
Die Planung der nächsten Sommerferien stellt Eltern oft vor eine große Herausforderung, da das Reiseziel sowohl Abenteuer für die Kinder als auch Entspannung für die Großen bieten soll. Island hat sich in den letzten Jahren als ein erstklassiges Ziel für Familien etabliert, die abseits der klassischen Pauschalreise ein unvergessliches Naturerlebnis suchen.
Warum Island das ideale Ziel für die Sommerferien ist
Island ist ein Land, das die kindliche Fantasie beflügelt wie kaum ein zweiter Ort auf der Welt. Wenn in Deutschland die Sommerferien beginnen, bietet die Insel aus Feuer und Eis nicht nur angenehme Temperaturen, sondern vor allem das faszinierende Phänomen der Mitternachtssonne.
Die langen Tage bedeuten, dass man sich nicht hetzen muss, um rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit den nächsten Stopp zu erreichen. Kinder lieben die endlose Helligkeit, und für Eltern nimmt dies den Druck aus dem täglichen Reiseplan. Zudem ist die isländische Natur ein riesiger Abenteuerspielplatz. Vulkane, Wasserfälle und dampfende Geysire lassen selbst langweilige Geografie-Stunden in der Schule plötzlich lebendig werden. Island ist ein sicheres Reiseziel mit einer exzellenten Infrastruktur für Reisende, was es zu einer stressfreien Wahl für Familien macht, die ein echtes Abenteuer suchen.
Die beste Reisezeit für Familien
Die Sommermonate von Juni bis August gelten als die optimale Zeit für einen Roadtrip durch das Land. In diesem Zeitraum sind die Pässe in den Hochlandregionen geöffnet und die Straßenverhältnisse sind auch für ungeübte Fahrer am besten befahrbar.
Das Wetter ist in den Sommermonaten zwar wechselhaft, aber im Durchschnitt am mildesten. Eltern sollten sich jedoch immer auf das berühmte isländische Motto einstellen: „Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte fünf Minuten“. Mit der richtigen Kleidung im Zwiebelprinzip ist das kein Hindernis, sondern Teil des Erlebnisses. Die Hauptsaison bietet zudem den Vorteil, dass alle touristischen Angebote wie Bootstouren oder Reitausflüge vollumfänglich zur Verfügung stehen. Wer mit Kindern unterwegs ist, profitiert von dieser Planungssicherheit, da man sich nicht auf witterungsbedingte Sperrungen einstellen muss, die außerhalb dieser Monate häufiger vorkommen können.
Warum das Wohnmobil die beste Wahl ist
Ein Roadtrip mit Kindern kann logistisch komplex sein, doch ein mobiles Zuhause löst viele der üblichen Probleme. Die Flexibilität ist hierbei der entscheidende Faktor.
Anstatt jeden Tag Koffer in einem neuen Hotel auspacken und wieder einpacken zu müssen, bleibt das Hab und Gut sicher verstaut an seinem Platz. Wenn der Nachwuchs müde wird oder Hunger bekommt, ist die Küche und das Bett immer in direkter Nähe. Man ist nicht an feste Check-in-Zeiten gebunden und kann Pausen genau dann einlegen, wenn sie gebraucht werden. Zudem ist es eine wunderbare Art, Kindern ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit zu vermitteln. Das Leben im Wohnmobil reduziert die Komplexität der Reise auf das Wesentliche und ermöglicht ein intensives Erleben der Natur, bei dem man morgens den Kaffee mit Blick auf einen Gletscher genießen kann, statt in einem Frühstückssaal zu sitzen.
Vorbereitung: Wohnmobil mieten in Island
Die Wahl des richtigen Fahrzeugs ist die wichtigste Entscheidung für das Gelingen des Roadtrips. Es empfiehlt sich, frühzeitig zu buchen, um sicherzugehen, dass das passende Fahrzeug verfügbar ist.
