Mainz mit Kindern: beste Ferien, Basis und Reiseplan


Mainz geht das ganze Jahr: Das Wetter entscheidet hier weniger als der Kalender. Im Hochsommer rund 25,1 °C, im Winter etwa 5,8 °C. Anreise mit der Bahn oder dem Auto, für Kinder jeden Alters.
In Mainz spart das Datum mehr als jede Karte: Am ersten Samstag im Monat fährst du kostenlos durch die Stadt, am ersten Sonntag kostet das Landesmuseum ab 14 Uhr einen Euro pro Person. Dom, Chagall-Fenster, Römisches Theater und Zitadelle sind ohnehin immer frei. Die Beispielrechnung steht weiter unten.
Vor Ort brauchst du kein Auto: Die Altstadt ist klein genug für kurze Beine, alles andere fährst du mit der Straßenbahn — und dein Tagesticket gilt bis hinüber nach Wiesbaden.
Gutenberg, Naturhistorisches Museum, Landesmuseum, Rhein und Zitadelle tragen mehrere Wissens- und Aktivtage.
Wie warm ist es in deinen Ferien?
Für eine Städtereise ist das Wetter selten das entscheidende Kriterium: Drinnen ist es im Januar so warm wie im Juli. Nützlich sind die Werte trotzdem — sie sagen dir, was du einpacken musst und wie viel Zeit du draußen verbringen kannst. Wähl unten dein Bundesland, dann rechnen wir Temperatur und Regentage auf deine tatsächlichen Ferientermine um. Im Reiseziel-Finder kannst du Mainz anschließend mit anderen Zielen vergleichen, etwa mit Wiesbaden auf der anderen Rheinseite.
Klima für deine Ferientage
Wer hat in diesen Ferien noch frei?
Große Ziele sind voller, je mehr Bundesländer gleichzeitig Ferien haben. Wähl aus, wann du fahren willst — darunter steht, mit wem du unterwegs bist.
Wähl oben dein Bundesland, dann rechnen wir es aus.
Mainz in drei Tagen — ein Bezahlziel pro Tag
Mainz ist kompakt. Wer alles in einen Tag quetscht, verpasst genau das, was die Stadt ausmacht. Ein Ziel pro Tag, das Geld kostet, reicht völlig.
Tag 1 — die Stadt zu Fuß
- Vormittag: Dom St. Martin, Altstadt, Marktplatz und unterwegs Mainzelmännchen-Ampeln suchen.
- Mittagspause: am Rheinufer unterhalb der Altstadt, dort ist auch Platz zum Sitzen.
- Nachmittag: St. Stephan mit den neun blauen Chagall-Fenstern, letzter Einlass gegen halb fünf.
- Weg: alles zu Fuß, vom Dom bis St. Stephan sind es zehn Minuten bergauf.
- Kosten: praktisch null; beide Kirchen kosten nichts, um eine Spende wird gebeten.
- Bei Regen: statt der Kirchen eine Runde 3D-Schwarzlichtminigolf in der Holzstraße.
- Am Ruhetag: Dieser Tag hat keinen, er läuft auch montags.
Tag 2 — Gutenberg und Natur unter einem Dach
- Vormittag: in die Reichklarastraße, ein Ticket lösen und mit der Schatzkammer anfangen — dort stehen gleich zwei Exemplare der 42-zeiligen Gutenberg-Bibel. Dazu eine der stündlichen Druckvorführungen.
- Mittagspause: im Museumscafé oder auf dem Weg zurück in die Altstadt.
- Nachmittag: hinüber ins Naturhistorische Museum im selben Haus, sobald die Aufmerksamkeit kippt. Fossilien, Tiere, Erdgeschichte.
- Weg: keiner. Beide Ausstellungen liegen unter einem Dach, und ein Ticket gilt für beide.
- Kosten: 16 Euro Familienkarte für alles zusammen.
- Bei Regen: Das ist ohnehin der Regentag der Stadt.
- Am Ruhetag: Auch dieser Tag hat keinen, das Haus öffnet täglich.
Tag 3 — Römer und Aussicht
- Vormittag: mit der Bahn eine Station bis „Mainz Römisches Theater“, das Theater durch die Glaswand am Bahnsteig anschauen, dann hinauf zur Zitadelle mit Bastionen, Graben und Drususstein.
