Rothenburg ob der Tauber und Taubertal mit Kindern: beste Ferien und Orte


Nach den Klimawerten sind die Sommerferien der ausgewogenste Zeitraum: rund 23,2 °C tagsüber, im Schnitt 13 Regentage im Monat. Anreise: mit dem Auto oder mit der Bahn. Preisniveau: mittel. Geeignet für Kinder von jedem Alter bis 18 Jahren. Das eigene Auto ist hier von Vorteil: Die sehenswerten Ecken liegen auseinander.
Mittelalterstadt, Radweg, Burgen und Wildpark; Tagesandrang durch Übernachtungsbasis umgehen.
Wie warm ist es in deinen Ferien?
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Was nicht in jedem Reiseführer steht

Rothenburg hat ein Problem, das für dich ein Vorteil ist: Die halbe Welt kommt hierher, aber fast alle kommen zwischen zehn und siebzehn Uhr. Genau in diesem Fenster sind die Gassen voll, die Parkautomaten scharf und die Fotostellen belagert. Alles, was die Stadt eigentlich ausmacht, funktioniert aber davor und danach — und kostet nichts.
Die Stadtmauer ist der beste Beweis. Rund vier Kilometer Befestigung mit 42 Türmen umschließen die Altstadt, und der überdachte Wehrgang ist über große Abschnitte rund um die Uhr begehbar — ohne Kasse, ohne Öffnungszeit. Du steigst an einem der Tore ein (Rödertor, Klingentor, Spitaltor, Burgtor) und läufst in fünf Metern Höhe über den Dächern. Um acht Uhr morgens oder um neun am Abend gehört dir dieser Gang praktisch allein. Der Burggarten auf dem Sporn über dem Taubertal ist ebenfalls frei und ebenfalls jederzeit offen — der Sonnenuntergang von dort ist der schönste kostenlose Programmpunkt der Reise.
Das kleine Schauspiel gibt es bis 22 Uhr. An der Ratstrinkstube am Marktplatz öffnen sich zu jeder vollen Stunde zwischen 10 und 22 Uhr die Fensterläden, und die Kunstuhr spielt den Meistertrunk nach. Tagsüber steht davor eine Traube, um 21 oder 22 Uhr stehst du davor.
Und das Auto wird abends billiger. Die großen Parkplätze P1 bis P5 vor der Mauer kosten nur zwischen 9 und 18 Uhr Gebühr, sonst sind sie frei. Wer in der Altstadt übernachtet, bekommt vom Gastgeber eine GästeVignette — die ist auf dein Kennzeichen ausgestellt, gilt tageweise und erlaubt kostenloses Parken. Ab 19 Uhr gilt im Kernbereich der Altstadt ohnehin Fahrverbot: Dann ist es dort so still, wie es tagsüber nie ist.
⭐ Top-Ausflug: Der Nachtwächter geht erst um halb zehn los — Tagesgäste sind da längst weg
Es gibt in Rothenburg genau einen Programmpunkt, der die These dieser Seite beweist, und der ist auch noch der beliebteste der Stadt: Der Nachtwächter startet um 21.30 Uhr am Marktplatz vor dem Rathaus. Um diese Zeit ist der letzte Reisebus seit Stunden weg, die Gassen sind leer und beleuchtet, und eine Stunde lang erzählt ein Mann mit Hellebarde und Laterne vom Alltag im Mittelalter und vom Dreißigjährigen Krieg. Die englischsprachige Runde geht schon um 20 Uhr.
Für Familien ist das aus zwei Gründen ein Volltreffer. Erstens der Preis: Erwachsene zahlen acht Euro, Schüler vier — und Kinder unter zwölf Jahren zahlen gar nichts. Zweitens die Organisation: Es gibt keine Anmeldung und keinen Vorverkauf, du stellst dich einfach dazu. Zwei Dinge solltest du trotzdem wissen — es wird nur bar bezahlt, und die Runde läuft von Ende März bis kurz vor Weihnachten täglich, davor im Winter nur samstags.
Und ja: 21.30 Uhr ist für kleine Kinder spät. Genau deshalb steht dieser Punkt hier — wer nur einen Tag bleibt, kann ihn schlicht nicht mitnehmen. Wer übernachtet, plant den Folgetag entspannt und lässt die Kinder ausschlafen.