Wir haben unser Wohnmobil mieten in Island bei Campervan Iceland organisiert, einem erfahrenen Anbieter, der uns von Anfang an überzeugt hat. Als lokaler isländischer Anbieter seit 2013 verfügt das Team von Campervan Iceland über ein tiefgreifendes Verständnis für die Bedürfnisse von Reisenden auf der Insel. Die Abholung am Flughafen Keflavík erfolgt reibungslos, sodass man direkt nach der Landung in das Fahrzeug steigen und die Reise beginnen kann. Die Flotte bietet sowohl 2WD-Modelle als auch robuste 4×4-Fahrzeuge mit Dachzelt an, je nachdem, ob man auf der Ringstraße bleiben oder auch entlegenere Gebiete erkunden möchte. Besonders angenehm ist die Tatsache, dass unbegrenzte Kilometer und eine Grundversicherung bereits inklusive sind, was für eine transparente Kostenplanung sorgt. Der Kundenservice ist zudem auf Englisch und Spanisch erreichbar, was eine kompetente Unterstützung zu jeder Zeit garantiert.
Eine 14-tägige Route für die Familie
Die Ringstraße, die einmal um die gesamte Insel führt, ist die klassische Route für Einsteiger. 14 Tage sind ideal, um nicht zu hetzen und genügend Puffer für Entdeckungstouren einzuplanen.
Der Startpunkt ist meistens Reykjavík oder der Flughafen Keflavík. Von dort aus empfiehlt sich die Fahrt entlang der Südküste. Hier finden sich einige der beeindruckendsten Wasserfälle wie der Seljalandsfoss, hinter den man sogar laufen kann – ein Highlight für jedes Kind. Weiter östlich wartet die Gletscherlagune Jökulsárlón, wo man mit kleinen Booten zwischen den riesigen Eisbergen hindurchfahren kann. Auf dem Weg in den Norden wird die Landschaft einsamer und archaischer. Die Region rund um den Mývatn-See ist geologisch hochspannend, mit dampfenden Solfatarenfeldern und bizarren Lavaformationen, die wie eine Mondlandschaft wirken. Die Rückreise entlang der Westfjorde oder durch den ruhigeren Westen bietet immer wieder neue Perspektiven auf das Land. Diese Strecke lässt sich wunderbar an die Interessen der Kinder anpassen, wobei kürzere Etappen an Tagen mit vielen Wanderungen sinnvoll sind.
Campingplätze und Logistik vor Ort
Island hat in den letzten Jahren massiv in seine Campinginfrastruktur investiert, was das Reisen mit dem Camper deutlich komfortabler gemacht hat.
Die meisten Plätze sind sehr gut ausgestattet, bieten saubere Sanitäranlagen, Gemeinschaftsküchen und oft Spielplätze für Kinder. Ein großer Vorteil ist, dass man auf den meisten Campingplätzen in Island nicht zwingend reservieren muss, was die spontane Planung erheblich erleichtert. Dennoch lohnt es sich, in der Hochsaison die größeren Plätze nahe der Hotspots im Blick zu behalten. Wer ein wenig Ruhe sucht, findet auf der ganzen Insel auch kleinere, familiäre Plätze, die oft direkt an einer malerischen Bucht oder am Fuß eines Berges liegen. Wichtig ist es, die offiziellen Campingplätze zu nutzen, da das wilde Campen in Island streng reglementiert ist und zum Schutz der empfindlichen Natur auch nicht empfohlen wird. Mit ein wenig Vorbereitung findet man jeden Abend einen perfekten Platz, um den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen.
Budgetplanung für den Familienurlaub
Island ist kein günstiges Reiseland, aber mit der richtigen Strategie lässt sich das Budget gut kontrollieren.
Da man im Wohnmobil selbst kochen kann, spart man sich die hohen Kosten für Restaurantbesuche, die in Island deutlich über deutschem Niveau liegen. Der Einkauf in lokalen Supermärkten wie Bonus ist eine kluge Entscheidung, um die Verpflegungskosten niedrig zu halten. Die Hauptausgaben fließen in die Fahrzeugmiete und den Treibstoff.