- Mittagspause: Picknick oben auf der Zitadelle, der Blick über die Stadt ist inklusive.
- Nachmittag: Stadthistorisches Museum im Bau D oder die Führung durch die unterirdischen Gänge.
- Weg: Vom Bahnsteig sind es fünf Minuten bergauf zum Zitadellentor.
- Kosten: Museum 9 Euro als Familienkarte, Führung 30 Euro für alle vier; Theater und Gelände kosten nichts.
- Bei Regen: Die unterirdischen Gänge sind ohnehin trocken — Taschenlampe mitnehmen.
- Am Ruhetag: Das Stadthistorische Museum öffnet nur freitagnachmittags und am Wochenende. Das Gelände selbst ist ganzjährig zugänglich, die Tore werden nicht mehr geschlossen.
Wer nur zwei Tage hat
„Streich einen Tag“ ist keine Entscheidungshilfe: Die zwei stärksten Bausteine sind andere als die ersten zwei eines Drei-Tage-Plans. Wähl den Plan, der zu dir passt:
Zum ersten Mal in Mainz
Altstadt mit Dom und Chagall-Fenstern, am zweiten Tag Gutenberg und Naturhistorisches Museum. Damit hast du die beiden Dinge gesehen, für die die Stadt bekannt ist, und beide Tage kosten zusammen 16 Euro Eintritt.
Mit Kindern unter sechs
Rheinufer und Stadtpark am ersten Tag, Naturhistorisches Museum am zweiten. Kurze Wege, Schiffe zum Gucken, Tiere zum Anschauen, und unter sechs Jahren zahlen sie in keinem der Museen etwas.
Wenn Technik zündet
Erst die Druckvorführung und der Druckladen, wo Kinder ab sechs selbst Buchstaben setzen, am zweiten Tag das Römische Theater und die unterirdischen Gänge der Zitadelle. Das ist der Plan mit dem größten Staunfaktor.
Bei schlechter Aussicht
Reichklarastraße am ersten Tag, Landesmuseum am zweiten. Beides ist drinnen und trägt jeweils einen halben bis ganzen Tag. Nur nicht montags, dann hat das Landesmuseum zu.
Der dritte Tag, wenn du ihn doch hast, führt nach draußen: Mainzer Sand, Rheinufer oder mit demselben Ticket hinüber nach Wiesbaden.
Was ein Tag wirklich kostet
„Preisniveau mittel“ hilft niemandem beim Planen. Deshalb hier die Rechnung für eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern von 8 und 11 Jahren, jeweils nur der Eintritt:
| Ein Tag mit … | Eintritt für alle vier |
|---|---|
| Dom, Chagall-Fenster, Römisches Theater, Zitadelle | 0 Euro der halbe Stadtplan kostet nichts, um eine Spende wird gebeten |
| Mainzer Sand zwischen Mombach und Gonsenheim | 0 Euro Naturschutzgebiet mit Informationspfad, frei zugänglich |
| Landesmuseum am ersten Sonntag ab 14 Uhr | 4 Euro ein Euro pro Person, mit Kinderführung und Kreativprogramm |
| Stadthistorisches Museum auf der Zitadelle | 9 Euro Familienkarte; nur freitagnachmittags und am Wochenende offen |
| Landesmuseum, regulär | 12 Euro Familienkarte für 2 Erwachsene und bis zu 4 Kinder |
| Gutenberg-Museum und Naturhistorisches Museum | 16 Euro Familienkarte, ein Ticket für beide Häuser |
| Führung durch die unterirdische Zitadelle | 30 Euro 2× 10 und 2× 5 Euro; für kleinere Kinder nichts |
| 3D-Schwarzlichtminigolf | 34 Euro 2× 9,50 und 2× 7,50 Euro, rund anderthalb Stunden |
Dazu kommt der Nahverkehr: Die Gruppentageskarte gilt für bis zu fünf Personen jeden Alters und kostet 9,60 Euro im Mainzer Stadtgebiet oder 14,80 Euro für das ganze Tarifgebiet mit Wiesbaden. Eine Kinder-Mitnahmeregel braucht es damit nicht; einzeln zahlen Kinder von 6 bis 14 Jahren 3,30 Euro, unter sechs fahren sie immer frei. Alle Tageskarten gelten bis 5 Uhr am nächsten Morgen. Und an jedem ersten Samstag im Monat kostet die Fahrt in Mainz überhaupt nichts.
