Nordrhein-Westfalen mit Kindern: beste Ferien und Orte


Nordrhein-Westfalen lohnt sich besonders für Familien, die hier wohnen: Kein anderes Bundesland hat so viele Ziele so dicht an der Schiene, und in den Museen der beiden Landschaftsverbände zahlen alle unter 18 gar nichts. Ein Regentag kostet damit oft nur zwei Erwachsenentickets. Für Gäste von außerhalb ist es das beste Städte- und Industriekultur-Ziel Deutschlands.
Weniger passend ist NRW, wenn du Ruhe, Meer oder verlässlichen Schnee willst. Es ist das bevölkerungsreichste Bundesland — 18 Millionen Menschen wollen an schönen Wochenenden dieselben Ausflugsziele. Und Schnee im Sauerland ist eine Wette, kein Versprechen.
Die wichtigste Entscheidung fällt nicht beim Ziel, sondern davor: hinfahren oder übernachten? Für Ruhrgebiet und Rheinschiene lohnt sich das Übernachten kaum, fürs Sauerland erst ab der zweiten Nacht. Warum, klärt der nächste Abschnitt.
In Nordrhein-Westfalen steht am Anfang nicht die Frage „wohin?“, sondern „hinfahren oder übernachten?“. Entscheide das zuerst, dann die Region: Industriekultur, Radeln, Berge oder Wald. Danach findest du hier die passenden Orte, die Kosten eines Familientags und die Museumsregel, die Kinder gratis hineinlässt.
Wie warm ist es in deinen Ferien?
Ohne Auswahl zeigen wir Monatsmittel. Wähl unten dein Bundesland, dann rechnen wir Temperatur und Regentage auf deine tatsächlichen Ferientermine um. Im Reiseziel-Finder kannst du Nordrhein-Westfalen anschließend mit anderen Zielen vergleichen.
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Wer hat in diesen Ferien noch frei?
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Wohin genau? Nordrhein-Westfalen nach Reiseform
Nordrhein-Westfalen ist mit knapp 18 Millionen Menschen das bevölkerungsreichste Bundesland. Die meisten, die hier nach Ausflugszielen suchen, wohnen mittendrin. Deshalb steht am Anfang nicht die Frage „wohin?“, sondern „hinfahren oder bleiben?“, denn davon hängt ab, was du bezahlst.
| Reiseform | Regionen | Passt ab |
|---|---|---|
| Industriekultur & Stadt | Ruhrgebiet (Essen, Duisburg, Dortmund, Bochum, Oberhausen), Köln, Düsseldorf, Wuppertal | ca. 6 Jahre |
| Rad & Schlösser | Münster und das Münsterland | ca. 5 Jahre |
| Berg & Talsperre | Sauerland (Winterberg, Schmallenberg), Möhnesee und Arnsberger Wald, Siegerland | ca. 6 Jahre |
| Wald & Fels | Teutoburger Wald, Detmold, Paderborn, Bielefeld | ca. 6 Jahre |
| Weite & Römer | Niederrhein mit Xanten, Nationalpark Eifel | 0 Jahre |
Die Regionen im Einzelnen
Ruhrgebiet und Rheinschiene sind Tagesausflugsland. Zeche Zollverein, Landschaftspark, Halden, die großen Museen: Von fast jedem Punkt zwischen Duisburg und Dortmund bist du in einer knappen Stunde mit der Bahn da, und für Kinder unter 18 kostet das meiste davon nichts (mehr dazu gleich). Übernachten bringt hier wenig, wenn du selbst in NRW wohnst: hinfahren, gucken, abends daheim sein. Wer von weiter her kommt, wählt dagegen zuerst eine Basisstadt. Die Rechnung dazu steht auf der Seite Ruhrgebiet mit Kindern.
Das Sauerland ist das Gegenteil: Hier lohnt sich erst die zweite Nacht, weil dann die Gästekarte greift, die Bus, Bahn und rund 60 Erlebnisse bezahlt. Berge, Talsperren, Sommerrodelbahnen, im Winter die einzigen verlässlichen Skihänge des Landes.
Das Münsterland ist Fahrradland — flach, wenig Steigung, und mit der 100-Schlösser-Route rund 960 Kilometer beschilderte Wege in vier Rundkursen, meist abseits der Autostraßen. Die beste Wahl für Familien, deren Kinder gerade radfahren lernen.