Da man im Wohnmobil zudem die Übernachtungskosten für Hotels oder Ferienhäuser spart, relativieren sich die Mietkosten deutlich. Es ist ratsam, einen Puffer für Ausflüge wie geführte Gletschertouren oder Walbeobachtungen einzuplanen, da dies die besonderen Erlebnisse sind, die den Urlaub unvergesslich machen. Wer seine Flüge früh bucht und die Reisezeit geschickt wählt, kann die Gesamtkosten des Urlaubs deutlich optimieren.
Praktische Tipps für Eltern
Kleine Vorbereitungen machen den Unterschied zwischen einem stressigen und einem entspannten Familienurlaub.
Erstens: Packen Sie für alle Wetterbedingungen. Regenjacken, wasserdichte Wanderschuhe und mehrere Schichten Kleidung sind Pflicht. Zweitens: Nutzen Sie die reise Inspirationen und Checklisten, die Ihnen helfen, nichts Wichtiges zu vergessen. Drittens: Ein gut sortiertes Erste-Hilfe-Set sollte immer an Bord sein, ebenso wie eine Auswahl an Spielen für die Abende im Camper. Die Isländer sind sehr kinderfreundlich, und man wird selten auf Probleme stoßen, die sich nicht vor Ort lösen lassen. Wichtig ist auch die Einstellung: Manchmal ist das Wetter zu schlecht für eine geplante Wanderung – dann ist es völlig in Ordnung, einfach einen gemütlichen Tag im Wohnmobil mit Lesen oder Kartenspielen zu verbringen. Die Kinder werden den gemeinsamen Tag ebenso genießen wie eine Wanderung zum nächsten Wasserfall.
Sicherheit und Naturverständnis
Der Respekt vor der isländischen Natur steht an oberster Stelle. Dies beginnt bei der Sicherheit im Straßenverkehr und endet beim verantwortungsbewussten Verhalten in der Umwelt.
Die isländischen Schotterstraßen erfordern eine aufmerksame Fahrweise, besonders wenn man ein größeres Fahrzeug steuert. Achten Sie auf die Windstärke, da Stürme auch im Sommer vorkommen können, die beim Öffnen der Türen zu Schäden führen können. Was den Naturschutz betrifft, so gilt: Verlassen Sie nie die markierten Wege, da das isländische Moos Jahrhunderte braucht, um sich zu erholen. Das ist eine Lektion, die man den Kindern auf einer solchen Reise wunderbar vermitteln kann. Wenn man sich an die einfachen Regeln hält, steht dem Genuss der unberührten Landschaften nichts im Wege. Island ist ein Land, das lehrt, die Natur nicht als bloße Kulisse, sondern als lebendiges und schützenswertes System wahrzunehmen.
Die kulinarische Reise: Island für kleine Feinschmecker
Wer mit Kindern reist, weiß, dass die Verpflegung ein zentraler Punkt für den täglichen Frieden ist. Island bietet hierbei interessante Möglichkeiten, die über die Standard-Verpflegung hinausgehen.
Auch wenn die Preise in isländischen Supermärkten für deutsche Touristen erst einmal ungewohnt sein mögen, ist das Angebot an frischen Zutaten hervorragend. Besonders Fisch und Lammfleisch sind von exzellenter Qualität und sollten unbedingt probiert werden. Für Kinder ist der isländische Skyr, ein cremiges Milchprodukt, oft der tägliche Favorit zum Frühstück. Es ist gesund, sättigend und in unzähligen Geschmacksrichtungen erhältlich. Da man im Wohnmobil flexibel ist, empfiehlt es sich, lokale Spezialitäten auf den Märkten zu kaufen und gemeinsam im Camper zuzubereiten. Das Kochen in der kleinen Küche wird oft zum gemeinsamen Familienevent, bei dem jeder Aufgaben übernehmen kann. Wer zwischendurch doch einmal essen gehen möchte, findet in vielen kleinen Ortschaften familienfreundliche Bistros, die oft eine gute Auswahl an Suppen und Burgern anbieten.