Unterkunft, Essen, Anreise und zeitlich begrenzte Aktionspreise sind nicht enthalten.
Wo du im Stadtgebiet am besten wohnst
Mainz hat drei Lagen, die für Familien Sinn ergeben, und sie unterscheiden sich weniger im Preis als im Weg:
Altstadt zwischen Dom, Markt und Rheinufer: die beste Basis ohne Auto. Von hier gehst du zu allen Zielen des ersten Tages zu Fuß, und abends ist noch etwas offen. Dafür ist es die teuerste Ecke, und an den Wochenenden von Weinmarkt, Johannisnacht und Fastnacht ist sie ausgebucht und laut.
Neustadt und Bahnhofsviertel: regelmäßig günstiger, Straßenbahn und Fernzüge vor der Tür, ideal, wenn du viele Tagesausflüge planst. Der Nachteil: Bis in die Altstadt sind es zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß, und die Gegend ist eher Alltag als Postkarte.
Auf der anderen Rheinseite, also in Wiesbaden oder in Mainz-Kastel: mit demselben Tarifgebiet erreichbar und oft günstiger. Aber zwei Dinge musst du wissen — der 0-Euro-Samstag gilt dort nicht, und drüben ist Hessen mit eigenen Feiertagen.
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Was zu welchem Alter passt
0–5 Jahre
Die Mainzer Altstadt ist klein genug für kurze Beine, und der beste Programmpunkt ist gratis: Mainzelmännchen-Ampeln suchen. Dazu das Rheinufer mit Schiffen zum Gucken und der Stadtpark zum Toben. Im Naturhistorischen Museum funktionieren Tiere und Fossilien auch mit Dreijährigen, und im Landesmuseum gibt es mit der „Kelti-Tour“ eine selbstgeführte Kinderrunde ab drei Jahren. Auf der Zitadelle kannst du über das freie Gelände laufen; die unterirdische Führung ist in diesem Alter nichts.
6–9 Jahre
Jetzt zündet Gutenberg. Erst die stündliche Druckvorführung, die im Eintritt steckt, dann am zweiten oder vierten Samstag im Druckladen selbst Buchstaben setzen und drucken, drei Euro pro Kind. Dazu das Römische Theater am Bahnsteig und die Zitadelle darüber. Wer die Kinder wirklich begeistern will, bucht die Führung durch die unterirdischen Gänge.
10–13 Jahre
Das Alter für Mainz als Römerstadt: Theater, Drususstein, Stadthistorisches Museum auf der Zitadelle, Landesmuseum. Und der Mainzer Sand wird jetzt richtig spannend — eine Eiszeitdüne mit Steppenpflanzen mitten in einer Großstadt ist der Biologieunterricht, den es in der Schule nicht gibt. Zum Ausgleich: 3D-Schwarzlichtminigolf in der Altstadt.
14–18 Jahre
Zwei Orte tragen hier wirklich. Der eine ist St. Stephan mit den neun blauen Chagall-Fenstern: Marc Chagall hat sie zwischen 1976 und 1985 geschaffen, es sind seine einzigen Kirchenfenster in Deutschland, gedacht als Zeichen der Versöhnung zwischen Judentum und Christentum. Der Eintritt ist frei, geöffnet ist täglich ab 10 Uhr, sonntags ab 12. Das Licht in diesem Raum diskutiert sich von selbst. Der andere ist der Rhein: Fahrradtour am Ufer, Schiff oder Bahn rheinabwärts, abends die Promenade. Und wer im Februar da ist, erlebt mit Fastnacht ein Stadtfest, das Jugendliche ernst nimmt.
Die fünf Dinge, die deine Planung retten
Fünf Eigenheiten entscheiden in Mainz über gelungene Tage. Hier nur die Kurzfassung, alle Zahlen stehen in der Vertiefung darunter.