💶 Spartipp: Der Radweg fährt bergab — und ein Bus mit Fahrradanhänger bringt dich zurück
Der Taubertalradweg heißt offiziell „Liebliches Taubertal – der Klassiker“, ist 101 Kilometer lang, führt von Rothenburg nach Wertheim an den Main und trägt als einer von wenigen deutschen Radwegen fünf ADFC-Sterne. Das Entscheidende für Familien steht aber im Höhenprofil: Auf der ganzen Strecke summieren sich 468 Höhenmeter bergauf und 727 bergab. Wer in Rothenburg startet, fährt also unterm Strich abwärts — am Fluss entlang, fast ohne Steigung, weitgehend abseits der Straße.
Bleibt die Frage, wie man zurückkommt. Und die hat hier eine erstaunlich gute Antwort: Von Anfang April bis Ende Oktober fährt donnerstags bis sonntags und an Feiertagen die Buslinie 980 mit Fahrradanhänger zwischen Weikersheim, Röttingen, Creglingen und Rothenburg. In den Anhänger passen bis zu 14 Räder, und die Fahrradmitnahme kostet nichts. Für die Personen gilt der normale VRN- beziehungsweise VGN-Tarif — mit dem Deutschlandticket fährst du ohne Aufpreis mit. 2026 läuft die Saison seit dem 2. April.
Die Familienetappe daraus: morgens ab Rothenburg talwärts nach Creglingen — rund 22 Kilometer, fast nur bergab —, mittags Pause im Ort, nachmittags mit dem Radbus zurück nach Rothenburg. Ein voller Radtag ohne Rückweg und ohne Autotransport. Wer mehr will, fährt bis Weikersheim (rund 39 Kilometer) und nimmt von dort den Bus.
Zwei Haken: Reservieren kann man nicht, bei 14 Plätzen kann es an schönen Sonntagen eng werden — nimm lieber die frühere Abfahrt. Und breite E-Bikes oder Räder mit Ballonreifen passen nicht immer in die Halterungen. Für die Strecke weiter flussabwärts gilt: In den Nahverkehrszügen in Baden-Württemberg ist die Fahrradmitnahme montags bis freitags ab 9 Uhr und am Wochenende ganztägig kostenlos — nur zwischen 6 und 9 Uhr brauchst du ein extra Fahrradticket.
ℹ️ Gut zu wissen: Rothenburg hat keine Gästekarte — 50 Kilometer flussabwärts schon
Such in Rothenburg gar nicht erst nach einer Gästekarte mit Bus und Museumsrabatten: Es gibt keine. Die „Rothenburg-PLUS-Karte“, über die du im Netz stolperst, ist eine Bonuskarte des örtlichen Einzelhandels mit Freiparkzeiten — nett, aber kein Gästeangebot. In Rothenburg sparst du über die Uhrzeit, nicht über eine Karte.
Im Taubertal sieht das anders aus, sobald du die Landesgrenze nach Baden-Württemberg überquert hast. Bad Mergentheim ist Kurort, dort zahlst du Kurtaxe (Stand 2026: 3,50 Euro pro Person und Tag im inneren Kurbezirk, 2,30 Euro außerhalb; für Kinder gibt es Ermäßigungen, frag beim Einchecken nach) — und bekommst dafür die Kur- und Gästekarte. Die ist mehr wert, als der Name vermuten lässt:
Der Stadtbus ist damit kostenlos, unbegrenzt, auf allen drei Linien. Die fahren im Stundentakt, zwischen Kurgebiet und Bahnhof zusammen sogar alle 30 Minuten — damit kommst du ohne Auto vom Bahnhof zur Unterkunft und wieder zurück. Der innere Kurpark, der von April bis Oktober nachmittags Eintritt kostet, ist mit der Karte frei. Die geführten Wanderungen sind frei. Im Wildpark zahlst du mit Kurkarte 13,50 statt 15 Euro, Kinder 9,50 statt 11. Und in der Solymar-Therme gibt es einen Euro Rabatt auf jeden Einzeltarif.
Was daraus für die Basiswahl folgt: Wenn dir die Abende in der leeren Rothenburger Altstadt wichtig sind, schlaf in Rothenburg — dafür gibt es keinen Ersatz. Wenn du eine Woche Taubertal planst, mit Wildpark, Therme, Radtouren und Bahnanschluss, dann ist Bad Mergentheim der praktischere Standort: mittig im Tal, mit eigenem Bahnhof, mit Stadtbus zum Nulltarif. Viele machen beides — vier Nächte unten im Tal, zwei oben in der Mauerstadt.
