausnahme, und die liegt im Sauerland. Zwei Karten spielen dort zusammen, und beide kosten dich keinen zusätzlichen Cent:

Die SauerlandCard bekommst du in neun Orten — Brilon, Diemelsee, Eslohe, Hallenberg, Medebach, Olsberg, Schmallenberg, Willingen und Winterberg — vom Gastgeber ausgehändigt, bezahlt ist sie über die Kurtaxe. Damit fährst du vom Anreise- bis zum Abreisetag kostenlos Bus und Bahn auf festgelegten Strecken, beispielsweise von Schmallenberg über Winterberg nach Medebach oder von Marsberg nach Arnsberg.

Die Sauerland SommerCard legt eine ordentliche Schippe drauf: rund 60 Erlebnisse ohne Aufpreis — Sommerrodelbahn, Panorama-Erlebnisbrücke, Bowling, Lasertag, geführte Touren — dazu freie Fahrt mit Bus und Bahn. 2026 gilt sie vom 28. März bis zum 1. November. Und hier steht die Bedingung, um die es beim Buchen geht: Du bekommst sie ab zwei Übernachtungen und nur bei den über 100 teilnehmenden Gastgebern in Winterberg und Hallenberg. Eine vierköpfige Familie kann damit über eine Woche einen dreistelligen bis vierstelligen Betrag sparen — vorausgesetzt, sie nutzt die Angebote wirklich.

Frag bei der Buchung also ausdrücklich: „Ist die Unterkunft SommerCard-Gastgeber?“ Eine Nacht im Nachbarort ohne Karte kann teurer werden als zwei Nächte mit. Alle Leistungen listet die Winterberg Touristik auf.

🤫 Geheimtipp: Der dunkelste Himmel Nordrhein-Westfalens

Zwischen Köln, Aachen und der belgischen Grenze liegt etwas, das man dem hellsten Bundesland Deutschlands nicht zutraut: ein anerkannter Sternenpark. Der Nationalpark Eifel trägt den Titel seit 2014 und ist einer der wenigen Orte hierzulande, an denen du die Milchstraße mit bloßem Auge sehen kannst — vorausgesetzt, der Himmel ist klar und der Mond steht günstig. Für Kinder, die zwischen Straßenlaternen aufwachsen, ist das ein Aha-Moment, der stärker wirkt als jedes Planetarium.

Das Beste daran: Rausgehen und hochgucken kostet nichts. Der Nationalpark hat keinen Eintritt, und Beobachtungsplätze wie der an der Sternwarte Vogelsang sind öffentlich zugänglich. Wer Anleitung möchte, bucht eine Sternenführung oder einen Astronomie-Workshop — beides wird regelmäßig angeboten und ist mit Grundschulkindern gut machbar, weil die Gruppen geführt werden und nicht gewandert wird.

Zwei praktische Hinweise: Nimm warme Sachen mit, auch im Sommer — in der Eifel wird es nachts empfindlich kühl. Und wenn du tagsüber schon da bist, ist der Wilde Weg im Kermeter der passende Vorlauf: 1,5 Kilometer Naturerkundungspfad mit zehn meist interaktiven Stationen, komplett barrierefrei — also auch mit Kinderwagen, Rollstuhl oder müden Fünfjährigen problemlos zu schaffen.

🤔 Kurioses: Die spektakulärste Bahnfahrt des Landes ist ganz normaler Nahverkehr

In Wuppertal hängt seit März 1901 eine Bahn unter ihrer Schiene — die älteste elektrische Hochbahn mit hängenden Wagen der Welt. Auf 13,3 Kilometern schwebt sie über Straßen und rund zwölf Meter über der Wupper, und spätestens wenn sich der Wagen in die Kurve legt, vergessen auch Zwölfjährige kurz ihr Handy.

Der Punkt, der sie von jeder Touristenattraktion unterscheidet: Die Schwebebahn ist ein ganz gewöhnliches Verkehrsmittel im VRR-Tarif. Wer ein Deutschlandticket hat, fährt ohne einen Cent Aufpreis mit — es gibt kein Extraticket, keine Reservierung, keine Warteschlange. Setz dich nach vorn, wenn du kannst: Der Blick durch die Frontscheibe ist der beste Platz im ganzen Zug.