1. Das Datum schlägt jede Karte
Der erste Samstag und der erste Sonntag im Monat sind die günstigsten Tage des Jahres. → Details
2. Gutenberg ist umgezogen
Am Liebfrauenplatz steht eine Baustelle, die Ausstellung ist woanders. Fahr nicht blind zur alten Adresse. → Details
3. Ein Ticket, zwei Landeshauptstädte
Dein Tagesticket gilt über den Rhein. Aber Mainz-Kastel gehört trotz seines Namens zu Wiesbaden. → Details
4. Der Montag
Landesmuseum, Dommuseum und das Museum auf der Zitadelle haben zu. Das große Doppelmuseum hat offen. → Details
5. Zwei Häuser sind gerade dicht
Ein bekannter Regentipp und ein Bad fallen zurzeit aus. Vor der Reise nachsehen. → Details
Was nicht in jedem Reiseführer steht
💶 Spartipp: In Mainz spart das Datum mehr als jede Karte

Die meisten Städtereisen beginnen mit der Frage „Lohnt sich die Touristenkarte?“. In Mainz lautet die bessere Frage: An welchem Wochenende fahren wir? Denn die Stadt verschenkt zwei Dinge, aber nur an festen Tagen im Monat.
Der 0-Euro-Samstag. An jedem ersten Samstag im Monat kostet der Nahverkehr in Mainz nichts. Kein Ticket, kein Automat, kein Anmelden: Busse, Straßenbahnen und die Nahverkehrszüge innerhalb des Geltungsbereichs sind frei, von Mitternacht bis Sonntagmorgen um 5 Uhr. Das Aktionsgebiet umfasst das gesamte Mainzer Stadtgebiet mit allen Stadtteilen sowie Wackernheim und Zornheim; Budenheim ist seit Juli 2026 nicht mehr dabei.
Der Familiensonntag. Am ersten Sonntag im Monat zahlen Besucher, die mit Kindern ins Landesmuseum kommen, ab 14 Uhr einen Euro pro Person. Dazu gibt es eine kurze Führung für Kinder und ein Kreativprogramm ab vier Jahren, ohne Anmeldung. Eine vierköpfige Familie kommt damit für vier Euro in ein Landesmuseum.
Und was ist mit der mainzcardplus? Sie kostet 29 Euro als Einzelkarte und 79 Euro für bis zu fünf Personen. Kein schlechtes Angebot, aber rechne sie ehrlich durch: Dom, Chagall-Fenster, Zitadelle, Römisches Theater und der Mainzer Sand kosten sowieso nie etwas, und mit dem richtigen Datum fällt auch der Rest fast weg. Die aktuellen Aktionstage stehen bei der Mainzer Mobilität.
💶 Spartipp: Ein Tagesticket, zwei Landeshauptstädte
Mainz und Wiesbaden liegen sich am Rhein direkt gegenüber, gehören zu zwei verschiedenen Bundesländern und teilen sich trotzdem einen Nahverkehrstarif. Das gemeinsame Tarifgebiet 6500 umfasst beide Landeshauptstädte samt Umland; ein Tagesticket der großen Preisstufe bringt dich also über den Fluss und zurück, ohne nachzulösen. So etwas gibt es sonst nirgends in Deutschland.
Ein Detail, an dem sich Ortsfremde regelmäßig verrechnen: Mainz-Kastel, Mainz-Kostheim und Mainz-Amöneburg heißen zwar Mainz, gehören aber zu Wiesbaden und damit zu Hessen. Für den 0-Euro-Samstag sind sie deshalb ausdrücklich außen vor. Wer dort wohnt oder hinwill, braucht ein Ticket, auch wenn auf dem Ortsschild „Mainz“ steht.
Und wenn du aus der Region kommst: Für Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren aus Mainz gibt es die Mainzer Ferienkarte für 28 Euro (ermäßigt 14 Euro mit MainzPass, Bürgergeld, Wohngeld oder Kinderzuschlag). Sie gilt die kompletten Sommerferien lang und enthält freie Fahrt in Mainz und Wiesbaden, freien Eintritt in die Mainzer Freibäder und Museen sowie rund 400 buchbare Ferienveranstaltungen. Ein Freibadtag plus ein Museumsbesuch plus zwei Tageskarten, und die Karte hat sich getragen; danach laufen noch sechs Wochen. Der Vorverkauf startet Mitte Juni. Alle Angebote stehen im Ferienkarten-Portal der Stadt.
⭐ Top-Ausflug: Das Gutenberg-Museum ist umgezogen — und dabei zum besten Deal der Stadt geworden
Wer mit einem älteren Reiseführer nach Mainz fährt, steht am Liebfrauenplatz vor einer Baustelle. Das Gutenberg-Museum hat seinen alten Standort im Oktober 2024 geschlossen und zeigt seine Bestände seit dem 22. November 2024 als Interimsausstellung „Gutenberg-Museum MOVED“ im Naturhistorischen Museum in der Reichklarastraße 1. Einen Eröffnungstermin für den Neubau nennt die Stadt bisher nicht; rechne damit, dass das Interim noch Jahre bleibt.
