Mainz mit Kindern: beste Ferien, Basis und Reiseplan


Mainz geht das ganze Jahr — das Wetter entscheidet hier weniger als die Frage, wie voll es ist. Im Hochsommer rund 25,1 °C und am meisten Andrang, im Winter etwa 5,8 °C, dafür kürzere Schlangen und günstigere Unterkünfte. Anreise: mit dem Auto oder mit der Bahn. Preisniveau: mittel. Geeignet für Kinder von 3 bis 18 Jahren. Vor Ort brauchst du das Auto kaum — die Wege sind kurz.
Gutenberg-, Naturhistorisches und Landesmuseum, Rhein und Zitadelle tragen mehrere Wissens- und Aktivtage.
Wie warm ist es in deinen Ferien?
Für eine Städtereise ist das Wetter selten das entscheidende Kriterium — drinnen ist es im Januar so warm wie im Juli. Nützlich sind die Werte trotzdem: Sie sagen dir, was du einpacken musst und wie viel Zeit du draußen verbringen kannst. Wähl unten dein Bundesland, dann rechnen wir Temperatur und Regentage auf deine tatsächlichen Ferientermine um. Im Reiseziel-Finder kannst du Mainz anschließend mit anderen Zielen vergleichen.
Dieselben Werte für dein Bundesland
Wer hat in diesen Ferien noch frei?
Große Ziele sind voller, je mehr Bundesländer gleichzeitig Ferien haben. Wähl aus, wann du fahren willst — darunter steht, mit wem du unterwegs bist.
Wähl oben dein Bundesland, dann rechnen wir es aus.
Was nicht in jedem Reiseführer steht

Die meisten Städtereisen beginnen mit der Frage „Lohnt sich die Touristenkarte?“. In Mainz lautet die bessere Frage: An welchem Wochenende fahren wir? Denn die Stadt verschenkt zwei Dinge — aber nur an festen Tagen im Monat.
Der 0-Euro-Samstag. An jedem ersten Samstag im Monat kostet der Nahverkehr in Mainz nichts. Kein Ticket, kein Automat, kein Anmelden: Busse, Straßenbahnen und sogar die Nahverkehrszüge innerhalb des Geltungsbereichs sind frei, von Mitternacht bis Sonntagmorgen um 5 Uhr. Das Aktionsgebiet umfasst das gesamte Mainzer Stadtgebiet mit allen Stadtteilen sowie Wackernheim und Zornheim — Budenheim ist seit Juli 2026 nicht mehr dabei. Die Aktion war ursprünglich befristet und wurde wegen des Zuspruchs bis auf Weiteres verlängert.
Der Familiensonntag. Am ersten Sonntag im Monat zahlen Besucher, die mit Kindern ins Landesmuseum kommen, ab 14 Uhr einen Euro pro Person. Dazu gibt es eine kurze Führung für Kinder und ein Kreativprogramm ab vier Jahren, ohne Anmeldung. Eine vierköpfige Familie kommt damit für vier Euro in ein Landesmuseum.
Rechne zusammen, was das heißt: Wer das erste Wochenende eines Monats erwischt, fährt am Samstag gratis durch die Stadt und geht am Sonntag für kleines Geld ins Museum. Die mainzcardplus kostet dagegen 29 Euro als Einzelkarte und 79 Euro für bis zu fünf Personen (Stand 2026). Sie ist kein schlechtes Angebot — aber rechne sie ehrlich durch, bevor du sie kaufst: Dom, Chagall-Fenster, Zitadelle, Römisches Theater und der Mainzer Sand kosten sowieso nie etwas, und mit dem richtigen Datum fällt auch der Rest fast weg. Die aktuellen Aktionstage stehen bei der Mainzer Mobilität.
💶 Spartipp: Ein Tagesticket, zwei Landeshauptstädte
Mainz und Wiesbaden liegen sich am Rhein direkt gegenüber, gehören zu zwei verschiedenen Bundesländern — und teilen sich trotzdem einen Nahverkehrstarif. Das gemeinsame Tarifgebiet 6500 umfasst beide Landeshauptstädte samt Umland; ein Tagesticket der großen Preisstufe bringt dich also über den Fluss und wieder zurück, ohne nachzulösen. So etwas gibt es sonst nirgends in Deutschland.
