Rheinland-Pfalz mit Kindern: beste Ferien und Orte


Nach den Klimawerten sind die Sommerferien der ausgewogenste Zeitraum: rund 23,6 °C tagsüber, im Schnitt 13 Regentage im Monat. Anreise: mit dem Auto oder mit der Bahn. Preisniveau: mittel. Geeignet für Kinder von jedem Alter bis 18 Jahren. Das eigene Auto ist hier von Vorteil: Die sehenswerten Ecken liegen auseinander.
Bundeslandseite vergleicht neun Urlaubsregionen nach Alter, Mobilität, Ferienart und Regenfestigkeit.
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Was nicht in jedem Reiseführer steht
ℹ️ Gut zu wissen: Neun Regionen — und die eine Frage, die vorher zu klären ist
Rheinland-Pfalz sortiert sich nicht nach Städten, sondern nach Tälern und Wäldern. Das offizielle Landesportal führt neun Familienregionen, und die unterscheiden sich stärker voneinander, als die kurzen Entfernungen auf der Karte vermuten lassen. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht „welche Burg?“, sondern „Fluss oder Wald?“.
Mosel und Mittelrhein sind die Fluss-Variante: alles liegt an Wasser, Bahn und Radweg aufgereiht, die Orte sind klein und fußläufig. Im Oberen Mittelrheintal — seit 2002 UNESCO-Welterbe — stehen auf rund 65 Kilometern etwa 40 Burgen, Schlösser und Festungen. So dicht steht das sonst nirgends in Europa. Der Preis dafür: enge Täler, steile Aufstiege, und der Bahndamm liegt oft direkt hinter dem Hotel.
Die Pfalz ist die entspannteste Wahl für kleinere Kinder. Der Pfälzerwald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands und seit 1992 UNESCO-Biosphärenreservat, rund 179.000 Hektar groß, seit 1998 grenzüberschreitend mit den französischen Nordvogesen. Dazu Sandstein zum Klettern, weiche Hügel, warme Weinorte — und als einzige Region eine Gästekarte, die auch Eintritte bezahlt.
Eifel und Hunsrück sind die weiten, kühlen Ecken: Vulkanlandschaft mit Maaren und Kraterseen im Norden, der Nationalpark Hunsrück-Hochwald im Süden, dazwischen der Nürburgring. Hier brauchst du eher ein Auto, dafür hast du Platz.
Westerwald, Lahntal, Ahrtal, Nahe und Rheinhessen sind die ruhigen fünf: viel Mittelgebirge, wenig Andrang, kurze Wege — und für Familien aus dem Rhein-Main- oder Kölner Raum die besseren Wochenendziele als die überlaufenen Klassiker.

Das ist der Satz, der in Rheinland-Pfalz am meisten Geld spart, und er kostet dich eine Minute am Telefon: „Gibt es bei Ihnen das Gästeticket?“ In großen Teilen des Landes ist der Nahverkehr für Übernachtungsgäste nämlich schon bezahlt — über den Gästebeitrag, den du sowieso entrichtest. Nur steht das selten im Buchungsportal.
Im Trierer Land, an der Mittelmosel und in der Vulkaneifel gilt das VRT-GästeTicket: alle Busse, RufBusse und Nahverkehrszüge in der Stadt Trier und den Kreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Vulkaneifel und Bitburg-Prüm, An- und Abreisetag eingeschlossen — und es reicht bis über die Luxemburger Grenze. Kinder unter sechs brauchen gar keins, ab sechs bekommt jedes Kind ein eigenes.
Rund um Koblenz, an der Untermosel, am Mittelrhein, im Ahrtal, im Westerwald und an der Lahn heißt das Gegenstück VRM-Gästeticket und funktioniert genauso. Aufgepasst: Hier machen erst rund 270 Betriebe mit — deshalb ist das Nachfragen so wichtig, die Unterkunft nebenan hat es vielleicht nicht. Räder fahren werktags ab 9 Uhr und am Wochenende ganztags kostenlos mit.