Und die Geschichte, die jedes Kind in Wuppertal kennt: Am 21. Juli 1950 sollte die vierjährige Elefantendame Tuffi als Zirkuswerbung mitfahren. Sie fand das erkennbar unpassend, durchbrach die Wagenwand und fiel rund zehn Meter tief in die Wupper — und stand kurz darauf mit kleinen Schrammen wieder auf. Ein Elefant, der aus einer Schwebebahn in einen Fluss springt und weiterlebt: Bessere Erzählungen für die Rückfahrt gibt es kaum.

ℹ️ Gut zu wissen: Neu seit Juli 2026: Der Kölner Dom kostet Eintritt — für Familien aber kaum

Das ist die Änderung, von der viele noch nichts wissen: Seit dem 1. Juli 2026 verlangt der Kölner Dom eine Besichtigungsgebühr. Zwölf Euro regulär, sechs Euro ermäßigt für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, Auszubildende und Studierende. Bevor du den Ausflug streichst: Kinder bis 13 Jahre kommen weiterhin kostenlos hinein. Für eine Familie mit Grundschulkindern kostet der Dombesuch also genau so viel wie zwei Erwachsenentickets.

Kostenfrei bleibt außerdem, was der Dom in erster Linie ist: eine Kirche. Wer einen Gottesdienst besucht, wer beten möchte oder im Nordquerhaus eine Kerze anzünden will, zahlt nichts. Besichtigt wird montags bis samstags von 10 bis 17.45 Uhr, sonn- und feiertags in der Regel erst ab dem frühen Nachmittag — plan den Sonntag also nicht als Dom-Vormittag.

Der Klassiker für Kinder ab etwa acht ist ohnehin ein anderer: die Turmbesteigung. 533 Stufen auf eine Plattform in rund 100 Metern Höhe, ohne Aufzug, vorbei am Glockenstuhl. Erwachsene zahlen acht Euro, Kinder unter 14 nichts. Nimm nur kleines Gepäck mit, große Rucksäcke kommen nicht durch. Alle aktuellen Preise und Zeiten stehen bei der Dombauverwaltung selbst.

Welche Ferien passen zu welcher Reiseform?

NRW hat eine ungewöhnliche Ferienordnung, und die entscheidet mehr über deinen Urlaub als das Wetter.

Ray

Sommerferien (2026: 20. Juli bis 1. September, 2027: 19. Juli bis 31. August)

NRW startet spät. Wenn hier die Schule endet, sind Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Niedersachsen und der ganze Osten längst unterwegs — Nord- und Ostsee sind also schon voll, während die NRW-Kinder noch im Klassenzimmer sitzen. Umgekehrt heißt das: Die letzte Ferienwoche Ende August ist die beste des ganzen Sommers. Der Norden ist wieder in der Schule, das Wasser ist warm, die Preise fallen.

Für Gäste von außerhalb gilt das Spiegelbild: Die erste Julihälfte ist die ruhigste Zeit für NRW-Ziele. Phantasialand, Movie Park, Zoos und Freibäder werden vor allem von Einheimischen gefüllt — und die haben dann noch Unterricht.

Sunny

Herbstferien (2026: 17. bis 31. Oktober)

NRW gehört zu den Ländern mit zwei vollen Wochen Herbstferien — der unterschätzte Trumpf. Klare Luft ist die beste Zeit für Halden und Aussichtstürme, im Sauerland leuchtet der Wald, und die Museen sind noch nicht im Winterbetrieb. Wer den Sommerurlaub sparen will, verlegt ihn hierher.

Ray

Pfingsten gibt es praktisch nicht

In NRW ist nur der Dienstag nach Pfingsten frei (2026 der 26. Mai, 2027 der 18. Mai), 2028 fällt er ganz weg. Dafür legen die Schulen drei bewegliche Ferientage selbst fest — und mindestens einer soll sich am örtlichen Brauchtum orientieren, in vielen Städten also am Karneval. Frag früh in der Schule nach: Rund um Rosenmontag entsteht damit oft ein langes Wochenende, das in keinem Ferienkalender steht.

Sunny und Ray

Weihnachtsferien

Schnee im Sauerland ist eine Wette, kein Versprechen — plan den Winterurlaub so, dass er auch ohne Skihang funktioniert. Die Weihnachtsmärkte in Köln, Dortmund, Essen und Aachen tragen dagegen jedes Jahr.

Was zu welchem Alter passt

0–6 Jahre

Niederrhein und Münsterland. Das Irrland bei Kevelaer ist eine reine Bauernhof-Spiellandschaft auf rund 30 Hektar mit über 80 Stationen, Eintritt zwölf Euro, Tickets nur online — für Kleinkinder das entspannteste Ziel des Landes, weil es keine Achterbahn gibt, die verboten wäre. Dazu die flachen Radwege des Münsterlands, die Badestellen am Möhnesee und der Landschaftspark Duisburg-Nord, in dem Kinder einfach loslaufen können.