Die Preise sind familienfreundlich: Die Tageskarte fürs Mainzer Stadtgebiet kostet Erwachsene 5,65 Euro, Kinder von sechs bis 14 zahlen 3,30 Euro; für das ganze Tarifgebiet mit Wiesbaden sind es 7,80 beziehungsweise 4,30 Euro (Stand 2026). Wirklich günstig wird es mit der Gruppentageskarte für bis zu fünf Personen — 9,60 Euro im Stadtgebiet, 14,80 Euro mit Wiesbaden. Kinder unter sechs fahren immer kostenlos mit, und alle Tageskarten gelten bis 5 Uhr am nächsten Morgen.
Ein Detail, an dem sich Ortsfremde regelmäßig verrechnen: Mainz-Kastel, Mainz-Kostheim und Mainz-Amöneburg heißen zwar Mainz, gehören aber zu Wiesbaden und damit zu Hessen. Für den kostenlosen 0-Euro-Samstag sind sie deshalb ausdrücklich außen vor. Wer dort wohnt oder hinwill, braucht ein Ticket — auch wenn auf dem Ortsschild „Mainz“ steht.
Und wenn du aus der Region kommst: Für Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren aus Mainz gibt es die Mainzer Ferienkarte für 28 Euro (ermäßigt 14 Euro mit MainzPass, Bürgergeld, Wohngeld oder Kinderzuschlag). Sie gilt die kompletten Sommerferien lang und enthält freie Fahrt in Mainz und Wiesbaden, freien Eintritt in die Mainzer Freibäder und Museen — darunter Gutenberg-Museum, Naturhistorisches Museum, Landesmuseum, Fastnachtsmuseum und Stadthistorisches Museum — sowie rund 400 buchbare Ferienveranstaltungen. Ein Freibadtag plus ein Museumsbesuch plus zwei Tageskarten, und die Karte hat sich getragen; danach laufen noch sechs Wochen. Der Vorverkauf startet Mitte Juni, verkauft wird unter anderem im mainz STORE am Markt. Alle Angebote stehen im Ferienkarten-Portal der Stadt.
⭐ Top-Ausflug: Das Gutenberg-Museum ist umgezogen — und dabei zum besten Deal der Stadt geworden
Wer mit einem älteren Reiseführer nach Mainz fährt, steht am Liebfrauenplatz vor einer Baustelle. Das Gutenberg-Museum hat seinen alten Standort im Oktober 2024 geschlossen und zeigt seine Bestände seit dem 23. November 2024 als Interimsausstellung „Gutenberg-Museum MOVED“ im Naturhistorischen Museum in der Reichklarastraße 1. Einen offiziellen Eröffnungstermin für den Neubau nennt die Stadt bisher nicht — rechne damit, dass das Interim noch Jahre bleibt.
Und jetzt der Teil, den kaum jemand mitbekommen hat: Ein Ticket gilt für beide Häuser. Für zehn Euro (Kinder und Jugendliche vier Euro, Familienkarte 16 Euro) bekommst du Gutenberg und das Naturhistorische Museum. Das ist in dieser Kombination ziemlich unschlagbar: oben die begehbare Schatzkammer mit gleich zwei Exemplaren der 42-zeiligen Gutenberg-Bibel, unten Fossilien, Tiere und Erdgeschichte — also genau das Haus, in das Kinder freiwillig gehen, wenn sie von Buchdruck erst mal genug haben.
Zwei Termine, die du dir merken solltest: Die Druckvorführungen dauern eine Viertelstunde, laufen stündlich von 10 bis 17 Uhr und sind im Eintritt enthalten — eine echte Presse in Bewegung beeindruckt Kinder deutlich mehr als jede Vitrine. Und am zweiten und vierten Samstag im Monat läuft von 14 bis 16 Uhr der Familiensamstag im Druckladen: Kinder ab sechs setzen selbst Buchstaben und drucken ihr eigenes Blatt, die Druckkosten liegen bei drei Euro pro Kind zusätzlich zum Eintritt. Dafür muss man sich vorher anmelden, die Plätze sind begrenzt. Alle Zeiten stehen beim Gutenberg-Museum.