Niederrhein und Eifel sind die ruhigen Ecken: Niederrhein flach, weit und mit der Römerstadt Xanten als Ankerpunkt, die Eifel mit Nationalpark und dem dunkelsten Nachthimmel des Landes.
Der Teutoburger Wald im Osten liefert Wald, Felsen und mit dem Freilichtmuseum Detmold das größte Freilichtmuseum Deutschlands — die Region, in der NRW am wenigsten nach NRW aussieht.
Eine eigene Seite haben bei uns Köln, das Ruhrgebiet und Münster. Für Düsseldorf, das Sauerland, den Teutoburger Wald, den Niederrhein und die Eifel hilft bis auf Weiteres der Reiseziel-Finder und die Übersicht aller Ausflugsziele in Nordrhein-Westfalen.

Fährst du hin oder bleibst du? Im Ruhrgebiet und an der Rheinschiene ist fast alles ein Tagesausflug mit der Bahn — Übernachten bringt dort wenig. Im Sauerland ist es genau umgekehrt: Die Gästekarte, die 60 Erlebnisse bezahlt, gibt es erst ab zwei Nächten.
Welche Basis passt zu deiner Reise?
Wer in NRW wohnt, fährt hin und ist abends zurück. Wer von weiter her kommt, braucht eine Basis mit Bahnanschluss.
| Wenn du … | Gute Basis | Warum |
|---|---|---|
| Zechen, Halden und Museen willst | Essen | Zollverein vor der Tür, von hier ist jede Ruhrstadt in einer Stunde erreichbar |
| Berge, Talsperren und die Gästekarte willst | Winterberg | ab der zweiten Nacht Bus, Bahn und rund 60 Erlebnisse inklusive |
| flach radeln willst, weil die Kinder es gerade lernen | Münster | 100-Schlösser-Route und Fahrradstadt ohne Steigungen |
| Wald, Fels und ein Freilichtmuseum suchst | Detmold | größtes Freilichtmuseum Deutschlands, Teutoburger Wald direkt daneben |
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Was ein Familientag in Nordrhein-Westfalen ungefähr kostet
NRW ist eines der günstigsten Ausflugsländer für Familien, weil zwei ganz unterschiedliche Dinge kostenlos sind: die großen Industriedenkmäler und der Museumseintritt für alle unter 18. Für zwei Erwachsene und zwei Kinder:
- Industriekultur: null Euro. Das Gelände der Zeche Zollverein und der Landschaftspark Duisburg-Nord sind frei zugänglich, der Landschaftspark sogar rund um die Uhr. Auch der Tetraeder in Bottrop kostet nichts.
- Museumstag: 12 bis 30 Euro. In den Häusern der beiden Landschaftsverbände zahlen Kinder und Jugendliche unter 18 nichts. Im Archäologischen Park Xanten kosten Erwachsene neun Euro, im Freilichtmuseum Detmold acht, im Naturkundemuseum Münster fünf. Für vier Personen bleiben also zehn bis achtzehn Euro. Die DASA in Dortmund hat eine Familienkarte für neun Euro.
- Zootag: 66 bis 89 Euro. Der Kölner Zoo arbeitet seit der Umstellung mit flexiblen Online-Preisen: Erwachsene zahlen zwischen 22,50 und 29,50 Euro, Kinder zwischen 10,50 und 15 Euro. Wer früh online bucht, liegt am unteren Ende, und die Fahrt im VRS ist bei Online-Tageskarten enthalten.
- Kölner Dom: 24 Euro für zwei Erwachsene. Seit dem 1. Juli 2026 kostet die Besichtigung zwölf Euro, Kinder bis 13 Jahre kommen weiterhin kostenlos hinein. Die Turmbesteigung liegt bei acht Euro, unter 14 ebenfalls frei.
- Die Fahrt: 59,80 Euro für alle. Das 24hTicket NRW für fünf Personen gilt einen Tag im ganzen Land und eine erwachsene Person darf zusätzlich beliebig viele eigene Kinder bis 14 mitnehmen.
- Freizeitparks sind die Ausnahme: Phantasialand und Movie Park liegen für eine vierköpfige Familie im dreistelligen Bereich und arbeiten mit tagesabhängigen Preisen. Wer dorthin will, bucht früh online und prüft den Preis für mehrere Termine.
Nicht enthalten sind Unterkunft, Essen und Parken. Preise ändern sich — sieh vor der Fahrt beim Betreiber nach.