Und jetzt der Teil, den kaum jemand mitbekommen hat: Ein Ticket gilt für beide Häuser. Für zehn Euro (Kinder und Jugendliche von 4 bis 18 vier Euro, Familienkarte 16 Euro) bekommst du Gutenberg und das Naturhistorische Museum. Das ist unschlagbar kombiniert: auf der einen Seite die begehbare Schatzkammer mit gleich zwei Exemplaren der 42-zeiligen Gutenberg-Bibel, auf der anderen Fossilien, Tiere und Erdgeschichte — also genau das Haus, in das Kinder freiwillig gehen, wenn sie von Buchdruck erst mal genug haben. Geöffnet ist täglich ab 9 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr.
Zwei Termine, die du dir merken solltest: Die Druckvorführungen dauern eine Viertelstunde, laufen stündlich und sind im Eintritt enthalten — eine echte Presse in Bewegung beeindruckt Kinder deutlich mehr als jede Vitrine. Und am zweiten und vierten Samstag im Monat läuft von 14 bis 16 Uhr der Familiensamstag im Druckladen: Kinder ab sechs setzen selbst Buchstaben und drucken ihr eigenes Blatt, die Druckkosten liegen bei drei Euro pro Kind zusätzlich zum Eintritt. Dafür muss man sich vorher anmelden, die Plätze sind begrenzt. Alle Zeiten stehen beim Gutenberg-Museum.
ℹ️ Gut zu wissen: Der Montag trifft die halbe Museumsstadt
Mainz ist eine gute Regenstadt, aber sie hat einen Wochentag, der dir den Plan zerlegt. Montags geschlossen sind das Landesmuseum, das Dom- und Diözesanmuseum und das Stadthistorische Museum auf der Zitadelle.
Was montags immer geht: das große Doppelhaus in der Reichklarastraße mit Gutenberg und Naturhistorischem Museum, der Dom selbst, St. Stephan mit den Chagall-Fenstern, das Römische Theater am Bahnsteig, das Zitadellengelände, der Mainzer Sand und das Rheinufer. Leg deinen Montag also auf die Stadt und das Doppelmuseum, dann kostet der Ruhetag dich nichts.
🚧 Vorsicht: Zwei bekannte Ziele sind zurzeit dicht
Zwei Empfehlungen, die in älteren Listen noch auftauchen, funktionieren gerade nicht:
- Museum für Antike Schifffahrt mit den echten römischen Schiffswracks aus dem Rhein, sonst der beste kostenlose Regentipp der Stadt: wegen Modernisierung geschlossen, die Wiedereröffnung ist für den Spätherbst 2026 angekündigt. Schau vor der Reise kurz beim LEIZA nach, ob es schon so weit ist.
- Taubertsberg Bad: wird seit einiger Zeit umgebaut und öffnet in Stufen. Ein Blick auf die Badseite lohnt, bevor du mit Schwimmsachen losfährst.
🤫 Geheimtipp: Das größte Römertheater nördlich der Alpen liegt direkt am Bahnsteig
Es gibt in Deutschland wenige Orte, an denen man aus einer Regionalbahn steigt und direkt in eine römische Ruine schaut. Der Bahnhof Mainz Römisches Theater ist so einer: Hinter einer Glaswand am Bahnsteig liegen die Reste des größten bekannten römischen Bühnentheaters nördlich der Alpen — 116 Meter Durchmesser, 42 Meter Bühnenbreite, Platz für rund 10.000 Menschen. Das ist größer als die berühmten Theater von Orange und Arles in Südfrankreich. Ausgegraben wurde es erst Ende der 1990er Jahre, seit 2006 trägt der Bahnhof den Namen. Der Besuch kostet nichts, und im Grunde fährt man in Mainz sowieso ständig daran vorbei.