⭐ Top-Ausflug: Der Wildpark ist der Tag, an dem alle mitkommen
Wenn die Kinder nach drei Tagen Fachwerk genug von Fachwerk haben, fährst du nach Bad Mergentheim in den Wildpark. 48 Hektar Wald und Wiese, über 50 Tierarten, und fast alle in weitläufigen Freisichtanlagen — man schaut also nicht durch Gitter, sondern über Gräben ins Gelände. Für Familien ist das eher eine große Wanderung mit Tieren als ein Zoo-Rundgang, rechne mit einem halben bis ganzen Tag.
Preise und Zeiten (Stand 2026): Erwachsene zahlen an der Tageskasse 15 Euro, Kinder von drei bis 14 Jahren 11 Euro, unter drei ist frei. Mit der Kur- und Gästekarte aus Bad Mergentheim werden daraus 13,50 und 9,50 Euro. Wer am Geburtstag kommt, zahlt gar nichts — Ausweis nicht vergessen. Geöffnet ist in der Sommersaison bis zum 1. November täglich von 9 bis 18 Uhr, im Winter nur samstags, sonntags und an Feiertagen von 10.30 bis 17 Uhr, letzter Einlass jeweils um 16 Uhr. Die Parkplätze kosten nichts.
Der Planungstipp: Die Fütterungsrunden sind das, woran sich die Kinder abends erinnern, und sie haben feste Zeiten, die am Eingang aushängen. Frag beim Reingehen danach und leg deine Runde so, dass du bei den großen Tieren pünktlich bist — sonst läufst du an leeren Gehegen vorbei und wunderst dich.
🤫 Geheimtipp: Die Namen in der Stadtmauer — das beste Suchspiel der Stadt
Geh mit den Kindern auf den Wehrgang und lass sie die Steinplatten in der Mauer lesen. Da stehen Namen. Und Wohnorte: Tokio, Chicago, Osaka, München, Sydney. Wer die Geschichte dazu kennt, sieht die Stadtmauer danach anders.
Am 31. März 1945 fielen neun Tonnen Brandbomben auf Rothenburg; rund 40 Prozent der Altstadt versanken in Schutt und Asche, über 300 Häuser waren völlig zerstört, an der Stadtmauer klaffte auf etwa 750 Metern eine Lücke. Dass überhaupt etwas übrig blieb, lag auch daran, dass der amerikanische Unterstaatssekretär John J. McCloy den geplanten Artilleriebeschuss im April 1945 verhinderte — die Stadt machte ihn 1948 zum Ehrenbürger.
Für den Wiederaufbau der Mauer bat Rothenburg dann weltweit um Spenden: Wer einen Meter bezahlte, bekam eine Steintafel mit seinem Namen und seinem Wohnort. Bis Mai 1953 war die Mauer komplett wieder geschlossen — bezahlt von Menschen aus ganz Deutschland und aus aller Welt, besonders viele aus den USA und aus Japan. Das Prinzip gibt es bis heute: Eine Patenschaft beginnt bei 1.500 Euro, zwei bis drei Zeilen Text, und der Stein kommt auf den begehbaren Teil der Mauer.
Wer die ganze Geschichte will, geht danach ins RothenburgMuseum: Die Dauerausstellung „Der Rothenburger Weg“ erzählt, wie aus einer halb zerstörten Kleinstadt das berühmteste Mittelalterbild Deutschlands wurde. Erwachsene zahlen sechs Euro, Jugendliche bis 18 vier, unter sechs ist frei — und die Familienkarte kostet zehn Euro. Das ist das günstigste große Museum der Stadt.

Die Geschichte geht so: 1631, Dreißigjähriger Krieg, der kaiserliche Feldherr Tilly nimmt das protestantische Rothenburg ein und will es niederbrennen lassen. Beim Umtrunk soll er dann angeboten haben: Wenn einer der Ratsherren den großen Humpen mit 3,25 Litern Frankenwein in einem Zug leert, bleibt die Stadt verschont. Altbürgermeister Nusch trinkt aus. Rothenburg steht noch.