Landesweit nützlich: freier Museumseintritt und drei Tickets

Das ist der Trick, den halb NRW nicht kennt, obwohl er seit Jahren gilt: Die beiden Landschaftsverbände betreiben zusammen den größten Teil der Museumslandschaft des Landes und in allen ihren Häusern haben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren freien Eintritt. Im Rheinland gilt das seit dem 1. April 2009, in Westfalen seit 2019. Kein Familienticket, keine Altersstaffel, keine Anmeldung: Du gehst rein, die Kinder zahlen nichts.
Was dahintersteckt, ist beeindruckend viel: die Römerstadt in Xanten samt RömerMuseum (Erwachsene neun Euro), das Freilichtmuseum Detmold mit rund 120 historischen Gebäuden auf über 90 Hektar (Erwachsene acht Euro), das Naturkundemuseum in Münster mit den Dinosauriern (Erwachsene fünf Euro), die Freilichtmuseen in Kommern und Lindlar, das Max Ernst Museum in Brühl, sieben Industriemuseen von der Textilfabrik bis zur Papiermühle. Rechne das für eine vierköpfige Familie einmal hoch. Das sind pro Museumstag zwanzig bis dreißig Euro, die du nicht ausgibst.
Zwei Fußnoten, damit du nicht enttäuscht wirst: Für Sonderausstellungen und Sonderveranstaltungen gilt der freie Eintritt nicht, und Zusatzangebote wie das Planetarium in Münster kosten für alle extra. Außerdem halten sich andere Häuser an dieselbe Linie, ohne dazuzugehören: Das Ruhr Museum auf Zollverein und die DASA in Dortmund lassen Besucher unter 18 ebenfalls kostenlos rein. Verlass dich aber nicht blind darauf. Das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum zum Beispiel kostet auch für Kinder, dort ist die Familientageskarte der günstigere Weg.

Der teuerste Posten eines NRW-Ausflugs ist selten der Eintritt, sondern die Fahrt. Und da gibt es eine Falle: Das Deutschlandticket (2026: 63 Euro im Monat, monatlich kündbar) ist ein reines Einzelticket. Kinder unter sechs fahren frei mit, aber ab sechs Jahren braucht jedes Kind ein eigenes — für eine Familie mit zwei Schulkindern sind das über 250 Euro im Monat. Deshalb hat NRW zwei Auswege, die du kennen solltest.
Für den einzelnen Ausflugstag: das 24hTicket NRW für 5 Personen (bis Ende 2025 hieß es SchönerTagTicket). 59,80 Euro, 24 Stunden, ganz Nordrhein-Westfalen, jeder Bus und jede Regionalbahn. Interessant wird es durch die Kinderregel: Eine erwachsene Person darf beliebig viele eigene Kinder oder Enkel bis einschließlich 14 Jahren mitnehmen — plus eine weitere erwachsene Begleitung. Große Familien fahren damit als Ganzes für den Preis von gut zwei Einzeltickets.
Für die Ferien gibt es außerdem das FerienTicket NRW. Das steht gleich unter dieser Box.
🎒 Das FerienTicket NRW: sechseinhalb Wochen für 77,50 Euro
Das ist der stärkste Tipp für Familien, die hier wohnen. Kinder und Jugendliche von 6 bis einschließlich 20 Jahren fahren damit in den kompletten Ferien durch ganz NRW — in den Sommerferien für 77,50 Euro, in allen anderen Ferien für 38,60 Euro. Für die Sommerferien 2026 gilt es von Samstag, 18. Juli, bis Dienstag, 1. September, also die kompletten sechseinhalb Wochen. Zwei Monate Deutschlandticket kosten mehr und die Jugendlichen kommen damit allein zum Freibad, zu Freunden und ins Ferienprogramm. Das Ticket ist personengebunden: Name und Geburtsdatum eintragen, Ausweis mitnehmen.
Und wenn die Räder mitsollen: Ein Rad kostet mit dem FahrradTagesTicket NRW 7,50 Euro am Tag. Die Räder von Kindern, die ohnehin kostenfrei mitfahren, sind gratis dabei. Alle Tarife stehen bei mobil.nrw.
⭐ Top-Ausflug: Die zwei besten Ausflugsziele des Landes kosten keinen Eintritt
Wer NRW nur einmal erlebt, sollte diese beiden Orte sehen und das Verrückte ist: Beide kosten nichts.