Die Wahl der passenden Kleidung
Das isländische Wetter ist legendär und ein Roadtrip erfordert eine gewisse Vorbereitung hinsichtlich der Ausrüstung. Das Zwiebelprinzip ist hierbei die einzig wahre Lösung.
Die Kinder sollten immer in Schichten gekleidet sein: eine atmungsaktive Basisschicht, eine isolierende Mittelschicht aus Fleece oder Wolle und eine wind- und wasserdichte äußere Schicht. Auch im Sommer kann die Temperatur schnell sinken, besonders wenn man sich in der Nähe eines Gletschers befindet. Mützen, Handschuhe und ein dünner Schal gehören selbst im Juli in den Rucksack. Es ist zudem ratsam, immer ein zweites Paar Schuhe dabei zu haben, falls die ersten nach einer Wanderung durch feuchtes Terrain nass geworden sind. Wasserdichte Regenhosen sind für die Kleinen fast noch wichtiger als für Erwachsene, da sie es ermöglichen, auch bei einem Schauer draußen zu spielen, ohne dass die Kleidung darunter durchnässt. Eine gute Vorbereitung nimmt den Eltern die Sorge und den Kindern den Frust.
Unterwegs mit Kindern: Tipps für lange Fahrtage
Auch wenn Island wunderschön ist, sind die Distanzen zwischen den Sehenswürdigkeiten nicht zu unterschätzen. Hier ist ein wenig Kreativität gefragt.
Die isländische Ringstraße ist zwar landschaftlich extrem abwechslungsreich, aber für Kinder können vier bis fünf Stunden reine Fahrzeit lang werden. Es empfiehlt sich, die Fahrten in kürzere Etappen zu unterteilen und bewusst Pausen bei kleineren Attraktionen einzulegen, die nicht im Reiseführer stehen. Ein Stopp am Straßenrand, um isländische Islandpferde zu beobachten oder ein kurzes Picknick an einem der vielen Aussichtspunkte, hilft, die Energie der Kinder zu kanalisieren. Podcasts, Hörbücher oder kleine Reisespiele sind wertvolle Begleiter für die Momente, in denen die Landschaft etwas eintöniger wird. Zudem sollte man die Kinder aktiv in die Navigation einbinden: Kartenlesen lernen, Schilder erkennen oder das nächste Ziel auf der Landkarte finden, gibt ihnen ein Gefühl der Beteiligung am Abenteuer.
Die geologischen Wunder hautnah erleben
Island ist der beste Ort, um Kindern die Kräfte der Erde begreifbar zu machen. Das Beobachten der vulkanischen Aktivität ist eine Lektion, die man nicht aus Büchern lernen kann.
Besuche bei den verschiedenen heißen Quellen oder Geysiren sind oft das absolute Highlight der Reise. Der Strokkur, der zuverlässig alle paar Minuten Wasser in die Höhe schießt, sorgt immer für Begeisterung. Doch auch die weniger spektakulären Orte, wie dampfende Fumarolen, an denen man den Geruch von Schwefel hautnah erleben kann, faszinieren. Es ist eine gute Gelegenheit, den Kindern zu erklären, wie die Erde unter uns arbeitet. Viele Museen in Island, wie etwa das „LAVA Centre“, sind interaktiv gestaltet und speziell auf Familien ausgerichtet. Hier können Kinder spielerisch verstehen, wie Vulkane entstehen und was es bedeutet, auf einer Insel zu leben, die geologisch so aktiv ist. Dies schafft einen tieferen Respekt vor der Kraft der Natur.
Die Mitternachtssonne: Ein besonderer Rhythmus
Die Helligkeit im Sommer hat einen großen Einfluss auf den Tagesrhythmus, auf den man sich als Familie einstellen muss.