Und jetzt der Teil, den kein Souvenirkrug erzählt: Die Sage ist vermutlich erst um 1770 entstanden — also fast 140 Jahre nach dem angeblichen Ereignis. Die zeitgenössischen Berichte über die Einnahme der Stadt kennen keinen Meistertrunk. Historisch belegt ist der unschöne Teil: Tilly gab Rothenburg tatsächlich zur Plünderung frei, verzichtete aber darauf, es niederzubrennen. Zum Festspiel wurde die Geschichte erst 1881, gedichtet vom Rothenburger Glaser und Lokalpolitiker Adam Hörber — und seither wird sie jedes Pfingsten aufgeführt (2026 vom 22. bis 25. Mai). Die Figuren an der Kunstuhr kamen sogar erst 1910 dazu.
Das ist kein Grund, die Geschichte nicht zu erzählen — im Gegenteil. Frag deine Kinder vor der vollen Stunde am Marktplatz, ob sie glauben, dass ein Mensch dreieinviertel Liter Wein in einem Zug trinken kann. Dann schaust du gemeinsam mit ihnen zu, wie die Holzfigur genau das tut. Und danach erklärst du, warum manche Geschichten wahr wirken müssen, um berühmt zu werden. Das ist mehr Bildung als jede Museumstafel.
🤫 Geheimtipp: Rothenburg von unten: Im Taubertal ist auch mittags niemand
Das hier ist der wirksamste Trick gegen den Andrang, und er kostet keinen Cent: Steig hinunter. Der Tourismus spielt sich komplett oben auf dem Felssporn ab — hundert Höhenmeter tiefer, unten an der Tauber, bist du auch am vollsten Samstag im August fast allein.
Der Weg beginnt am Burggarten, geht durchs Kobolzeller Tor die Steige hinab und stößt unten auf die Doppelbrücke — ein zweistöckiges Steinviadukt aus dem 14. Jahrhundert, das aussieht, als hätten es Römer gebaut. Von hier hast du den Blick auf die Stadtsilhouette, den alle vom Foto kennen und kaum jemand selbst sieht. Flussaufwärts steht das Topplerschlösschen, ein schmaler Wohnturm, den Bürgermeister Heinrich Toppler 1388 mitten ins Wasser bauen ließ — bewohnt bis heute, und genau deshalb nur unregelmäßig zu besichtigen; die Zeiten hängen an der Tür.
Zwei Kilometer weiter liegt Detwang, und dort steht in einer schlichten Dorfkirche der Heilig-Kreuz-Altar von Tilman Riemenschneider, zwischen 1505 und 1508 entstanden. Kein Andrang, keine Warteschlange, geöffnet von April bis Oktober vormittags und nachmittags mit Mittagspause.
Ehrlich zum Rückweg: Runter ist leicht, hoch ist steil. Mit kleinen Kindern plan den Aufstieg über die Kobolzeller Steige als eigenen Programmpunkt ein und nicht als Anhängsel — oder du machst daraus den Vormittag und isst oben zu Mittag.
Welche Ferien passen zu welcher Reiseform?
Rothenburg ist ganzjährig voll — aber nicht gleichmäßig. Über die Reise entscheidet weniger das Wetter als der Veranstaltungskalender, und der hat 2026 drei Wochenenden, die alles verändern.

Ostern bis Mitte Mai — die unterschätzte Zeit
Der Radbus läuft ab Anfang April, der Wildpark ist ab Mitte März täglich offen, die Nachtwächterrunde geht ab dem 29. März wieder täglich — und die großen Ferienwellen sind noch nicht da. Wer im April oder in der ersten Maihälfte kommt, hat alles offen und wenig Betrieb.

Pfingsten — nur wenn du das Fest willst
Vom 22. bis 25. Mai 2026 laufen die Pfingstfestspiele mit dem „Meistertrunk“, über 900 Mitwirkende, die halbe Stadt in historischem Gewand. Das ist großartig und gleichzeitig das Gegenteil von Ruhe: Zimmer sind knapp und teuer, für Autos gelten Sonderregelungen. Direkt danach, vom 26. Mai bis 5. Juni, haben Bayern und Baden-Württemberg zwei Wochen Pfingstferien — die längsten im Land.

Ende Juni bis Mitte Juli — der beste Kompromiss
Hessen (ab 29.06.), Niedersachsen (ab 02.07.), Sachsen (ab 04.07.) und Berlin (ab 09.07.) haben schon frei, während Bayern und Baden-Württemberg noch Schule haben. Warmes Wetter, volle Saison, aber ohne den süddeutschen Ansturm. Wer aus dem Norden oder Osten reist, trifft es hier am besten.