Die Zeche Zollverein in Essen ist UNESCO-Welterbe, und das komplette Gelände samt Kokerei ist frei zugänglich. Du kannst stundenlang zwischen Fördergerüst, Koksofenbatterien und Rohrleitungen herumlaufen, ohne einen Cent auszugeben. Geld kostet nur, was drinnen stattfindet und im Ruhr Museum zahlen Besucher unter 18 nichts.
Der Sommer-Bonus, den kaum jemand auf dem Schirm hat: Auf der Kokerei steht ein Freibad aus zwei zusammengeschweißten Überseecontainern, und der Sprung hinein ist gratis. 2026 hat es vom 18. Juli bis zum 1. September täglich von 12 bis 20 Uhr geöffnet — also genau in den NRW-Sommerferien. Wichtig: Das Becken ist 2,40 Meter tief und ausschließlich für Schwimmer, auch Schwimmflügel helfen da nicht. Mit der Bahn kommst du über die Haltestelle Zollverein (Straßenbahn 107) oder Zollverein Nord (RB 32 und RB 35) hin.
Der Landschaftspark Duisburg-Nord ist ein stillgelegtes Hüttenwerk, das man rund um die Uhr betreten darf — kostenlos, auch nachts.
Der beste Zeitpunkt für Familien ist der frühe Abend: Freitags, samstags, sonntags sowie an NRW-Feiertagen und deren Vorabenden läuft die Lichtinstallation, die das ganze Werk in Blau, Grün und Rot taucht. Sie startet automatisch bei einsetzender Dunkelheit und geht um ein Uhr nachts wieder aus. Von Montag bis Donnerstag leuchten dagegen nur die drei Kamine — wer das Lichterlebnis will, muss den Tag richtig legen. Beides sind Ankerpunkte der Route Industriekultur, die 27 solcher Orte auf rund 400 Kilometern verbindet.
💶 Spartipp: Der einzige Grund, im Sauerland zwei Nächte statt einer zu buchen
NRW hat kein landesweites Gästekarten-System wie der Schwarzwald — mit einer großen Ausnahme, und die liegt im Sauerland. Zwei Karten spielen dort zusammen, und beide kosten dich keinen zusätzlichen Cent:
Die SauerlandCard bekommst du in neun Orten — Brilon, Diemelsee, Eslohe, Hallenberg, Medebach, Olsberg, Schmallenberg, Willingen und Winterberg — vom Gastgeber ausgehändigt, bezahlt ist sie über die Kurtaxe. Damit fährst du vom Anreise- bis zum Abreisetag kostenlos Bus und Bahn auf festgelegten Strecken, beispielsweise von Schmallenberg über Winterberg nach Medebach oder von Marsberg nach Arnsberg.
Die Sauerland SommerCard legt eine ordentliche Schippe drauf: rund 60 Erlebnisse ohne Aufpreis — Sommerrodelbahn, Panorama-Erlebnisbrücke, Bowling, Lasertag, geführte Touren — dazu freie Fahrt mit Bus und Bahn. 2026 gilt sie vom 28. März bis zum 1. November. Und hier steht die Bedingung, um die es beim Buchen geht: Du bekommst sie ab zwei Übernachtungen und nur bei den über 100 teilnehmenden Gastgebern in Winterberg und Hallenberg. Eine vierköpfige Familie kann damit über eine Woche einen dreistelligen bis vierstelligen Betrag sparen — vorausgesetzt, sie nutzt die Angebote wirklich.
Frag bei der Buchung also ausdrücklich: „Ist die Unterkunft SommerCard-Gastgeber?“ Eine Nacht im Nachbarort ohne Karte kann teurer werden als zwei Nächte mit. Alle Leistungen listet die Winterberg Touristik auf.
🤫 Geheimtipp: Der dunkelste Himmel Nordrhein-Westfalens
Zwischen Köln, Aachen und der belgischen Grenze liegt etwas, das man dem hellsten Bundesland Deutschlands nicht zutraut: ein anerkannter Sternenpark. Der Nationalpark Eifel trägt den Titel seit 2014 und ist einer der wenigen Orte hierzulande, an denen du die Milchstraße mit bloßem Auge sehen kannst — vorausgesetzt, der Himmel ist klar und der Mond steht günstig. Für Kinder, die zwischen Straßenlaternen aufwachsen, ist das ein Aha-Moment, der stärker wirkt als jedes Planetarium.