Viele Eltern machen sich Sorgen, wie die Kinder bei Helligkeit schlafen sollen. Die Lösung ist einfach: gute Verdunkelungsrollos im Wohnmobil oder eine Schlafmaske. Dennoch ist es auch ein spannendes Erlebnis, wenn man um 22 Uhr abends noch das Gefühl hat, es sei Nachmittag. Man nutzt diese Zeit oft für Spaziergänge in der ungestörten Natur, wenn die großen Reisegruppen bereits auf den Campingplätzen sind. Die Ruhe und das Licht der späten Abendstunden sind magisch. Es ist ein ganz anderes Zeitgefühl, das sich einstellt, wenn man nicht mehr nach der Uhr, sondern nach der eigenen Energie und dem Licht lebt. Das ist ein wichtiger Teil des Erholungseffektes, der den Alltag in Deutschland schnell vergessen lässt.
Nachhaltigkeit auf der Reise
Island ist ein sehr ökologisch sensibles Land, und als Besucher trägt man eine Verantwortung, diese Schönheit zu bewahren.
Es ist wichtig, den Kindern beizubringen, dass man in der Natur nur Fußspuren hinterlässt und nur Fotos mitnimmt. Auf den Campingplätzen wird auf Mülltrennung sehr viel Wert gelegt, was eine gute Gelegenheit ist, die Kinder für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Auch das Leitungswasser in Island ist von bester Qualität – man benötigt keine Plastikflaschen. Einfach die eigenen wiederverwendbaren Flaschen an den vielen Wasserhähnen auffüllen, und man hat immer bestes Gebirgswasser dabei. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern schont auch die Reisekasse. Diese bewusste Art des Reisens verbindet die Familie und lehrt einen achtsamen Umgang mit der Welt um uns herum.
Tierwelt beobachten
Neben den isländischen Pferden gibt es eine Vielzahl von Tieren zu entdecken, die besonders für Kinder faszinierend sind.
In den Sommermonaten kann man an vielen Klippen Papageientaucher (Puffins) beobachten. Die kleinen, bunten Vögel sind extrem zutraulich und sorgen für viele Lacher. Auch Walbeobachtungstouren sind ab Orten wie Húsavík im Norden sehr beliebt. Hierbei ist es wichtig, auf Anbieter zu achten, die verantwortungsbewusst mit den Tieren umgehen. Diese Erlebnisse sind oft die Momente, die bei den Kindern am stärksten im Gedächtnis bleiben. Es ist eine wunderbare Möglichkeit, ein Verständnis für das marine Ökosystem zu entwickeln. Auch das Beobachten von Robben, die oft an den Küsten oder in den Lagunen entspannt auf Eisstücken liegen, ist für kleine Entdecker ein unvergessliches Erlebnis.
Vorbereitung zu Hause: Island spielerisch entdecken
Die Vorfreude ist der größte Teil des Urlaubs. Es lohnt sich, die Kinder bereits Wochen vorher in die Planung einzubeziehen, um die Vorfreude zu steigern und die Neugier zu wecken.
Man kann gemeinsam Dokumentationen über Island schauen oder isländische Kinderbücher lesen, die von Sagen und Trollen handeln. Diese Geschichten sind in Island fest verwurzelt und machen die Orte, die man besucht, noch spannender. Wenn die Kinder ein wenig über die isländische Geschichte und die Bedeutung der Trolle erfahren, werden sie an jeder Felsformation Ausschau halten, ob sich dort nicht ein versteinerter Riese befindet. Dies macht die Wanderungen zu einer Entdeckungsreise, bei der man nie weiß, was hinter der nächsten Kurve wartet. Ein solches „Mindset“ hilft, die anfängliche Skepsis gegenüber langen Wanderungen zu überwinden.
Infrastruktur: Straßen und Sicherheitsregeln im Detail
Das isländische Straßensystem unterscheidet sich grundlegend von dem in Deutschland. Die Straßen sind oft schmal, und es gibt viele einspurige Brücken.