Das erste Augustwochenende — meide es
Vom 6. bis 9. August 2026 steigt auf der Eiswiese unterhalb der Stadt das Taubertal-Festival, 2026 zum 30. Mal. Rockfestival mit Campingplatz, direkt unter der Altstadt — und das fällt mitten in die Sommerferien von Nordrhein-Westfalen (20.07.–01.09.), Baden-Württemberg (30.07.–12.09.) und Bayern (03.08.–14.09.). Wenn du mit kleinen Kindern Ruhe suchst, ist das das schlechteste Wochenende des Jahres. Für Familien mit Teenagern kann es genau umgekehrt sein.

Anfang September — die Festtage
Vom 4. bis 6. September sind Reichsstadt-Festtage mit Fackelzug und Fassadenfeuerwerk am Rathaus. NRW ist da schon wieder in der Schule, Bayern und Baden-Württemberg noch in den Ferien.

Herbstferien — die klügste Familienzeit
Hessen (05.–17.10.), Niedersachsen (12.–24.10.), NRW (17.–31.10.) und Berlin (19.–31.10.) treffen den Radbus noch, der bis Ende Oktober fährt, und den Wildpark im täglichen Betrieb bis zum 1. November. Das Taubertal in Herbstfarben, halb leere Gassen, und das Freibad hat sowieso zu. Bayern (02.–06.11.) kommt für den Radbus knapp zu spät.

Weihnachtsferien
Der Reiterlesmarkt läuft vom 20. November bis 23. Dezember zwischen Rathaus und St. Jakob — und ist wieder ein Tagesgäste-Magnet, also gilt dieselbe Regel wie im Sommer: abends und früh morgens gehört er dir. In den Weihnachtsferien selbst ist er schon vorbei; dann ist Rothenburg still, kalt und leer, der Nachtwächter geht nur samstags, und viele Häuser haben verkürzt offen.
Was zu welchem Alter passt
0–6 Jahre
Der Wehrgang ist der beste Programmpunkt dieses Alters — er kostet nichts, ist überdacht, und man darf oben laufen. Achtung: Er ist eng, hat Stufen und ist mit Kinderwagen nicht durchgehend machbar, plan Tragehilfe ein. Dazu der Burggarten zum Rennen, die Kunstuhr zur vollen Stunde und das Alt-Rothenburger Handwerkerhaus von 1270 mit elf original eingerichteten Kammern — Erwachsene 2,50 Euro, Kinder 50 Cent, das billigste Museum weit und breit. Im Wildpark Bad Mergentheim sind Kinder unter drei frei.
7–9 Jahre
Jetzt zünden die 220 Stufen auf den Rathausturm (vier Euro, Kinder unter 14 zwei, Familie zehn) und das Historiengewölbe mit Staatsverlies unter dem Rathaus: zwölf Gewölbe zum Dreißigjährigen Krieg, Familienkarte acht Euro. Die Namenssuche auf der Stadtmauer funktioniert in diesem Alter am besten. Und der Radtag Rothenburg–Creglingen mit Rückfahrt im Radbus ist mit eigenem Rad gut machbar.
10–12 Jahre
Das Mittelalterliche Kriminalmuseum ist das bekannteste Haus der Stadt und ausgerechnet für diese Altersgruppe gemacht — Rechtsgeschichte, Schandmasken, Prangerstühle. Es ist auch das teuerste: 10,50 Euro für Erwachsene, sechs ab sechs Jahren, Familienkarte 26,50. Rechne vorher, ob sich die Familienkarte für dich lohnt. Dazu die volle Radetappe bis Weikersheim und der Abstieg ins Taubertal zur Doppelbrücke.
13–18 Jahre
Der Nachtwächter um halb zehn ist in diesem Alter kein Kinderprogramm mehr, sondern ziemlich cool — kostet dann allerdings vier Euro Schülerpreis statt gar nichts. Für Geschichte: der Heilig-Blut-Altar von Riemenschneider in St. Jakob (3,50 Euro, Familie sieben, unter zwölf frei) und die Ausstellung „Der Rothenburger Weg“ über Zerstörung und Wiederaufbau. Ein Hinweis zum Sparen, der genau hier wehtut: In Baden-Württemberg gelten in den staatlichen Schlössern Personen ab 15 Jahren als Erwachsene — im Schloss Weikersheim zahlt dein Fünfzehnjähriger also den vollen Preis. Wenn du nur den Garten anschaust, wird es deutlich günstiger.