Das Beste daran: Rausgehen und hochgucken kostet nichts. Der Nationalpark hat keinen Eintritt, und Beobachtungsplätze wie der an der Sternwarte Vogelsang sind öffentlich zugänglich. Wer Anleitung möchte, bucht eine Sternenführung oder einen Astronomie-Workshop — beides wird regelmäßig angeboten und ist mit Grundschulkindern gut machbar, weil die Gruppen geführt werden und nicht gewandert wird.
Zwei praktische Hinweise: Nimm warme Sachen mit, auch im Sommer. In der Eifel wird es nachts empfindlich kühl. Und wenn du tagsüber schon da bist, ist der Wilde Weg im Kermeter der passende Vorlauf: 1,5 Kilometer Naturerkundungspfad mit zehn meist interaktiven Stationen, komplett barrierefrei — also auch mit Kinderwagen, Rollstuhl oder müden Fünfjährigen problemlos zu schaffen.
🤔 Kurioses: Die spektakulärste Bahnfahrt des Landes ist ganz normaler Nahverkehr
In Wuppertal hängt seit März 1901 eine Bahn unter ihrer Schiene — die älteste elektrische Hochbahn mit hängenden Wagen der Welt. Auf 13,3 Kilometern schwebt sie über Straßen und rund zwölf Meter über der Wupper, und spätestens wenn sich der Wagen in die Kurve legt, vergessen auch Zwölfjährige kurz ihr Handy.
Der Punkt, der sie von jeder Touristenattraktion unterscheidet: Die Schwebebahn ist ein ganz gewöhnliches Verkehrsmittel im VRR-Tarif. Wer ein Deutschlandticket hat, fährt ohne einen Cent Aufpreis mit. Es gibt kein Extraticket, keine Reservierung, keine Warteschlange. Setz dich nach vorn, wenn du kannst: Der Blick durch die Frontscheibe ist der beste Platz im ganzen Zug.
Und die Geschichte, die jedes Kind in Wuppertal kennt: Am 21. Juli 1950 sollte die vierjährige Elefantendame Tuffi als Zirkuswerbung mitfahren. Sie fand das erkennbar unpassend, durchbrach die Wagenwand und fiel rund zehn Meter tief in die Wupper und stand kurz darauf mit kleinen Schrammen wieder auf. Ein Elefant, der aus einer Schwebebahn in einen Fluss springt und weiterlebt: Bessere Erzählungen für die Rückfahrt gibt es kaum.
ℹ️ Gut zu wissen: Neu seit Juli 2026: Der Kölner Dom kostet Eintritt — für Familien aber kaum
Das ist die Änderung, von der viele noch nichts wissen: Seit dem 1. Juli 2026 verlangt der Kölner Dom eine Besichtigungsgebühr. Zwölf Euro regulär, sechs Euro ermäßigt für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, Auszubildende und Studierende. Bevor du den Ausflug streichst: Kinder bis 13 Jahre kommen weiterhin kostenlos hinein. Für eine Familie mit Grundschulkindern kostet der Dombesuch also genau so viel wie zwei Erwachsenentickets.
Kostenfrei bleibt außerdem, was der Dom in erster Linie ist: eine Kirche. Wer einen Gottesdienst besucht, wer beten möchte oder im Nordquerhaus eine Kerze anzünden will, zahlt nichts. Besichtigt wird montags bis samstags von 10 bis 17.45 Uhr, sonn- und feiertags in der Regel erst ab dem frühen Nachmittag — plan den Sonntag also nicht als Dom-Vormittag.
Der Klassiker für Kinder ab etwa acht ist ohnehin ein anderer: die Turmbesteigung. 533 Stufen auf eine Plattform in rund 100 Metern Höhe, ohne Aufzug, vorbei am Glockenstuhl. Erwachsene zahlen acht Euro, Kinder unter 14 nichts. Nimm nur kleines Gepäck mit, große Rucksäcke kommen nicht durch. Alle aktuellen Preise und Zeiten stehen bei der Dombauverwaltung selbst.
Ferien in Nordrhein-Westfalen: Termine und Andrang
NRW hat eine ungewöhnliche Ferienordnung, und die entscheidet mehr über deinen Urlaub als das Wetter. Die genauen Termine für alle Jahre stehen bei den Ferienterminen für Nordrhein-Westfalen.