Die Pfalz ist der Sonderfall, und zwar der beste: Die Pfalzcard bezahlt nicht nur Bus und Bahn im gesamten VRN-Netz, sondern auch über 130 Erlebnisse — Burgen, Museen, Schwimmbäder, Führungen. Du bekommst sie schon ab der ersten Übernachtung bei teilnehmenden Gastgebern, kaufen kann man sie nicht. Wer selbst in der Pfalz wohnt, schaut sich die „Pfalzcard fer dehäm“ an — dieselben Leistungen als Jahreskarte für Einheimische.
Und wo es (noch) nichts gibt: An der Nahe, in Rheinhessen und im Hunsrück existiert kein Gästeticket. Die Verkehrs- und Tourismusverbände prüfen das gerade, ein Konzept soll Ende 2026 stehen, umgesetzt würde es frühestens 2027. Bis dahin rechne dort mit Auto- oder Ticketkosten. Welche Betriebe mitmachen, listen die Verbünde selbst — für die Pfalz zum Beispiel pfalzcard.de.

Das Land probiert 2026 etwas aus, das erstaunlich wenige mitbekommen haben: Unter der Überschrift „Kultur auf die 1!“ kommen alle unter 18 Jahren vom 26. Juni bis zum 9. August kostenlos in die landeseigenen Burgen, Schlösser und Museen. Und das ist keine kleine Liste: Festung Ehrenbreitstein über Koblenz mit dem Landesmuseum, Schloss Stolzenfels, die Inselburg Pfalzgrafenstein bei Kaub, Burg Sooneck, das Arp Museum in Rolandseck, Schloss Bürresheim, die Burgruine Nürburg, in Trier das Rheinische Landesmuseum samt Porta Nigra, Kaiserthermen, Amphitheater und Viehmarktthermen, das Landesmuseum Mainz und in der Pfalz Trifels, Hardenburg, Villa Ludwigshöhe und Burg Nanstein.
Zwei Dinge solltest du wissen, damit du nicht enttäuscht an der Kasse stehst: Frei ist der reguläre Eintritt — Führungen, Workshops, Kindergeburtstage und Sonderveranstaltungen kosten weiter. Und die Koblenzer Seilbahn hinauf zur Festung ist ausdrücklich nicht dabei, die zahlst du extra.
Wichtig für die Planung: Die beiden bekanntesten Burgen des Landes gehören nicht dem Land. Burg Eltz ist in Familienbesitz (14 Euro für Erwachsene, sieben für Kinder, Familienkarte 34 Euro), die Reichsburg Cochem gehört der Stadt (zehn, fünf und 26 Euro). Dort zahlst du also auch im Aktionszeitraum.
Wer nach dem 9. August nach Trier fährt, rechnet die AntikenCard durch: Die Premium-Variante für 28 Euro gilt für einen Erwachsenen mit bis zu vier Kindern bis 18 Jahren und deckt alle vier Römerbauten plus das Landesmuseum ab. Alle teilnehmenden Häuser und den genauen Zeitraum listet die Generaldirektion Kulturelles Erbe.
⭐ Top-Ausflug: Auf 90 Kilometern keine einzige Brücke — genau das ist das Programm
Zwischen Koblenz und Wiesbaden überquert auf knapp 90 Kilometern keine einzige Brücke den Rhein. Das klingt erst mal nach Planungsfehler, ist aber der schönste Teil eines Mittelrhein-Urlaubs: Statt Brücken gibt es fünf Autofähren — Boppard–Filsen, St. Goar–St. Goarshausen, Kaub–Engelsburg, Lorch–Niederheimbach und Bingen–Rüdesheim. Ein normaler Pkw kostet auf der Bingen-Rüdesheimer Fähre 5,80 Euro, und für Kinder ist jede Überfahrt ein kleines Ereignis.