Rothenburg und das Taubertal in vier Tagen
Ein Bezahlziel pro Tag reicht hier völlig — der Rest der Reise steht draußen und kostet nichts.
Tag 1 — ankommen und abends anfangen
Einchecken, GästeVignette vom Gastgeber holen, Auto abstellen und für den Rest der Reise stehen lassen. Nachmittags einmal der Wehrgang, abends Burggarten zum Sonnenuntergang, um 21.30 Uhr der Nachtwächter. Kosten des Tages: acht Euro pro Erwachsenem, Kinder unter zwölf gratis.
Tag 2 — Radtag talwärts
Früh los Richtung Creglingen, gut 22 Kilometer fast nur bergab am Fluss. Im Ort die Herrgottskirche mit Riemenschneiders Marienaltar (Dienstag bis Sonntag geöffnet, montags nicht), dann mit dem Radbus samt Rädern zurück nach Rothenburg. Geht nur donnerstags bis sonntags und an Feiertagen zwischen April und Oktober — dieser Tag legt also den Rest der Woche fest, plan ihn zuerst.
Tag 3 — Wildpark
Mit der Bahn oder dem Auto nach Bad Mergentheim, 48 Hektar Wald, über 50 Tierarten, Fütterungszeiten am Eingang erfragen. Wenn du dort übernachtest, fährst du mit der Kur- und Gästekarte kostenlos Stadtbus und zahlst im Park weniger.
Tag 4 — Rothenburg von unten
Vormittags hinunter ins Taubertal: Kobolzeller Steige, Doppelbrücke, Topplerschlösschen, Detwang mit dem Heilig-Kreuz-Altar. Kostet nichts und ist der ruhigste Vormittag der Reise. Nachmittags oben das Museum deiner Wahl — RothenburgMuseum, wenn du Geschichte willst (Familienkarte zehn Euro), Kriminalmuseum, wenn die Kinder zehn oder älter sind.
Wenn du eine ganze Woche hast
häng einen Tag für die Solymar-Therme in Bad Mergentheim an und einen für Weikersheim mit Schloss und Schlossgarten. Und leg den Rückreisetag nicht auf einen Sonntag im Sommer — dann ist auf der Strecke am meisten los.
Rothenburg bei Regen
Zuerst die Warnung, die dir sonst niemand vorher sagt: Rothenburg hat im Sommer kein Hallenbad. Das RothenburgBad betreibt Hallenbad und Freibad abwechselnd — das Hallenbad von Mitte September bis Mitte Mai, das Freibad von Mitte Mai bis Mitte September. Es ist immer nur eines von beiden offen. Der verregnete Julitag lässt sich in Rothenburg also nicht im Wasser retten.
Der große Regen-Joker liegt im Tal
die Solymar-Therme in Bad Mergentheim. Das Sport- und Familienbad hat zwei Röhrenrutschen (ab sechs Jahren), einen Eltern-Kind-Bereich für die Kleinen und Zeittarife statt Tageskarte — zwei Stunden kosten Erwachsene neun Euro, Kinder von sechs bis zwölf sieben; die Tageskarte 13 beziehungsweise 11 Euro. Familien mit zwei Erwachsenen und mindestens zwei Kindern bekommen zehn Prozent Rabatt, mit Kurkarte noch einen Euro pro Person dazu.
In der Altstadt selbst
Das Kriminalmuseum ist von April bis Anfang November täglich von 10 bis 18 Uhr offen und braucht gut zwei Stunden — an Regentagen ist es allerdings genau deshalb voll. Günstiger und ruhiger sind das RothenburgMuseum im alten Dominikanerinnenkloster (Familienkarte zehn Euro) und das Historiengewölbe unter dem Rathaus mit seinen zwölf Kellern zum Dreißigjährigen Krieg (Familienkarte acht Euro). Und der Wehrgang ist überdacht: Bei Nieselregen ist er sogar besonders schön, weil dann sonst niemand oben ist.
Der Trockenlauf für zwischendurch
Das Käthe-Wohlfahrt-Weihnachtsdorf in der Herrngasse ist ein Laden, und Läden kosten keinen Eintritt — mitten im August durch Zehntausende Christbaumkugeln zu laufen, ist für Kinder ein Erlebnis und für dich eine halbe Stunde im Trockenen. Das Deutsche Weihnachtsmuseum eine Etage darüber ist ganzjährig geöffnet und kostet Eintritt.