Sommerferien (2026: 20. Juli bis 1. September, 2027: 19. Juli bis 31. August)
NRW startet spät. Wenn hier die Schule endet, sind Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Niedersachsen und der ganze Osten längst unterwegs — Nord- und Ostsee sind also schon voll, während die NRW-Kinder noch im Klassenzimmer sitzen. Umgekehrt heißt das: Die letzte Ferienwoche Ende August ist die beste des ganzen Sommers. Der Norden ist wieder in der Schule, das Wasser ist warm, die Preise fallen.
Für Gäste von außerhalb gilt das Spiegelbild: Die erste Julihälfte ist die ruhigste Zeit für NRW-Ziele. Phantasialand, Movie Park, Zoos und Freibäder werden vor allem von Einheimischen gefüllt und die haben dann noch Unterricht.
Herbstferien (2026: 17. bis 31. Oktober)
NRW gehört zu den Ländern mit zwei vollen Wochen Herbstferien — der unterschätzte Trumpf. Klare Luft ist die beste Zeit für Halden und Aussichtstürme, im Sauerland leuchtet der Wald, und die Museen sind noch nicht im Winterbetrieb. Wer den Sommerurlaub sparen will, verlegt ihn hierher.
Pfingsten gibt es praktisch nicht
In NRW ist nur der Dienstag nach Pfingsten frei (2026 der 26. Mai, 2027 der 18. Mai), 2028 fällt er ganz weg. Dafür legen die Schulen drei bewegliche Ferientage selbst fest und mindestens einer soll sich am örtlichen Brauchtum orientieren, in vielen Städten also am Karneval. Frag früh in der Schule nach: Rund um Rosenmontag entsteht damit oft ein langes Wochenende, das in keinem Ferienkalender steht.
Weihnachtsferien
Schnee im Sauerland ist eine Wette, kein Versprechen. Plan den Winterurlaub so, dass er auch ohne Skihang funktioniert. Die Weihnachtsmärkte in Köln, Dortmund, Essen und Aachen tragen dagegen jedes Jahr.
Was zu welchem Alter passt
0–5 Jahre
Niederrhein und Münsterland. Das Irrland bei Kevelaer ist eine reine Bauernhof-Spiellandschaft auf rund 30 Hektar mit über 80 Stationen, Eintritt zwölf Euro, Tickets nur online — für Kleinkinder das entspannteste Ziel des Landes, weil es keine Achterbahn gibt, die verboten wäre. Dazu die flachen Radwege des Münsterlands, die Badestellen am Möhnesee und der Landschaftspark Duisburg-Nord, in dem Kinder einfach loslaufen können.
6–9 Jahre
Das ist das beste Alter für Industriekultur und Freilichtmuseen. Zollverein zum Herumklettern (und im Sommer ins Werksschwimmbad, aber wirklich nur, wenn das Kind schwimmen kann, das Becken ist 2,40 Meter tief). Dazu das Freilichtmuseum Detmold mit seinen alten Höfen und die Römerstadt Xanten, in beiden zahlen Kinder nichts.
10–13 Jahre
Jetzt geht Höhe. Der Tetraeder in Bottrop steht kostenlos und rund um die Uhr offen: 387 Stufen über teils frei schwingende Treppen auf drei Plattformen (bei Frost gesperrt). Der Aufstieg zu den Externsteinen im Teutoburger Wald kostet fünf Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder von 6 bis 17. Die Treppen sind steil und eng, schwindelfreie Kinder lieben genau das. Und das Wunderland Kalkar ist ein Freizeitpark in einem Atomkraftwerk, das nie ans Netz ging: Der Kühlturm ist heute eine Kletterwand mit Kettenkarussell im Inneren.
14–18 Jahre
Städte, Tempo und Technik. Phantasialand in Brühl und Movie Park in Bottrop für die Achterbahnfraktion, der Kletter- und Hochseilgarten im Landschaftspark, das Anschauungsbergwerk unter dem Bergbau-Museum in Bochum samt Seilfahrt-Simulator. Und das Argument, das bei Jugendlichen wirklich zieht: Mit dem FerienTicket NRW kommen sie in den Ferien allein überallhin — nach Köln, an den See, zu Freunden.