Das lohnendste Ziel dieser Sorte liegt bei Kaub: Burg Pfalzgrafenstein steht mitten im Rhein auf einer Felseninsel und ist nur mit der Personenfähre erreichbar — vom Bahnhof Kaub sind es rund fünf Minuten zu Fuß zum Anleger. Die Überfahrt steckt im Eintritt (Erwachsene acht Euro, Kinder von 6 bis 17 vier Euro, Familienkarte 16 Euro; bis zum 9. August kommen alle unter 18 kostenlos hinein). Geöffnet ist von Mitte März bis Ende Oktober donnerstags bis sonntags. Der Haken, den kein Reiseführer nennt: Bei Hoch- oder Niedrigwasser fährt die Fähre nicht, dann bleibt die Burg zu. Vorher kurz prüfen.
Zwei Dinge, die den Tag retten: Erstens fährt am Mittelrhein auf beiden Ufern eine Bahnstrecke. Du kannst also hin mit dem Schiff und zurück mit dem Zug — bergauf gegen die Strömung braucht das Schiff deutlich länger als talwärts, das merkt jede Familie spätestens beim dritten Kartoffelsalat an Bord. Zweitens: Verlass dich nicht darauf, dass dein Deutschlandticket auf den Fähren gilt. Einige haben es zeitweise anerkannt, die Fähre St. Goar–St. Goarshausen ist wieder ausgestiegen. Fährgeld einstecken.
🤫 Geheimtipp: Der höchste Kaltwassergeysir der Welt spritzt in Andernach
Kaum jemand rechnet damit, dass zwischen Koblenz und Bonn alle ein bis zwei Stunden eine Wasserfontäne bis zu 60 Meter hoch in den Himmel schießt. Der Geysir von Andernach ist der höchste Kaltwassergeysir der Welt — und „kalt“ ist der Punkt, der Kinder verblüfft: Hier drückt kein heißes Magma, sondern Kohlendioxid aus dem Untergrund das Wasser nach oben. Anfassen ist erlaubt, das Wasser hat Flusstemperatur.
Der Besuch ist kein Zehn-Minuten-Stopp, sondern ein halber Tag mit fester Dramaturgie: erst das Museum am Rheinufer, dann mit der MS Namedy hinaus auf die Halbinsel Namedyer Werth, wo die Ausbruchsstelle liegt — anders kommst du nicht hin. Rund zweieinhalb bis drei Stunden solltest du einplanen, die Saison läuft vom 22. März bis zum 31. Oktober 2026, täglich 9 bis 17 Uhr, mit in der Regel vier Schiffsabfahrten.
Ehrlich gesagt: billig ist das nicht. Ein Erwachsener zahlt einzeln 21,50 Euro, im Familientarif (mindestens ein Erwachsener mit einem Kind) sind es 18 Euro pro Erwachsenem und 12,50 Euro pro Kind bis 16, Kleinkinder unter einem Meter kommen frei mit. Dafür sind Schiff, Museum und Ausbruch komplett drin — gemessen an einem Freizeitparktag mit derselben Bespaßungsdauer geht das in Ordnung. Rechne nur nicht damit, spontan hinzukommen: Die Fahrten sind kontingentiert, buch vorher über die Seite des Geysir-Zentrums.
🤔 Kurioses: An der Loreley steht eine Ampel — für Schiffe
Auf den knapp sieben Kilometern zwischen Oberwesel und St. Goar ist der Rhein eng, schnell und voller Kurven, hinter denen man nichts sieht. Weil ein Frachtschiff keine Vollbremsung kann, gibt es dort seit Generationen die Wahrschau: eine Kette von Lichtsignalanlagen am Ufer, die Bergfahrern anzeigt, ob ihnen um die Kurve jemand entgegenkommt. Talwärts fahrende Schiffe haben Vorfahrt, weil sie die Strömung im Rücken haben und nicht einfach warten können.