7–9 Jahre

Das ist das beste Alter für Industriekultur und Freilichtmuseen. Zollverein zum Herumklettern (und im Sommer ins Werksschwimmbad — aber wirklich nur, wenn das Kind schwimmen kann, das Becken ist 2,40 Meter tief). Dazu das Freilichtmuseum Detmold mit seinen alten Höfen und die Römerstadt Xanten, in beiden zahlen Kinder nichts.

10–12 Jahre

Jetzt geht Höhe. Der Tetraeder in Bottrop steht kostenlos und rund um die Uhr offen: 387 Stufen über teils frei schwingende Treppen auf drei Plattformen (bei Frost gesperrt). Der Aufstieg zu den Externsteinen im Teutoburger Wald kostet fünf Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder von 6 bis 17 — die Treppen sind steil und eng, schwindelfreie Kinder lieben genau das. Und das Wunderland Kalkar ist ein Freizeitpark in einem Atomkraftwerk, das nie ans Netz ging: Der Kühlturm ist heute eine Kletterwand mit Kettenkarussell im Inneren.

13–18 Jahre

Städte, Tempo und Technik. Phantasialand in Brühl und Movie Park in Bottrop für die Achterbahnfraktion, der Kletter- und Hochseilgarten im Landschaftspark, das Anschauungsbergwerk unter dem Bergbau-Museum in Bochum samt Seilfahrt-Simulator. Und das Argument, das bei Jugendlichen wirklich zieht: Mit dem FerienTicket NRW kommen sie in den Ferien allein überallhin — nach Köln, an den See, zu Freunden.

Drei Tage NRW mit einem einzigen Bahnticket

Der Fehler, den fast alle machen: für jeden Tag ein neues Ziel in eine neue Ecke des Landes legen und dazwischen im Stau stehen. NRW funktioniert anders — die Ziele liegen auf der Schiene aufgereiht. Wer ein 24hTicket NRW pro Ausflugstag löst (59,80 Euro für die ganze Familie) oder die Deutschlandtickets der Eltern mit einem FerienTicket für die Kinder kombiniert, braucht das Auto nicht anzufassen.

Tag 1 — Ruhrgebiet

Vormittags zur Zeche Zollverein (Straßenbahn 107). Das Gelände kostet nichts, das Bezahlziel des Tages ist das Ruhr Museum — und dort zahlen nur die Erwachsenen. Am späten Nachmittag mit der Bahn weiter nach Duisburg in den Landschaftspark und warten, bis die Lichtinstallation angeht. Wichtig: Das klappt freitags, samstags und sonntags sowie an Feiertagen und deren Vorabenden — an anderen Tagen leuchten nur die Kamine.

Tag 2 — Köln

Früh zum Dom, solange die Schlange kurz ist. Bezahlziel ist die Turmbesteigung (acht Euro, unter 14 kostenlos, 533 Stufen). Danach Rheinufer, Altstadt, ein Eis am Wasser. Wer lieber drinnen bleibt, tauscht den Turm gegen die Domschatzkammer oder ein Museum — in Köln liegt alles fußläufig um den Hauptbahnhof.

Tag 3 — Wahltag

Bei gutem Wetter nach Xanten in den Archäologischen Park (Erwachsene neun Euro, Kinder und Jugendliche frei) — römische Stadtmauer, Amphitheater, viel Wiese. Bei Regen stattdessen nach Wuppertal: einmal die ganze Schwebebahnstrecke fahren (kostet mit dem Tagesticket nichts extra) und danach in die DASA nach Dortmund, wo alle unter 18 gratis hineinkommen.

Wer eine ganze Woche hat, hängt hinten zwei Nächte im Sauerland an — dann greift die Gästekarte, und die Sommerrodelbahn ist inklusive.

Nordrhein-Westfalen bei Regen

Hier ist NRW unschlagbar: Kein Bundesland hat auf so wenig Fläche so viele Museen — und in den Häusern der Landschaftsverbände zahlen alle unter 18 nichts. Ein Regentag kostet dich also im besten Fall zwei Erwachsenentickets.

Erste Regel: nicht am Montag. Der Gasometer in Oberhausen, das Bergbau-Museum in Bochum und fast alle anderen Häuser haben montags geschlossen. Wenn sich ein Regentag ankündigt, leg ihn auf Dienstag bis Sonntag — montags bleiben nur die Ziele unter freiem Himmel, und die sind bei Regen kein Vergnügen.