🤫 Geheimtipp: Das größte Römertheater nördlich der Alpen liegt direkt am Bahnsteig
Es gibt in Deutschland wenige Orte, an denen man aus einer Regionalbahn steigt und direkt in eine römische Ruine schaut. Der Bahnhof Mainz Römisches Theater ist so einer: Hinter einer Glaswand am Bahnsteig liegen die Reste des größten bekannten römischen Bühnentheaters nördlich der Alpen — 116 Meter Durchmesser, 42 Meter Bühnenbreite, Platz für rund 10.000 Menschen. Das ist größer als die berühmten Theater von Orange und Arles in Südfrankreich. Ausgegraben wurde es erst Ende der 1990er Jahre, seit 2006 trägt der Bahnhof den Namen. Der Besuch kostet nichts, und im Grunde fährt man in Mainz sowieso ständig daran vorbei.
Direkt darüber liegt die Zitadelle, und auch die ist frei: Das Gelände ist ganzjährig zugänglich, die beiden Tore werden nicht mehr geschlossen. Du kannst also einfach hinaufgehen, über die Bastionen laufen, in den alten Graben schauen und über die Dächer der Stadt bis zum Rhein blicken. Zwischen den alten Bäumen steht der Drususstein, ein rund zweitausend Jahre altes römisches Ehrenmal, das die Mainzer schlicht „Eichelstein“ nennen.
Wenn du mehr willst, gibt es zwei günstige Aufsätze: Im Bau D neben dem Drususstein sitzt das Stadthistorische Museum (freitags nachmittags, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr; vier Euro für Erwachsene, zwei ab sechs Jahren, Familienkarte neun Euro). Und die Initiative Zitadelle Mainz führt anderthalb Stunden lang ober- und unterirdisch durch die Anlage — Erwachsene zehn Euro, Kinder bis 14 fünf. Die dunklen Gänge unter der Bastion sind der Teil, von dem Kinder zu Hause erzählen. Für kleinere Kinder ist der Abstieg allerdings nichts, und eine Taschenlampe schadet nie.

Frag deine Kinder in Mainz einmal, ob sie das Ampelmännchen genauer angeschaut haben. An mehreren Fußgängerampeln in der Stadt steht nämlich kein normales Männchen, sondern ein Mainzelmännchen — die Zeichentrickfiguren, die das ZDF seit 1963 zwischen die Werbeblöcke stellt und das ZDF sitzt nun mal in Mainz.
Die erste dieser Ampeln wurde am 23. November 2016 eingeschaltet, an der belebtesten Fußgängerquerung der Innenstadt an der Großen Bleiche am Neubrunnenplatz. Sie zeigt Det, den Schlauen mit der Brille, einmal stehend in Rot und einmal gehend in Grün. Anlass war der 50. Geburtstag der Männchen. Inzwischen gibt es weitere, unter anderem an der Rheinstraße am Fischtorplatz, vor dem Rathaus und oben auf dem Lerchenberg beim ZDF. Daraus lässt sich ein wunderbares Suchspiel für einen Stadtbummel machen: Wer findet die meisten? Und wer kennt alle sechs Namen — Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen?
Noch eine Mainzer Merkwürdigkeit für den Sommer: Beim Stadtfest Johannisnacht wird am Festsamstag um 16 Uhr auf der Bühne am Liebfrauenplatz öffentlich gegautscht. Das ist ein uralter Brauch der Buchdrucker: Wer die Lehre beendet hat, wird in einen riesigen Bottich Wasser getunkt, damit Druckerschwärze und Lehrjahre abgewaschen werden — und bekommt hinterher eine Urkunde, den Gautschbrief. Mainz veranstaltet das größte öffentliche Gautschen der Welt. Für Kinder ist es genau das, was sie sich unter einem Stadtfest vorstellen: Erwachsene, die freiwillig ins Wasser geworfen werden.