Es ist essentiell, dass der Fahrer sich vorab mit den isländischen Verkehrsregeln vertraut macht. Einspurige Brücken erfordern Aufmerksamkeit: Wer zuerst kommt, hat meist Vorrang, aber Höflichkeit ist hier oberstes Gebot. Auf den sogenannten „F-Roads“, den Hochlandpisten, darf man nur mit einem geeigneten 4×4-Fahrzeug fahren. Für Familien ist es meist sicherer, sich an die asphaltierte Ringstraße zu halten, da die Pisten extrem anspruchsvoll sein können. Die Wetter-App „SafeTravel“ sollte bei jeder Reise täglich konsultiert werden. Hier werden Warnungen vor Wind, Regen oder Straßensperrungen aktuell gemeldet. Sicherheit steht immer über dem Zeitplan – wenn die Wettervorhersage eine Fahrt nicht empfiehlt, ist es klüger, einen Tag länger an einem sicheren Ort zu bleiben.
Soziale Interaktion: Die isländische Gastfreundschaft
Isländer sind ein sehr freundliches und gastfreundliches Volk. Trotz der teilweise rauen Umgebung sind sie sehr hilfsbereit.
Es wird nicht selten vorkommen, dass man ins Gespräch kommt, sei es auf einem Campingplatz oder bei einem kurzen Stopp in einem Café. Die Isländer freuen sich meist sehr, wenn man sich als Urlauber respektvoll gegenüber ihrem Land verhält. Es ist eine gute Schule für Kinder zu sehen, wie man in einem fremden Land mit Offenheit und Freundlichkeit kommuniziert. Auch wenn die Sprache für uns schwierig klingt, ist ein „Takk“ (Danke) oder „Góðan daginn“ (Guten Tag) ein Türöffner für Sympathie. Solche kleinen sozialen Momente machen die Reise besonders und zeigen den Kindern, dass man sich überall auf der Welt verständigen kann, wenn man aufeinander zugeht.
Die Magie des Spontanen
Trotz aller Planung ist der wichtigste Tipp für diesen Familienurlaub: Haben Sie keine Angst, Pläne über den Haufen zu werfen.
Wenn sich plötzlich ein Regenbogen über einen Wasserfall spannt oder eine Gruppe von Pferden direkt an den Zaun des Campingplatzes kommt, sollte man die Kamera beiseitelegen und einfach diesen Moment genießen. Das sind die Erlebnisse, die man nicht in einem Reiseführer planen kann. Ein Roadtrip im Wohnmobil erlaubt genau diese Freiheit. Island bietet an jeder Ecke Überraschungen, die wertvoller sind als jeder geplante Programmpunkt. Lassen Sie den Kindern Zeit zum Spielen, Steine sammeln oder einfach nur zum Staunen. Die Zeit, die man in dieses Land investiert, wird einem durch die Unmittelbarkeit der Erlebnisse tausendfach zurückgegeben. Am Ende einer solchen Reise kehrt man nicht nur mit Fotos, sondern mit einem neuen Blick auf das Leben zurück, das auch zu Hause – vielleicht etwas entschleunigter – weitergehen kann.
Fazit: Island als bleibende Erinnerung
Ein Roadtrip durch Island ist mehr als nur ein Urlaub – es ist ein Erlebnis, das die familiäre Bindung stärkt und Kindern eine völlig neue Perspektive auf die Welt eröffnet.
Wenn man nach zwei Wochen den Camper am Flughafen zurückgibt und den Rückflug antritt, wird man feststellen, dass der Kopf voll mit Bildern von Wasserfällen, Gletschern und endlosen Weiten ist. Man kommt nicht nur erholt zurück, sondern auch mit einem tieferen Verständnis für eine Welt, in der die Natur noch das Sagen hat. Die Herausforderungen des Alltags rücken in weite Ferne, wenn man gemeinsam am Abend vor dem Wohnmobil sitzt und die Sonne einfach nicht untergehen will. Es ist eine Investition in gemeinsame Zeit, die noch lange nach den Sommerferien für Gesprächsstoff am Esstisch sorgen wird. Wer bereit ist, sich auf die Einfachheit und die majestätische Größe dieses Landes einzulassen, wird mit einem Urlaub belohnt, der in jeder Hinsicht einzigartig ist. Die Vorfreude auf das nächste Abenteuer in der isländischen Wildnis beginnt meist schon kurz nach der Rückkehr, denn einmal vom Island-Fieber gepackt, lässt es einen so schnell nicht wieder los.