Direkt darüber liegt die Zitadelle, und auch die ist frei: Das Gelände ist ganzjährig zugänglich, die beiden Tore werden nicht mehr geschlossen. Du kannst also einfach hinaufgehen, über die Bastionen laufen, in den alten Graben schauen und über die Dächer der Stadt bis zum Rhein blicken. Zwischen den alten Bäumen steht der Drususstein, ein rund zweitausend Jahre altes römisches Ehrenmal, das die Mainzer schlicht „Eichelstein“ nennen.
Wenn du mehr willst, gibt es zwei günstige Aufsätze:
- Stadthistorisches Museum im Bau D neben dem Drususstein: freitagnachmittags, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr, vier Euro für Erwachsene, zwei ab sechs Jahren, Familienkarte neun Euro.
- Führung ober- und unterirdisch durch die Anlage, anderthalb Stunden, Erwachsene zehn Euro, Kinder bis 14 fünf. Die dunklen Gänge unter der Bastion sind der Teil, von dem Kinder zu Hause erzählen. Für kleinere Kinder ist der Abstieg nichts, und eine Taschenlampe schadet nie.

Frag deine Kinder in Mainz einmal, ob sie das Ampelmännchen genauer angeschaut haben. An mehreren Fußgängerampeln der Stadt steht nämlich kein normales Männchen, sondern ein Mainzelmännchen — die Zeichentrickfiguren, die das ZDF seit 1963 zwischen die Werbeblöcke stellt. Und das ZDF sitzt nun mal in Mainz.
Die erste dieser Ampeln wurde am 23. November 2016 eingeschaltet, an der belebtesten Fußgängerquerung der Innenstadt an der Großen Bleiche am Neubrunnenplatz. Sie zeigt Det, den Schlauen mit der Brille, einmal stehend in Rot und einmal gehend in Grün. Anlass war der 50. Geburtstag der Männchen. Inzwischen gibt es weitere, unter anderem an der Rheinstraße am Fischtorplatz, vor dem Rathaus und oben auf dem Lerchenberg beim ZDF. Daraus lässt sich ein wunderbares Suchspiel für einen Stadtbummel machen: Wer findet die meisten? Und wer kennt alle sechs Namen — Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen?
🤫 Geheimtipp: Zwischen zwei Stadtteilen liegt eine echte Steppe
Der ungewöhnlichste Ort in Mainz ist kein Bauwerk, sondern eine Landschaft, die es hier eigentlich gar nicht geben dürfte. Zwischen den Stadtteilen Mombach und Gonsenheim liegt auf rund 127 Hektar der Mainzer Sand: echte Binnendünen mit Sandrasen, auf denen Pflanzen wachsen, die sonst nur im Mittelmeerraum und in den Steppen Südosteuropas und Asiens vorkommen.
Der Sand ist am Ende der letzten Eiszeit hierhergeweht worden, vor etwa 12.000 Jahren, aus den trockengefallenen Schottern des Rheins. Was heute darauf wächst, ist ein Rest der eiszeitlichen Steppe. Deshalb steht das Gebiet schon seit 1939 unter Naturschutz und gehört als FFH- und Vogelschutzgebiet zum europäischen Netz Natura 2000; viele der Arten hier stehen auf der Roten Liste.
Für Familien ist das ein perfekter Nachmittag: Der Besuch kostet nichts, es gibt einen Informationspfad mit Tafeln, und der Kontrast ist für Kinder unmittelbar begreifbar — hinter einem ganz normalen Wohngebiet fängt Sand an. Zwei Regeln gehören dazu, und die erklärt man am besten vorher: auf den Wegen bleiben (die Sandrasen sind empfindlicher, als sie aussehen) und nichts pflücken.
Welche Ferien passen zu welcher Reiseform?
Mainz ist eine Terminstadt. Ob deine Reise voll, leer, teuer oder komplett anders wird, entscheidet weniger das Wetter als der Kalender. Alle Termine stehen bei den Ferienterminen aller Bundesländer.
Sommerferien (Rheinland-Pfalz 2026: 29. Juni bis 7. August, 2027: 28. Juni bis 6. August): Rheinland-Pfalz startet gemeinsam mit Hessen und dem Saarland als eines der ersten Länder, und das merkt man sofort: Im Juli ist Mainz angenehm entspannt, weil die Einheimischen selbst weg sind. Nordrhein-Westfalen kommt erst am 20. Juli dazu, Baden-Württemberg am 30. Juli, Bayern am 3. August. Wichtig für die Kasse: In den rheinland-pfälzischen Sommerferien läuft die Aktion des Landes, in der alle unter 18 kostenlos in die landeseigenen Häuser kommen, auch ins Landesmuseum. Wer erst Mitte August anreist, zahlt wieder voll. Wie die Aktion funktioniert, steht ausführlich auf unserer Seite zu Rheinland-Pfalz mit Kindern.