Die stärksten Indoor-Ziele: Die DASA in Dortmund ist der Preis-Leistungs-Sieger — eine riesige Mitmach-Ausstellung, bis 18 kostenlos, Erwachsene zahlen sechs Euro, die Familienkarte neun. Der Gasometer Oberhausen zeigt 2026 vom 20. März bis 30. Dezember „Mythos Wald“ in der größten Ausstellungshalle Europas (Kinder bis fünf frei, Familienticket 33 Euro). Das Naturkundemuseum in Münster hat Dinosaurier und ein Planetarium — das Museum ist für Kinder frei, die Planetariumsvorstellung kostet extra. Und das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum lässt dich im Anschauungsbergwerk unter Tage laufen; dort zahlen auch Kinder, die Familientageskarte ist der günstigere Weg.

Zwei Fallen: Das Freilichtmuseum Detmold ist trotz „Museum“ im Namen ein Freigelände und öffnet nur von April bis Oktober — als Regenziel taugt es nicht. Und der Landschaftspark Duisburg-Nord funktioniert umgekehrt sogar bei Schmuddelwetter: Er ist rund um die Uhr offen, kostet nichts, und die Lichtinstallation wirkt in nasser Luft eher besser als schlechter. Regenjacke an — das ist billiger als jedes Museum und für viele Kinder der bessere Abend.

Wie du hinkommst

Nordrhein-Westfalen hat das dichteste Bahnnetz Deutschlands: Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund, Wuppertal, Hamm, Bielefeld und Aachen sind ICE-Halte, dazwischen fahren RE, RB und S-Bahn im dichten Takt — die meisten Ausflugsziele erreichst du in unter einer Stunde. Mit dem Auto laufen A1, A2, A3, A40 und A45 durchs Land; die lange gesperrte Talbrücke Rahmede der A45 bei Lüdenscheid ist seit Dezember 2025 wieder befahrbar, am zweiten Überbau wird aber noch bis 2027 gebaut. Achte auf die letzte Meile: Zollverein erreichst du mit der Straßenbahn 107 oder den Linien RB 32 und RB 35, der Movie Park liegt rund 400 Meter vom Bahnhof Feldhausen entfernt und wird zusätzlich vom Schnellbus SB16 ab Essen Hauptbahnhof bedient. Eine Ausnahme, die regelmäßig überrascht: Der Shuttlebus vom Bahnhof Brühl ins Phantasialand ist ein privater Service und kostet fünf Euro pro Person für Hin- und Rückfahrt — das Deutschlandticket gilt dort nicht.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Reisezeit für Nordrhein-Westfalen mit Kindern?

Nach den Klimadaten sind es die Sommerferien. Nach den Klimawerten sind die Sommerferien der ausgewogenste Zeitraum: rund 23,6 °C tagsüber, im Schnitt 13 Regentage im Monat. Anreise: mit dem Auto oder mit der Bahn. Preisniveau: mittel.

Kommt man vor Ort ohne Auto zurecht?

Nur eingeschränkt. Die sehenswerten Ecken liegen auseinander, und der Nahverkehr fährt dort seltener als in der Stadt. Wer ohne Auto anreist, sollte sich auf einen Standort und dessen Umgebung beschränken.

Wie kommt man hin?

Nordrhein-Westfalen erreichst du mit dem Auto oder der Bahn. Die Details stehen oben unter „Wie du hinkommst“.

Quellen und Stand

Stand dieser Seite. Zuletzt geprüft am 2. August 2026. Ferien- und Klimawerte werden automatisch berechnet, Reiseangaben sind anhand offizieller Quellen kontrolliert. Klimawerte sind Mittel der Jahre 2005 bis 2024 — ohne gewähltes Bundesland Monatsmittel, mit Bundesland auf deine echten Ferientermine umgerechnet. Als Regentag zählt ein Tag mit messbarem Niederschlag, nicht ein Tag Dauerregen; alles sind Klimamittel, keine Wettervorhersage. Einzelne ausdrücklich gekennzeichnete Praxistipps („Aus eigener Erfahrung“) beruhen auf eigener Erfahrung; alle übrigen Reiseangaben sind automatisch aufbereitet und anhand offizieller Quellen geprüft, aber nicht vollständig vor Ort verifiziert — Öffnungszeiten, Preise und Altersgrenzen deshalb bitte vor dem Ausflug beim Betreiber nachsehen.

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