🤫 Geheimtipp: Zwischen zwei Stadtteilen liegt eine echte Steppe
Der ungewöhnlichste Ort in Mainz ist kein Bauwerk, sondern eine Landschaft, die es hier eigentlich gar nicht geben dürfte. Zwischen den Stadtteilen Mombach und Gonsenheim liegt auf rund 127 Hektar der Mainzer Sand: echte Binnendünen mit Sandrasen, auf denen Pflanzen wachsen, die sonst nur im Mittelmeerraum und in den Steppen Südosteuropas und Asiens vorkommen.
Der Sand ist am Ende der letzten Eiszeit hierhergeweht worden, vor etwa 12.000 Jahren, aus den trockengefallenen Schottern des Rheins. Was heute darauf wächst, ist ein Rest der eiszeitlichen Steppe — deshalb steht das Gebiet schon seit 1939 unter Naturschutz, wurde 1997 erweitert und gehört als FFH- und Vogelschutzgebiet zum europäischen Netz Natura 2000. Viele der Arten hier stehen auf der Roten Liste.
Für Familien ist das ein perfekter Nachmittag: Der Besuch kostet nichts, es gibt einen Informationspfad mit Tafeln, und der Kontrast ist für Kinder unmittelbar begreifbar — hinter einem ganz normalen Wohngebiet fängt Sand an. Zwei Regeln gehören dazu, und die erklärt man am besten vorher: Auf den Wegen bleiben (die Sandrasen sind empfindlicher, als sie aussehen) und nichts pflücken. Wer das beachtet, spaziert durch eines der seltensten Biotope Deutschlands — mitten in einer Landeshauptstadt.
Welche Ferien passen zu welcher Reiseform?
Mainz ist eine Terminstadt. Ob deine Reise voll, leer, teuer oder komplett anders wird, entscheidet weniger das Wetter als der Kalender.

Sommerferien (Rheinland-Pfalz 2026: 29. Juni bis 7. August, 2027: 28. Juni bis 6. August)
Rheinland-Pfalz startet gemeinsam mit Hessen und dem Saarland als eines der ersten Länder — und das merkt man in der Stadt sofort: Im Juli ist Mainz angenehm entspannt, weil die Einheimischen selbst weg sind. Nordrhein-Westfalen kommt erst am 20. Juli dazu, Baden-Württemberg am 30. Juli, Bayern am 3. August. Wichtig für die Kasse: In den rheinland-pfälzischen Sommerferien läuft die Aktion des Landes, in der alle unter 18 kostenlos in die landeseigenen Häuser kommen — auch ins Landesmuseum Mainz. Wer erst Mitte August anreist, zahlt wieder voll. Wie die Aktion genau funktioniert, steht ausführlich auf unserer Seite zu Rheinland-Pfalz.

Ende August und Anfang September
Der Mainzer Weinmarkt im Stadtpark läuft über zwei Wochenenden (2026: 27. bis 30. August und 3. bis 6. September). Sehr schön unter alten Bäumen, aber es ist ein Weinfest — mit kleinen Kindern eher nachmittags als abends, und die Zimmerpreise ziehen an.
Herbstferien (2026: RP 5. bis 16. Oktober, HE 5. bis 17., NI 12. bis 24., NRW 17. bis 31., BE 19. bis 31., BW 26. bis 30. Oktober, BY 2. bis 6. November): Für Mainz die unterschätzteste Reisezeit — alle Museen offen, kein Andrang, Federweißer in Rheinhessen. Ein Zeitfenster solltest du aber kennen: Die Ausflugsschifffahrt ab Mainz rheinabwärts endet in der Hauptsaison Anfang Oktober. Wer unbedingt Schiff fahren will, muss also in der ersten Herbstferienwoche kommen — für Bayern wird das eng.

Weihnachtsferien
Hier lauert die häufigste Fehlplanung. Der Weihnachtsmarkt rund um den Dom läuft 2026 vom 26. November bis zum 23. Dezember — die rheinland-pfälzischen Weihnachtsferien beginnen aber erst am 23. Dezember. Wer den Markt sehen will, muss ihn also vor den Ferien mitnehmen, am besten an einem Adventswochenende.