Ende August und Anfang September
Der Mainzer Weinmarkt im Stadtpark läuft über zwei Wochenenden (2026: 27. bis 30. August und 3. bis 6. September). Sehr schön unter alten Bäumen, aber es ist ein Weinfest — mit kleinen Kindern eher nachmittags als abends, und die Zimmerpreise ziehen an.

Herbstferien
für Mainz die unterschätzteste Reisezeit — alle Museen offen, kein Andrang, Federweißer in Rheinhessen. Ein Zeitfenster solltest du kennen: Die Ausflugsschifffahrt ab Mainz rheinabwärts endet in der Hauptsaison Anfang Oktober. Wer unbedingt Schiff fahren will, muss also in der ersten Herbstferienwoche kommen; für bayerische Familien wird das eng, ihre Ferien liegen 2026 erst vom 2. bis 6. November.

Weihnachtsferien
Hier lauert die häufigste Fehlplanung. Der Weihnachtsmarkt rund um den Dom läuft 2026 vom 26. November bis zum 23. Dezember, die rheinland-pfälzischen Weihnachtsferien beginnen aber erst am 23. Dezember. Wer den Markt sehen will, muss ihn also vor den Ferien mitnehmen, am besten an einem Adventswochenende.
Und der große Sonderfall: Fastnacht. Mainz ist eine der drei Hochburgen, der Rosenmontagszug startet 2027 am 8. Februar um 11.11 Uhr. Jetzt kommt das Ferienkuriosum: Rheinland-Pfalz hat gar keine Winterferien, dafür bis zu sechs bewegliche Ferientage, und in Mainz legen praktisch alle Schulen zwei davon auf Rosenmontag und Fastnachtsdienstag. Bayern dagegen hat 2027 genau diese Woche frei — Frühjahrsferien vom 8. bis 12. Februar, der erste Ferientag ist der Rosenmontag selbst. Bayerische Familien können den Mainzer Rosenmontag also ohne einen einzigen Fehltag erleben; sie müssen nur sehr früh buchen, die Stadt ist an diesen Tagen ausgebucht. Und plan kein Museumsprogramm ein: Landesmuseum und Naturhistorisches Museum haben über die Fastnachtstage geschlossen.
Mainz bei Regen
Für eine Stadt dieser Größe ist die Regen-Auswahl gut, man muss nur den Montag im Blick behalten. Weitere Ideen stehen bei unseren Ideen für Regentage.
Der beste Regentag der Stadt ist die Reichklarastraße 1. Dort stecken zwei Museen in einem Haus, und ein Ticket gilt für beide. Damit ist ein kompletter Schlechtwettertag gefüllt, ohne dass jemand quengelt — die Details stehen oben.
Günstig und trocken
das Landesmuseum an der Großen Bleiche. Dienstags ist bis 20 Uhr offen, das rettet manchen verregneten Nachmittag.
Wenn niemand mehr ein Museum sehen will
Das 3D-Schwarzlichtminigolf in der Holzstraße hat 18 Bahnen, ist ganzjährig geöffnet und dauert etwa anderthalb Stunden. Kinder von sechs bis 14 zahlen 7,50 Euro, Erwachsene 9,50, unter sechs nichts. Reservier vorher, an Regentagen wollen alle dasselbe.
Und wenn der Schauer nur kurz ist
Der Dom, St. Stephan und das Zitadellengelände funktionieren auch bei Nieselregen. Für alles andere gilt der Hinweis oben zu den zwei geschlossenen Häusern.
🎒 Ausflugsziele in und um Mainz
Was sich von Mainz aus an einem Tag machen lässt.
Wie du hinkommst
Mit der Bahn
Mainz ist eine der bestangebundenen Städte Deutschlands. Der Hauptbahnhof liegt an mehreren ICE- und IC-Linien, Köln ist in gut anderthalb Stunden erreicht, und vom Frankfurter Flughafen fährt die S-Bahn-Linie 8 direkt in die Stadt; Fernzüge brauchen dafür rund 20 Minuten.