Früher standen dafür Männer mit Flaggen an den Hängen, seit 1972 leuchten Signalbalken, und seit 1997 überwacht Radar den ganzen Abschnitt — gesteuert wird alles zentral aus Oberwesel, rund um die Uhr. Für Kinder ist das ein prima Suchspiel auf der Bahnfahrt oder vom Loreley-Plateau aus: Wer entdeckt die großen Leuchtbalken am Ufer zuerst, und kann jemand vorhersagen, welches Schiff als Nächstes um die Ecke kommt? Ein Fernglas erhöht die Trefferquote deutlich.
ℹ️ Gut zu wissen: Kostenlos heißt hier nicht umsonst — die Parkplatzfalle
Rheinland-Pfalz hat viele Ziele ohne Eintritt. Bezahlt wird trotzdem — nämlich am Parkplatz, und das trifft Familien härter als jede Eintrittskarte.
Bestes Beispiel ist die Hängeseilbrücke Geierlay im Hunsrück. Über die Brücke zu gehen kostet keinen Cent. Der Parkplatz in Mörsdorf kostet 15 Euro für die ersten fünf Stunden, danach einen Euro je weitere Stunde, Wohnmobile 20 Euro. Wer das nicht zahlen will, stellt das Auto kostenlos am Bürgerhaus in Sosberg ab und geht von der anderen Seite los. Und plan den Weg ein: Vom Parkplatz sind es rund zwei Kilometer, also 30 bis 40 Minuten pro Richtung. Kinderwagen sind auf der Brücke nicht erlaubt — sie ist nur 85 Zentimeter breit. Mit Kleinkindern also Trage einpacken.
Bei der Burg Eltz ist es dasselbe Prinzip in klein: vier Euro fürs Parken, dazu zwei Euro pro Person und Fahrt für den Shuttle — vom oberen Parkplatz sind es sonst rund 800 Meter, vom unteren gut einen Kilometer. Der elegante Ausweg für Bahnfahrer: Vom Bahnhof Moselkern führt ein markierter Weg von rund viereinhalb Kilometern durchs Elzbachtal direkt zur Burg. Kein Parkplatz, kein Shuttle, und der Moment, in dem die Burg hinter der Kurve auftaucht, ist die eigentliche Attraktion.
Merksatz fürs Reisebudget: Rechne bei Naturzielen in Rheinland-Pfalz mit zehn bis fünfzehn Euro Parkgebühr und prüf vorher, ob es einen Bus gibt. Mit Gästeticket ist der nämlich umsonst.
Welche Ferien passen zu welcher Reiseform?
Rheinland-Pfalz startet als eines der ersten Länder in die Sommerferien — und das verschiebt alles.

Sommerferien (2026: 29. Juni bis 7. August, 2027: 28. Juni bis 6. August)
In den ersten beiden Wochen gehört das Land praktisch dir. Nur Hessen und das Saarland starten gleichzeitig, Nordrhein-Westfalen kommt erst am 20. Juli dazu, Baden-Württemberg am 30. Juli, Bayern am 3. August. Wer als Rheinland-Pfälzer in der eigenen Region bleibt, fährt also Anfang Juli an eine leere Mosel und einen leeren Mittelrhein. Umgekehrt sind die letzten Ferientage Anfang August die vollsten des ganzen Jahres, weil dann der halbe Süden dazukommt.
Für Gäste von außerhalb hat das eine teure Nebenwirkung: Der freie Eintritt für alle unter 18 in den Landesburgen endet am 9. August. Wer aus Bayern oder Baden-Württemberg erst Mitte August anreist, zahlt überall wieder voll. Wenn du flexibel bist, leg den Rheinland-Pfalz-Teil deiner Reise auf den Ferienanfang.

Osterferien (2026: 30. März bis 10. April)
Das ist der Saisonstart, nicht die Nebensaison. Burg Eltz öffnet Ende März, Pfalzgrafenstein Mitte März, der Geysir am 22. März, die Sommerrodelbahn an der Loreley ebenfalls im März. Die Schiffe der großen Rheinreedereien fahren dagegen erst ab Ende April regulär — plan Ostern also mit Bahn, Fähre und Wanderschuhen, nicht mit Schiffsausflügen.

