Rothenburg ob der Tauber und Taubertal mit Kindern: beste Ferien und Orte


Rothenburg ist keine Tages-, sondern eine Uhrzeit-Stadt: Zwischen zehn und siebzehn Uhr gehört die Altstadt den Reisebussen, davor und danach dir. Im Sommer rund 23,2 °C tagsüber und im Schnitt 13 Regentage im Monat. Anreise mit dem Auto oder mit der Bahn. Für Kinder jeden Alters, vom Kinderwagen bis zur Oberstufe. Für Familien günstiger, als der Ruf der Stadt vermuten lässt: Stadtmauer, Burggarten und das Taubertal unten kosten nichts, und beim Nachtwächter zahlen Kinder unter zwölf gar nichts. Die Beispielrechnung steht weiter unten. Fürs Taubertal ist ein Auto von Vorteil: Die Orte liegen auseinander. In Rothenburg selbst brauchst du keins.
Mittelalterstadt, Radweg, Burgen und Wildpark; Tagesandrang durch Übernachtungsbasis umgehen.
Wie warm ist es in deinen Ferien?
Ohne Auswahl zeigen wir Monatsmittel. Wähl unten dein Bundesland, dann rechnen wir Temperatur und Regentage auf deine tatsächlichen Ferientermine um. Im Reiseziel-Finder kannst du Rothenburg ob der Tauber und Taubertal anschließend mit anderen Zielen vergleichen.
Klima für deine Ferientage
Wer hat in diesen Ferien noch frei?
Große Ziele sind voller, je mehr Bundesländer gleichzeitig Ferien haben. Wähl aus, wann du fahren willst — darunter steht, mit wem du unterwegs bist.
Wähl oben dein Bundesland, dann rechnen wir es aus.
Rothenburg und das Taubertal in vier Tagen
Ein Bezahlziel pro Tag reicht hier völlig — der Rest der Reise steht draußen und kostet nichts. Jeder Tag steht unten im selben Raster.
Tag 1 — ankommen und abends anfangen
- Vormittag: einchecken, GästeVignette vom Gastgeber holen, Auto abstellen und für den Rest der Reise stehen lassen.
- Mittagspause: am Marktplatz, rechtzeitig vor einer vollen Stunde, dann spielt die Kunstuhr.
- Nachmittag und Abend: einmal der Wehrgang, Burggarten zum Sonnenuntergang, um 21.30 Uhr der Nachtwächter.
- Weg dazwischen: alles zu Fuß innerhalb der Mauer.
- Eintritt: 16 Euro, nur die Erwachsenen zahlen beim Nachtwächter, und der nimmt nur Bargeld.
- Bei Regen: Der Wehrgang ist überdacht und dann sogar besonders schön, weil niemand sonst oben ist.
- Am Ruhetag: Mauer und Burggarten haben keinen: Sie sind rund um die Uhr offen.
Tag 2 — Radtag talwärts
- Vormittag: früh los Richtung Creglingen, gut 22 Kilometer fast nur bergab am Fluss.
- Mittagspause: in Creglingen, danach die Herrgottskirche mit Riemenschneiders Marienaltar.
- Nachmittag: mit dem Radbus samt Rädern zurück nach Rothenburg.
- Weg dazwischen: hin auf dem Taubertalradweg, zurück mit der Linie 980. Fahrradmitnahme kostenlos, aber nur 14 Plätze.
- Eintritt: nichts außer der Busfahrt, mit Deutschlandticket auch die umsonst.
- Bei Regen: Tausch mit Tag 4 und schieb den Radtag nach hinten.
- Am Ruhetag: Der Radbus fährt nur donnerstags bis sonntags und an Feiertagen, von April bis Oktober. Plan diesen Tag zuerst, er legt den Rest der Woche fest. Die Herrgottskirche hat montags zu.
Tag 3 — Wildpark
- Vormittag: mit Bahn oder Auto nach Bad Mergentheim, dann in den Wildpark — 48 Hektar Wald und Wiese, über 50 Tierarten in Freisichtanlagen.
- Mittagspause: im Park; frag beim Reingehen nach den Fütterungszeiten und leg die Runde danach.
- Nachmittag: weiter durch den Park oder in den Kurpark der Stadt.
- Weg dazwischen: Bad Mergentheim hat einen eigenen Bahnhof; die Parkplätze am Wildpark kosten nichts.
- Eintritt: 52 Euro, mit Kur- und Gästekarte 46.
- Bei Regen: statt Wildpark die Solymar-Therme, sie liegt in derselben Stadt.