Der häufigste Planungsfehler: mit dem Auto planen
NRW ist das einzige Bundesland, in dem das Auto für Familienausflüge fast immer die schlechtere Wahl ist. Die Ziele liegen auf der Schiene aufgereiht, das Parken ist an den beliebten Orten teuer und knapp, und ein 24hTicket NRW für 59,80 Euro trägt die ganze Familie einen Tag lang durchs Land.
Aus diesen Bausteinen lässt sich ein NRW-Wochenende oder eine Ferienwoche bauen:
- ein Industriekultur-Tag: Zollverein in Essen oder Landschaftspark Duisburg-Nord, beides kostenlos
- ein Stadttag in Köln oder Düsseldorf — in Köln liegt fast alles fußläufig um den Hauptbahnhof
- ein Museumstag, an dem nur die Erwachsenen zahlen: Xanten, Detmold, Münster oder die DASA in Dortmund
- ein Höhen-Tag: Tetraeder in Bottrop, Externsteine im Teutoburger Wald oder die Domtürme in Köln
- eine Schwebebahnfahrt in Wuppertal, die mit jedem Nahverkehrsticket abgedeckt ist
- zwei Nächte im Sauerland, wenn die Gästekarte mit ihren 60 Erlebnissen sich lohnen soll
Zwei Termin-Fallen: Der Landschaftspark leuchtet nur freitags, samstags, sonntags und an Feiertagen samt Vorabenden — an anderen Tagen brennen nur die drei Kamine. Und die meisten Museen haben montags zu.
Nordrhein-Westfalen bei Regen
Hier ist NRW unschlagbar: Kein Bundesland hat auf so wenig Fläche so viele Museen und in den Häusern der Landschaftsverbände zahlen alle unter 18 nichts. Ein Regentag kostet dich also im besten Fall zwei Erwachsenentickets.
Erste Regel: nicht am Montag. Der Gasometer in Oberhausen, das Bergbau-Museum in Bochum und fast alle anderen Häuser haben montags geschlossen. Wenn sich ein Regentag ankündigt, leg ihn auf Dienstag bis Sonntag — montags bleiben nur die Ziele unter freiem Himmel, und die sind bei Regen kein Vergnügen.
Die stärksten Indoor-Ziele: Die DASA in Dortmund ist der Preis-Leistungs-Sieger — eine riesige Mitmach-Ausstellung, bis 18 kostenlos, Erwachsene zahlen sechs Euro, die Familienkarte neun. Der Gasometer Oberhausen zeigt 2026 vom 20. März bis 30. Dezember „Mythos Wald“ in der größten Ausstellungshalle Europas (Kinder bis fünf frei, Familienticket 33 Euro). Das Naturkundemuseum in Münster hat Dinosaurier und ein Planetarium — das Museum ist für Kinder frei, die Planetariumsvorstellung kostet extra. Und das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum lässt dich im Anschauungsbergwerk unter Tage laufen; dort zahlen auch Kinder, die Familientageskarte ist der günstigere Weg.
Zwei Regen-Fallen
Das Freilichtmuseum Detmold ist trotz „Museum“ im Namen ein Freigelände und öffnet nur von April bis Oktober — als Regenziel taugt es nicht. Und der Landschaftspark Duisburg-Nord funktioniert umgekehrt sogar bei Schmuddelwetter: Er ist rund um die Uhr offen, kostet nichts, und die Lichtinstallation wirkt in nasser Luft eher besser als schlechter. Regenjacke an — das ist billiger als jedes Museum und für viele Kinder der bessere Abend. Weitere Ideen stehen in unserer Sammlung für Regentage in den Ferien.
🎒 Ausflugsziele in Nordrhein-Westfalen
Tagesausflüge in Nordrhein-Westfalen, die an einem Tag zu schaffen sind — die am besten belegten zuerst.
Wie du hinkommst
Nordrhein-Westfalen hat das dichteste Bahnnetz Deutschlands: Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund, Wuppertal, Hamm, Bielefeld und Aachen sind ICE-Halte, dazwischen fahren RE, RB und S-Bahn im dichten Takt — die meisten Ausflugsziele erreichst du in unter einer Stunde.
Mit dem Auto laufen A1, A2, A3, A40 und A45 durchs Land; die lange gesperrte Talbrücke Rahmede der A45 bei Lüdenscheid ist seit Dezember 2025 wieder befahrbar, am zweiten Überbau wird aber noch bis 2027 gebaut.