Herbstferien (2026: 5. bis 16. Oktober)
Zwei volle Wochen, und das ist die unterschätzte Reisezeit des Landes. Weinlese an Mosel, Nahe und Weinstraße, Federweißer in den Orten, die Burgen und der Geysir haben bis Ende Oktober offen, die Edelsteinminen und der Nürburgring sogar bis Mitte November — nur wärmer als zehn Grad wird es nicht mehr verlässlich.

Weihnachtsferien (23. Dezember bis 8. Januar)
Fast alle Burgen, Schiffe und Freiluftziele sind zu. Das ist Zeit für Städte und Thermen: Weihnachtsmärkte in Mainz, Trier und Koblenz, die Museen, ein paar Tage Wellness in der Eifel oder an der Weinstraße.

Und ein Detail, das im Ferienkalender fehlt
Rheinland-Pfalz hat weder Winter- noch Pfingstferien, dafür darf jede Schule bis zu sechs bewegliche Ferientage selbst legen. Frag früh im Sekretariat nach — daraus wird oft ein langes Wochenende, das in keiner Übersicht steht.
Was zu welchem Alter passt
0–6 Jahre
Pfalz und Westerwald. Weiche Hügel, kurze Wege, viele frei zugängliche Wildparks und Barfußpfade — und mit der Pfalzcard kostet der Bus zum Ausflugsziel nichts. An Mosel und Rhein funktionieren die Uferpromenaden gut mit Kinderwagen, die Fähren sind für Dreijährige schon das ganze Programm. Was in diesem Alter nicht geht: die Geierlay-Brücke (kein Kinderwagen erlaubt) und die meisten Burgen, die auf Bergen mit steilen Treppen stehen.
7–9 Jahre
Das Burgenalter. Die Reichsburg Cochem lässt sich nur mit Führung besichtigen — gute 40 Minuten, für Grundschulkinder genau die richtige Länge. Pfalzgrafenstein punktet mit der Fährfahrt, die Sommerrodelbahn Loreley-Bob mit rund 700 Metern Abfahrt, und im Wildfreigehege Wildenburg am Nationalpark-Tor gibt es seit dem Umbau 2026 zwei neue Spielplätze und Wölfe zum Zuschauen.
10–12 Jahre
Jetzt tragen die Beine. Die Geierlay-Brücke mit rund zwei Kilometern Zuweg pro Richtung, die Wanderung vom Bahnhof Moselkern durchs Elzbachtal zur Burg Eltz — und der beste Regen- wie Sonnentipp des Landes: die Edelsteinminen im Steinkaulenberg bei Idar-Oberstein, die einzige für Besucher zugängliche Edelsteinmine Europas. Im Schürfstollen dürfen Kinder selbst graben und die gefundenen Achate behalten.
13–18 Jahre
Trier für alle, die Geschichte mögen — vier Römerbauten und ein Museum an einem Tag. Mountainbike-Trails im Hunsrück, Klettern im Dahner Felsenland, Kanu auf der Lahn. Und der Nürburgring: Mitfahren dürfen erst Volljährige mit eigenem Führerschein und straßenzulassenem Auto, zuschauen darf jeder. Die Touristenfahrten laufen von März bis Mitte November, eine Runde kostet die Fahrenden 30 Euro unter der Woche und 35 Euro am Wochenende — für Jugendliche mit Motorenfaible ist ein Nachmittag am Streckenrand ein Highlight, das nichts kostet. Wo ein Gästeticket gilt, kommen sie damit auch allein hin.
Drei Tage ab Koblenz — ein Bezahlziel pro Tag, kein Auto
Der häufigste Fehler in Rheinland-Pfalz: jeden Tag eine andere Region ansteuern und dabei Serpentinen zählen. Besser ist eine Basis am Zusammenfluss von Rhein und Mosel. Von Koblenz aus liegt fast alles auf der Schiene, und wenn deine Unterkunft das VRM-Gästeticket ausgibt, fährst du die ganze Zeit umsonst. Ohne Gästeticket rechnest du das Rheinland-Pfalz-Ticket durch (ab 30 Euro am Tag, bis zu drei Kinder von 6 bis 14 fahren gratis mit).