Und der große Sonderfall: Fastnacht. Mainz ist eine der drei Hochburgen, der Rosenmontagszug startet 2027 am 8. Februar um 11.11 Uhr. Jetzt kommt das Ferienkuriosum: Rheinland-Pfalz hat gar keine Winterferien — dafür bis zu sechs bewegliche Ferientage, und in Mainz legen praktisch alle Schulen zwei davon auf Rosenmontag und Fastnachtsdienstag. Bayern dagegen hat 2027 genau diese Woche frei (Frühjahrsferien vom 8. bis 12. Februar, der erste Ferientag ist der Rosenmontag selbst). Bayerische Familien können den Mainzer Rosenmontag also ohne einen einzigen Fehltag erleben — sie müssen nur sehr früh buchen, die Stadt ist an diesen Tagen ausgebucht. Und plan kein Museumsprogramm ein: Landesmuseum und Naturhistorisches Museum haben über die Fastnachtstage geschlossen.
Was zu welchem Alter passt
0–6 Jahre
Die Mainzer Altstadt ist klein genug für kurze Beine, und der beste Programmpunkt ist gratis: Mainzelmännchen-Ampeln suchen. Dazu das Rheinufer mit Schiffen zum Gucken und der Stadtpark zum Toben. Im Naturhistorischen Museum funktionieren Tiere und Fossilien auch mit Dreijährigen, und im Landesmuseum gibt es mit der „Kelti-Tour“ eine selbstgeführte Kinderrunde ab drei Jahren. Auf der Zitadelle kannst du über das freie Gelände laufen — die unterirdische Führung ist in diesem Alter nichts.
7–9 Jahre
Jetzt zündet Gutenberg. Erst die stündliche Druckvorführung (im Eintritt enthalten), dann am zweiten oder vierten Samstag selbst Buchstaben setzen und drucken im Druckladen, drei Euro pro Kind. Dazu das Römische Theater am Bahnsteig und die Zitadelle darüber. Wer die Kinder wirklich begeistern will, bucht die Führung durch die unterirdischen Gänge.
10–12 Jahre
Das Alter für Mainz als Römerstadt: Theater, Drususstein, Stadthistorisches Museum auf der Zitadelle, Landesmuseum. Und der Mainzer Sand wird in diesem Alter richtig spannend — eine Eiszeitdüne mit Steppenpflanzen mitten in einer Großstadt ist der Biologieunterricht, den es in der Schule nicht gibt. Zum Ausgleich: 3D-Schwarzlichtminigolf in der Altstadt.
13–18 Jahre
Zwei Orte tragen hier wirklich. Der eine ist St. Stephan mit den neun blauen Chagall-Fenstern — Marc Chagall hat sie zwischen 1976 und 1985 geschaffen, es sind seine einzigen Kirchenfenster in Deutschland, gedacht als Zeichen der Versöhnung zwischen Judentum und Christentum. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten, geöffnet ist täglich ab 10 Uhr (sonntags ab 12) bis 16.30 Uhr. Das Licht in diesem Raum diskutiert sich von selbst. Der andere ist der Rhein: Fahrradtour am Ufer, Schiff oder Bahn rheinabwärts, abends die Promenade. Und wer im Februar da ist, erlebt mit Fastnacht ein Stadtfest, das Jugendliche ernst nehmen.
Mainz in drei Tagen — ein Bezahlziel pro Tag
Mainz ist kompakt. Wer alles in einen Tag quetscht, verpasst genau das, was die Stadt ausmacht. Ein Ziel pro Tag, das Geld kostet, reicht völlig — und wenn du das erste Wochenende eines Monats erwischst, kostet der Samstag sogar keinen Fahrschein.
Tag 1 — die Stadt zu Fuß
Dom St. Martin (kostenfrei, werktags in der Regel von 9 bis 17 Uhr, sonntags erst ab 13 Uhr), Altstadt, Marktplatz, Mainzelmännchen-Ampeln suchen, dann hinunter ans Rheinufer. Nachmittags St. Stephan mit den blauen Chagall-Fenstern (frei, um eine Spende wird gebeten, letzter Einlass gegen halb fünf). Kosten bis hierhin: praktisch null. Wer ein Bezahlziel möchte, hängt am Spätnachmittag eine Runde 3D-Schwarzlichtminigolf an.