Achte auf die letzte Meile: Zollverein erreichst du mit der Straßenbahn 107 oder den Linien RB 32 und RB 35, der Movie Park liegt rund 400 Meter vom Bahnhof Feldhausen entfernt und wird zusätzlich vom Schnellbus SB16 ab Essen Hauptbahnhof bedient.
Eine Ausnahme, die regelmäßig überrascht: Der Shuttlebus vom Bahnhof Brühl ins Phantasialand ist ein privater Service und kostet fünf Euro pro Person für Hin- und Rückfahrt — das Deutschlandticket gilt dort nicht.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für Nordrhein-Westfalen mit Kindern?
Weil sich Industriekultur und Talsperren bei Wärme am besten verbinden lassen, sind die Sommerferien der beste Zeitraum: rund 23,6 °C tagsüber, im Schnitt 13 Regentage im Monat. Für Gäste von außerhalb ist die erste Julihälfte die ruhigste Zeit — dann sitzen die NRW-Kinder noch in der Schule. Die zwei vollen Herbstferienwochen sind der unterschätzte Trumpf des Landes.
Kommst du vor Ort ohne Auto zurecht?
Besser als in jedem anderen Bundesland. NRW hat das dichteste Bahnnetz Deutschlands, die meisten Ausflugsziele erreichst du in unter einer Stunde, und ein 24hTicket NRW für 59,80 Euro deckt die ganze Familie ab. Ausnahmen gibt es nur bei einzelnen letzten Metern — der Shuttlebus vom Bahnhof Brühl ins Phantasialand ist ein privater Service und kostet extra.
Welche Region in Nordrhein-Westfalen passt zu kleinen Kindern?
Niederrhein und Münsterland. Flache Radwege, viel Wiese, keine Steigungen und mit dem Irrland bei Kevelaer eine reine Spiellandschaft ohne Fahrgeschäfte, für die ein Kind zu klein sein könnte. Der Landschaftspark Duisburg-Nord funktioniert auch mit Kleinkindern, weil man dort einfach loslaufen kann.
Was kostet ein Familientag in Nordrhein-Westfalen?
Industriekultur kostet nichts, ein Museumstag 12 bis 30 Euro, weil alle unter 18 frei hineinkommen, ein Zootag in Köln 66 bis 89 Euro. Dazu 59,80 Euro für ein Tagesticket, das die ganze Familie durchs Land trägt. Nur Freizeitparks liegen im dreistelligen Bereich. Die Spanne steht ausführlich weiter oben.
Wie kommt man hin?
Nordrhein-Westfalen erreichst du mit dem Auto oder der Bahn. Die Details stehen oben unter „Wie du hinkommst“.
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Quellen und Stand
- Klimawerte: ERA5-Archiv 2005–2024, gegengeprüft gegen CMIP6 und NASA POWER. Eigene Berechnung.
- Ferientermine: dieselbe Datenbank wie die Bundeslandseiten.
- Tourismus NRW (offizielles Landesportal)
- LVR: Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche in den LVR-Museen
- mobil.nrw: Tickets im NRW-Tarif
- Deutsche Bahn: FerienTicket NRW
- Kölner Zoo: Eintrittspreise
- Stiftung Zollverein: Eintrittspreise und Öffnungszeiten
- Landschaftspark Duisburg-Nord: Besucherinformationen
- Winterberg Touristik: Sauerland SommerCard
- Kölner Dom: Besichtigungsgebühr und Turmbesteigung
Stand dieser Seite. Preise und Öffnungszeiten zuletzt geprüft am 5. August 2026. Maßgeblich ist die verlinkte Betreiberinformation. Ferien- und Klimawerte werden automatisch berechnet. Klimawerte sind Mittel der Jahre 2005 bis 2024 — ohne gewähltes Bundesland Monatsmittel, mit Bundesland auf deine echten Ferientermine umgerechnet. Als Regentag zählt ein Tag mit messbarem Niederschlag, nicht ein Tag Dauerregen; alles sind Klimamittel, keine Wettervorhersage. Einzelne ausdrücklich gekennzeichnete Praxistipps („Aus eigener Erfahrung“) beruhen auf eigener Erfahrung; alle übrigen Reiseangaben sind automatisch aufbereitet und anhand offizieller Quellen geprüft, aber nicht vollständig vor Ort verifiziert — Öffnungszeiten, Preise und Altersgrenzen deshalb bitte vor dem Ausflug beim Betreiber nachsehen.