Tag 1 — Koblenz
Deutsches Eck, Altstadt, und dann mit der Seilbahn über den Rhein hinauf zur Festung Ehrenbreitstein. Das ist das Bezahlziel des Tages — Achtung, im Sommer-Aktionszeitraum ist der Festungseintritt für alle unter 18 frei, die Seilbahn aber nicht (Kinder unter sieben fahren dort ohnehin kostenlos).
Tag 2 — Rhein
Mit dem Zug rheinaufwärts nach Kaub, fünf Minuten zu Fuß zum Fähranleger und hinüber zur Inselburg Pfalzgrafenstein (acht Euro für Erwachsene, Fähre inklusive — donnerstags bis sonntags geöffnet, prüf vorher den Wasserstand). Zurück wahlweise über das andere Ufer oder in der Saison mit einem Schiffsstück zwischen Boppard und St. Goar.
Tag 3 — Mosel
Regionalbahn bis Moselkern, dann rund viereinhalb Kilometer durchs Elzbachtal zur Burg Eltz (14 Euro, Kinder sieben, Familienkarte 34 Euro). Kein Parkplatz, kein Shuttle, und der Rückweg geht bergab. Wer kleinere Kinder dabei hat, fährt stattdessen nach Cochem und nimmt die 40-minütige Burgführung.
Joker für Tag 4 oder Regen
Andernach, zwanzig Zugminuten rheinabwärts — Museum plus Schiff zum Geysir, zweieinhalb bis drei Stunden, das teuerste Einzelticket der Reise, aber der Tag trägt sich selbst.
Wer stattdessen in die Pfalz fährt, baut dieselbe Woche mit Neustadt oder Bad Dürkheim als Basis: Dort bezahlt die Pfalzcard nicht nur die Bahn, sondern auch die Eintritte — dann ist gar kein Bezahlziel mehr nötig.
Rheinland-Pfalz bei Regen
Ehrlich vorweg: Dieses Bundesland ist auf Draußen gebaut. Burgen sind zugig, Weinberge rutschig, und die schönsten Ziele haben kein Dach. Es gibt aber drei Sorten Regenprogramm, die wirklich tragen.
Unter Tage. Die Edelsteinminen im Steinkaulenberg bei Idar-Oberstein sind die einzige für Besucher zugängliche Edelsteinmine Europas — rund 400 Meter Stollen, Führungen zwischen 10 und 17 Uhr (die letzte startet um 16 Uhr), Erwachsene acht Euro, und im Schürfstollen darf selbst gegraben werden. Ähnlich wetterfest: die Lavakeller unter Mendig, gemeinsam mit dem Deutschen Vulkanmuseum Lava-Dome und dessen Mitmachstationen. Nimm Jacken mit, unten ist es kühl.
Römisches Trier. Das Rheinische Landesmuseum und die Thermen am Viehmarkt liegen überdacht — ein kompletter Regentag ist damit gefüllt. Bis zum 9. August 2026 kommen alle unter 18 dort kostenlos hinein, danach ist die AntikenCard der günstigere Weg.
Mainz mit Fußnote. Wer mit Kindern zum Gutenberg-Museum will, muss umdisponieren: Das Stammhaus ist seit Oktober 2024 wegen des Neubaus geschlossen. Die Ausstellung läuft als Interim im Naturhistorischen Museum in der Reichklarastraße — der Eintritt gilt für beide Häuser, was den Umweg tatsächlich lohnend macht. Das Landesmuseum Mainz ist gleich um die Ecke.
Und der Trost für nasse Vormittage: Mit Gästeticket kostet die Fahrt dorthin nichts. Ein Regentag in Rheinland-Pfalz ist damit oft der günstigste der ganzen Woche.