Tag 2 — Gutenberg und Natur unter einem Dach
In die Reichklarastraße, ein Ticket lösen und beides mitnehmen: erst die Schatzkammer mit den Gutenberg-Bibeln und eine der stündlichen Druckvorführungen, dann hinüber ins Naturhistorische Museum, wenn die Aufmerksamkeit kippt. Wenn es ein zweiter oder vierter Samstag ist, gehst du um 14 Uhr in den Druckladen und druckst selbst. Das ist der volle Tag der Reise — plan nichts daneben.
Tag 3 — Römer und Aussicht
Mit der Bahn eine Station bis „Mainz Römisches Theater“, das Theater durch die Glaswand am Bahnsteig anschauen, dann hinauf zur Zitadelle: Bastionen, Graben, Drususstein und der beste Blick über die Stadt — alles frei. Freitagnachmittags oder am Wochenende ist das Stadthistorische Museum offen (vier Euro), sonst nimmst du die Führung durch die unterirdischen Gänge als Bezahlziel.
Joker für Tag 4 oder ein Wochenende
Bei gutem Wetter der Mainzer Sand zwischen Mombach und Gonsenheim, mit dem Bus erreichbar und kostenlos. Oder du nutzt aus, dass dein Tagesticket über den Rhein gilt, und fährst nach Wiesbaden — zwei Landeshauptstädte an einem Ticket schafft sonst niemand. Wer lieber ans Welterbe will, nimmt die Regionalbahn rheinabwärts nach Bingen: Von dort beginnt das Obere Mittelrheintal mit Burgen, Fähren und Schiffen — was dort lohnt, steht auf unserer Seite zu Rheinland-Pfalz.
Mainz bei Regen
Mainz ist eine gute Regenstadt, aber sie hat einen Wochentag, der dir den Plan zerlegt: Montag. Das Landesmuseum, das Dom- und Diözesanmuseum und das Stadthistorische Museum auf der Zitadelle haben dann zu. Leg deinen Regentag also möglichst nicht auf Montag — und wenn es doch einer wird, weißt du wenigstens, wo du hinmusst.
Der beste Regentag der Stadt ist die Reichklarastraße 1. Dort stecken zwei Museen in einem Haus: das Gutenberg-Museum in seiner Interimsausstellung und das Naturhistorische Museum — und ein Ticket gilt für beide (Erwachsene zehn Euro, Kinder vier, Familienkarte 16). Es hat täglich ab 9 Uhr offen, donnerstags sogar bis 20 Uhr, sonntags ab 11. Druck- und Filmvorführungen laufen stündlich und sind im Eintritt drin. Damit ist ein kompletter Schlechtwettertag gefüllt, ohne dass jemand quengelt.
Günstig und trocken
das Landesmuseum an der Großen Bleiche — sechs Euro für Erwachsene, drei für Kinder von 6 bis 17, Familienkarte zwölf Euro, unter 6 frei. Dienstags ist bis 20 Uhr offen, das rettet manchen verregneten Nachmittag. Und am ersten Sonntag im Monat kostet es ab 14 Uhr nur einen Euro pro Person.
Wenn niemand mehr ein Museum sehen will
Das 3D-Schwarzlichtminigolf in der Holzstraße hat 18 Bahnen, ist ganzjährig geöffnet und dauert etwa anderthalb Stunden — Kinder von sechs bis 14 zahlen 7,50 Euro, Erwachsene 9,50, unter sechs nichts. Reservier vorher, an Regentagen wollen alle dasselbe.
Zwei Hinweise, die dir Enttäuschungen ersparen
Das Museum für Antike Schifffahrt mit den echten römischen Schiffswracks aus dem Rhein — sonst der beste kostenlose Regentipp der Stadt — ist wegen Modernisierung geschlossen; die Wiedereröffnung ist für den Spätherbst 2026 angekündigt, schau vor der Reise kurz nach. Und das Taubertsberg Bad wird seit einiger Zeit umgebaut und öffnet in Stufen — auch dort lohnt ein Blick auf die Badseite, bevor du mit Schwimmsachen losfährst.