Wenn du weiter flussabwärts unterwegs bist
Das Glasmuseum in Wertheim am Fuß der Burg hat rund 30 Mitmachstationen und nachmittags einen Glasbläser bei der Arbeit — Familienkarte zehn Euro, Kinder unter sechs frei. Das ist der beste Regentag am Ende des Radwegs.
Wie du hinkommst
Mit der Bahn geht es besser, als der Ruf der Stadt vermuten lässt: Du fährst bis Würzburg oder Ansbach, steigst in Steinach in die kurze Stichbahn um und bist nach rund einer Viertelstunde in Rothenburg — die Verbindung fährt im Stundentakt, und vom Bahnhof ist die Altstadt bequem zu Fuß erreichbar. Mit dem Auto kommst du über die A7, Ausfahrt Rothenburg; geparkt wird auf den Großflächenparkplätzen P1 bis P5 vor der Mauer, die nur zwischen 9 und 18 Uhr Gebühr kosten. Wer in der Altstadt übernachtet, bekommt vom Gastgeber eine GästeVignette fürs kostenlose Parken; im Kernbereich gilt zwischen 19 und 6 Uhr ohnehin Fahrverbot. Für Fahrzeuge über 2,85 Meter Höhe brauchst du eine eigene Vignette — mit Wohnmobil also vorher informieren. Entlang der Romantischen Straße fährt zusätzlich ein Reisebus; Saison und Fahrplan ändern sich jährlich, prüf das vor der Buchung.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für Rothenburg ob der Tauber und Taubertal mit Kindern?
Nach den Klimadaten sind es die Sommerferien. Nach den Klimawerten sind die Sommerferien der ausgewogenste Zeitraum: rund 23,2 °C tagsüber, im Schnitt 13 Regentage im Monat. Anreise: mit dem Auto oder mit der Bahn. Preisniveau: mittel.
Kommt man vor Ort ohne Auto zurecht?
Nur eingeschränkt. Die sehenswerten Ecken liegen auseinander, und der Nahverkehr fährt dort seltener als in der Stadt. Wer ohne Auto anreist, sollte sich auf einen Standort und dessen Umgebung beschränken.
Wie kommt man hin?
Rothenburg ob der Tauber und Taubertal erreichst du mit dem Auto oder der Bahn. Die Details stehen oben unter „Wie du hinkommst“.
Quellen und Stand
- Klimawerte: ERA5-Archiv 2005–2024, gegengeprüft gegen CMIP6 und NASA POWER. Eigene Berechnung.
- Ferientermine: dieselbe Datenbank wie die Bundeslandseiten.
- Bayern Tourismus (offizielles Landesportal)
- Rothenburg Tourismus Service: Stadtmauer und Türme
- Rothenburg Tourismus Service: Nachtwächter-Führung
- Stadt Rothenburg: Parken und GästeVignette
- Stadt Rothenburg: Stadtmauerspende und Spendersteine
- VGMT: Radbus Linie 980 im Taubertal
- Kur- und Gästekarte Bad Mergentheim
- Wildpark Bad Mergentheim: Preise und Öffnungszeiten
- Liebliches Taubertal: Der Klassiker (5-Sterne-Radweg)
Stand dieser Seite. Zuletzt geprüft am 2. August 2026. Ferien- und Klimawerte werden automatisch berechnet, Reiseangaben sind anhand offizieller Quellen kontrolliert. Klimawerte sind Mittel der Jahre 2005 bis 2024 — ohne gewähltes Bundesland Monatsmittel, mit Bundesland auf deine echten Ferientermine umgerechnet. Als Regentag zählt ein Tag mit messbarem Niederschlag, nicht ein Tag Dauerregen; alles sind Klimamittel, keine Wettervorhersage. Einzelne ausdrücklich gekennzeichnete Praxistipps („Aus eigener Erfahrung“) beruhen auf eigener Erfahrung; alle übrigen Reiseangaben sind automatisch aufbereitet und anhand offizieller Quellen geprüft, aber nicht vollständig vor Ort verifiziert — Öffnungszeiten, Preise und Altersgrenzen deshalb bitte vor dem Ausflug beim Betreiber nachsehen.
Wenn dir Rothenburg ob der Tauber und Taubertal gefällt
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