Wie du hinkommst
Rheinland-Pfalz ist quer durchzogen von Fernstrecken: ICE-Halte gibt es in Mainz, Koblenz, Kaiserslautern, Montabaur und Limburg Süd direkt nebenan, Trier hängt über Luxemburg und Saarbrücken am Netz. Wichtiger für den Urlaub sind die Regionalstrecken, denn sie folgen den Tälern: Am Mittelrhein fährt auf beiden Ufern eine Bahnlinie, die Moselstrecke verbindet Koblenz über Cochem und Bullay mit Trier, und die Ahrtalbahn läuft seit dem 14. Dezember 2025 erstmals seit der Flut 2021 wieder durchgehend von Remagen bis Ahrbrück — im Abschnitt Altenahr–Ahrbrück gibt es allerdings noch baubedingte Einschränkungen. Für Tagesausflüge lohnt das Rheinland-Pfalz-Ticket (ab 30 Euro, gilt auch im Saarland, bis zu drei Kinder von 6 bis 14 fahren kostenlos mit); wer übernachtet, fragt zuerst nach dem Gästeticket. Mit dem Auto laufen A61, A3, A48, A6 und A1 durchs Land — die letzten Kilometer in die Täler sind dann aber eng, kurvig und im Sommer voll.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für Rheinland-Pfalz mit Kindern?
Nach den Klimadaten sind es die Sommerferien. Nach den Klimawerten sind die Sommerferien der ausgewogenste Zeitraum: rund 23,6 °C tagsüber, im Schnitt 13 Regentage im Monat. Anreise: mit dem Auto oder mit der Bahn. Preisniveau: mittel.
Kommt man vor Ort ohne Auto zurecht?
Nur eingeschränkt. Die sehenswerten Ecken liegen auseinander, und der Nahverkehr fährt dort seltener als in der Stadt. Wer ohne Auto anreist, sollte sich auf einen Standort und dessen Umgebung beschränken.
Wie kommt man hin?
Rheinland-Pfalz erreichst du mit dem Auto oder der Bahn. Die Details stehen oben unter „Wie du hinkommst“.
Quellen und Stand
- Klimawerte: ERA5-Archiv 2005–2024, gegengeprüft gegen CMIP6 und NASA POWER. Eigene Berechnung.
- Ferientermine: dieselbe Datenbank wie die Bundeslandseiten.
- Rheinland-Pfalz Tourismus (offizielles Landesportal)
- GDKE: Freier Eintritt für unter 18-Jährige in den Sommerferien
- Pfalzcard: Gästekarte mit VRN-Nahverkehr und über 130 Erlebnissen
- VRT: GästeTicket für die Region Trier, Mosel und Vulkaneifel
- Verkehrsverbund Rhein-Mosel: VRM-Gästeticket
- Burg Pfalzgrafenstein: Preise, Fähre und Öffnungszeiten
- Geysir Andernach: Öffnungszeiten und Preise
- Hängeseilbrücke Geierlay: Anreise, Parken und FAQ
- Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz: Ferientermine
Stand dieser Seite. Zuletzt geprüft am 2. August 2026. Ferien- und Klimawerte werden automatisch berechnet, Reiseangaben sind anhand offizieller Quellen kontrolliert. Klimawerte sind Mittel der Jahre 2005 bis 2024 — ohne gewähltes Bundesland Monatsmittel, mit Bundesland auf deine echten Ferientermine umgerechnet. Als Regentag zählt ein Tag mit messbarem Niederschlag, nicht ein Tag Dauerregen; alles sind Klimamittel, keine Wettervorhersage. Einzelne ausdrücklich gekennzeichnete Praxistipps („Aus eigener Erfahrung“) beruhen auf eigener Erfahrung; alle übrigen Reiseangaben sind automatisch aufbereitet und anhand offizieller Quellen geprüft, aber nicht vollständig vor Ort verifiziert — Öffnungszeiten, Preise und Altersgrenzen deshalb bitte vor dem Ausflug beim Betreiber nachsehen.
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