Mit dem Auto
Die gemeinsame Umweltzone von Mainz und Wiesbaden wurde zum 1. Oktober 2025 aufgehoben, eine grüne Plakette brauchst du im Mainzer Stadtgebiet also nicht mehr. Geparkt wird trotzdem am besten in einem Parkhaus am Altstadtrand oder gleich auf einem Park-and-ride-Platz.
Vor Ort ohne Auto
Vom Hauptbahnhof sind es zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß in die Altstadt, für alles andere reicht die Straßenbahn. Und wenn du an einem ersten Samstag im Monat da bist, ist die Fahrt kostenlos.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für Mainz mit Kindern?
Für eine Stadt lässt sich das nicht an der Temperatur festmachen: Drinnen ist es im Januar so warm wie im Juli. Entscheidend ist der Kalender. Am günstigsten reist du am ersten Wochenende eines Monats an, weil dann samstags der Nahverkehr nichts kostet und sonntags das Landesmuseum einen Euro pro Person. In den rheinland-pfälzischen Sommerferien kommen zusätzlich alle unter 18 kostenlos in die landeseigenen Museen.
Reicht ein Wochenende für Mainz?
Ja, Mainz ist kompakt genug dafür. Zwei volle Tage tragen zwei der drei großen Bausteine: die Stadt zu Fuß, das Doppelmuseum in der Reichklarastraße oder Römisches Theater und Zitadelle. Welche zwei zu dir passen, steht oben in den Zwei-Tage-Plänen.
Kommst du vor Ort ohne Auto zurecht?
Ja. Die Altstadt gehst du zu Fuß, für alles andere reicht eine Gruppentageskarte für 9,60 Euro, die bis zu fünf Personen einen Tag lang durch das Stadtgebiet bringt. Für 14,80 Euro fährst du zusätzlich nach Wiesbaden.
Wie kommt man hin?
Mainz erreichst du mit der Bahn oder dem Auto. Die Details stehen oben unter „Wie du hinkommst“.
Wenn dir Mainz gefällt
- Wiesbaden mit Kindern — die andere Rheinseite, mit derselben Fahrkarte erreichbar
- Frankfurt am Main mit Kindern — eine gute halbe Stunde mit der S-Bahn
- Rheinland-Pfalz mit Kindern — Mittelrheintal, Eifel und Pfalz im Überblick
- Darmstadt mit Kindern — Wissenschaftsstadt südlich von Frankfurt
- Günstige Ferien mit Kindern — wie Städtereisen bezahlbar bleiben
- Reiseziel-Finder — alle Ziele, gerechnet auf deine echten Ferientermine
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Quellen und Stand
- Klimawerte: ERA5-Archiv 2005–2024, gegengeprüft gegen CMIP6 und NASA POWER. Eigene Berechnung.
- Ferientermine: dieselbe Datenbank wie die Bundeslandseiten.
- Rheinland-Pfalz Tourismus (offizielles Landesportal)
- Mainz Tourismus: offizielles Portal der Stadt
- Mainzer Mobilität: 0-Euro-Samstag
- Mainzer Mobilität: Fahrkarten und Preise
- Gutenberg-Museum: Preise, Öffnungszeiten und Interimsstandort
- Landesmuseum Mainz: Eintrittspreise und Familiensonntag
- LEIZA: Museum für Antike Schifffahrt — Stand der Modernisierung
- Stadt Mainz: Mainzer Sand
- Stadt Mainz: Mainzer Ferienkarte
- Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz: Ferientermine
Stand dieser Seite. Preise und Öffnungszeiten zuletzt geprüft am 5. August 2026. Ferien- und Klimawerte werden automatisch berechnet, Reiseangaben sind anhand offizieller Quellen kontrolliert. Klimawerte sind Mittel der Jahre 2005 bis 2024 — ohne gewähltes Bundesland Monatsmittel, mit Bundesland auf deine echten Ferientermine umgerechnet. Als Regentag zählt ein Tag mit messbarem Niederschlag, nicht ein Tag Dauerregen; alles sind Klimamittel, keine Wettervorhersage. Reiseangaben sind anhand offizieller Quellen geprüft, aber nicht vollständig vor Ort verifiziert — Öffnungszeiten, Preise und Altersgrenzen deshalb bitte vor dem Ausflug beim Betreiber nachsehen.