Wie du hinkommst
Mainz ist eine der bestangebundenen Städte Deutschlands: Der Hauptbahnhof liegt an mehreren ICE- und IC-Linien, Köln ist in gut anderthalb Stunden erreicht, und vom Frankfurter Flughafen fährt die S-Bahn-Linie 8 direkt in die Stadt — Fernzüge brauchen dafür rund 20 Minuten. Vom Hauptbahnhof sind es etwa zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß in die Altstadt, und für alles andere reicht die Straßenbahn. Wer mit dem Auto kommt, hat es seit Kurzem einfacher: Die gemeinsame Umweltzone von Mainz und Wiesbaden wurde zum 1. Oktober 2025 aufgehoben, eine grüne Plakette brauchst du im Mainzer Stadtgebiet also nicht mehr. Geparkt wird trotzdem am besten in einem Parkhaus am Altstadtrand oder gleich auf einem Park-and-ride-Platz — und wenn du an einem ersten Samstag im Monat da bist, ist die Fahrt in die Stadt von dort aus kostenlos.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für Mainz mit Kindern?
Für eine Stadt lässt sich das nicht an der Temperatur festmachen — sie funktioniert in allen Ferien. Entscheidend ist eher, ob du Andrang und Hochpreiszeit meiden willst oder ob dich das nichts ausmacht. Mainz geht das ganze Jahr — das Wetter entscheidet hier weniger als die Frage, wie voll es ist. Im Hochsommer rund 25,1 °C und am meisten Andrang, im Winter etwa 5,8 °C, dafür kürzere Schlangen und günstigere Unterkünfte. Anreise: mit dem Auto oder mit der Bahn. Preisniveau: mittel.
Kommt man vor Ort ohne Auto zurecht?
Ja. Die Wege sind kurz genug, dass das Auto die meiste Zeit stehen bleiben kann — mit Bahn, Bus oder Rad kommst du überall hin.
Wie kommt man hin?
Mainz erreichst du mit dem Auto oder der Bahn. Die Details stehen oben unter „Wie du hinkommst“.
Quellen und Stand
- Klimawerte: ERA5-Archiv 2005–2024, gegengeprüft gegen CMIP6 und NASA POWER. Eigene Berechnung.
- Ferientermine: dieselbe Datenbank wie die Bundeslandseiten.
- Rheinland-Pfalz Tourismus (offizielles Landesportal)
- Mainz Tourismus: offizielles Portal der Stadt
- Mainzer Mobilität: 0-Euro-Samstag
- Mainzer Mobilität: Fahrkarten und Preise
- Gutenberg-Museum: Besucherservice und Interimsstandort
- Landesmuseum Mainz: Eintrittspreise und Familiensonntag
- Stadt Mainz: Mainzer Sand
- Stadt Mainz: Mainzer Ferienkarte
- Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz: Ferientermine
Stand dieser Seite. Zuletzt geprüft am 2. August 2026. Ferien- und Klimawerte werden automatisch berechnet, Reiseangaben sind anhand offizieller Quellen kontrolliert. Klimawerte sind Mittel der Jahre 2005 bis 2024 — ohne gewähltes Bundesland Monatsmittel, mit Bundesland auf deine echten Ferientermine umgerechnet. Als Regentag zählt ein Tag mit messbarem Niederschlag, nicht ein Tag Dauerregen; alles sind Klimamittel, keine Wettervorhersage. Einzelne ausdrücklich gekennzeichnete Praxistipps („Aus eigener Erfahrung“) beruhen auf eigener Erfahrung; alle übrigen Reiseangaben sind automatisch aufbereitet und anhand offizieller Quellen geprüft, aber nicht vollständig vor Ort verifiziert — Öffnungszeiten, Preise und Altersgrenzen deshalb bitte vor dem Ausflug beim Betreiber nachsehen.
Wenn dir Mainz gefällt
- Reiseziel-Finder — alle Ziele, gerechnet auf deine echten Ferientermine
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