- Am Ruhetag: Der Wildpark hat keinen; im Winter ist er allerdings nur am Wochenende offen.
Tag 4 — Rothenburg von unten
- Vormittag: hinunter ins Taubertal — Kobolzeller Steige, Doppelbrücke, Topplerschlösschen, Detwang mit dem Heilig-Kreuz-Altar.
- Mittagspause: unten am Fluss; hier ist auch am vollsten Samstag im August kaum jemand.
- Nachmittag: oben das Museum deiner Wahl — RothenburgMuseum für Geschichte, Kriminalmuseum ab etwa zehn Jahren.
- Weg dazwischen: runter ist leicht, hoch ist steil. Mit kleinen Kindern plan den Aufstieg als eigenen Programmpunkt ein.
- Eintritt: 10 Euro im RothenburgMuseum, 26,50 im Kriminalmuseum. Das Tal kostet nichts.
- Bei Regen: Dreh den Tag um — erst das Museum, nachmittags hinunter, wenn es aufklart.
- Am Ruhetag: Beide Museen haben täglich offen. Das Topplerschlösschen ist bewohnt und nur unregelmäßig zu besichtigen; die Zeiten hängen an der Tür.
Wenn du eine ganze Woche hast, häng einen Tag für die Solymar-Therme an und einen für Weikersheim mit Schloss und Schlossgarten. Und leg den Rückreisetag nicht auf einen Sonntag im Sommer.
Wer nur zwei Tage hat
„Streich einen Tag“ ist keine Entscheidungshilfe: Die zwei stärksten Bausteine sind andere als die ersten zwei eines Vier-Tage-Plans. Wähl den Plan, der zu dir passt:
Zum ersten Mal in Rothenburg
Wehrgang, Burggarten und Nachtwächter am ersten Tag, am zweiten hinunter ins Taubertal zur Doppelbrücke. Damit hast du die Stadt von oben und von unten gesehen, und beides kostet fast nichts.
Mit Kindern unter sechs
Burggarten, Kunstuhr und Handwerkerhaus am ersten Tag, Wildpark Bad Mergentheim am zweiten. Den Nachtwächter um halb zehn lässt du in diesem Alter besser aus, und für den Wehrgang brauchst du eine Tragehilfe.
Wenn Geschichte zündet
Historiengewölbe und RothenburgMuseum am ersten Tag, am zweiten die Namenssuche auf der Stadtmauer und der Rathausturm. Der günstigste der vier Pläne, und der, bei dem am meisten hängen bleibt.
Bei schlechtem Wetter
Kriminalmuseum und RothenburgMuseum am ersten Tag, Solymar-Therme in Bad Mergentheim am zweiten. Wichtig: Rothenburg selbst hat im Sommer kein Hallenbad.
Der dritte Tag, wenn du ihn doch hast, gehört dem Rad, aber nur, wenn er auf Donnerstag bis Sonntag fällt.
Was ein Tag wirklich kostet
„Preisniveau mittel“ hilft niemandem beim Planen. Deshalb hier die Rechnung für eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern von 8 und 11 Jahren, jeweils nur der Eintritt:
| Ein Tag mit … | Eintritt für alle vier |
|---|---|
| Stadtmauer, Burggarten und dem Taubertal unten | 0 Euro Wehrgang und Burggarten sind rund um die Uhr offen, ohne Kasse — der beste Preis der Stadt |
| Nachtwächterrunde um 21.30 Uhr | 16 Euro 2 × 8 Euro; beide Kinder sind unter zwölf und damit frei. Nur Bargeld, keine Anmeldung |
| Alt-Rothenburger Handwerkerhaus | 6 Euro 2 × 2,50 Euro, Kinder je 50 Cent, das billigste Museum weit und breit |
| Historiengewölbe unter dem Rathaus | 8 Euro Familienkarte; zwölf Gewölbe zum Dreißigjährigen Krieg |
| Rathausturm, 220 Stufen | 10 Euro Familienkarte; einzeln 4 Euro für Erwachsene, 2 für Kinder unter 14 |
| RothenburgMuseum | 10 Euro Familienkarte; einzeln 6 Euro, Jugendliche bis 18 je 4, unter sechs frei |
| Mittelalterliches Kriminalmuseum | 26,50 Euro Familienticket für zwei Erwachsene und Kinder von 6 bis 17 — das teuerste Haus der Stadt |
| Wildpark Bad Mergentheim | 52 Euro 2 × 15 Euro, Kinder von 3 bis 14 je 11; mit Kur- und Gästekarte 46, Parkplätze frei |
| Solymar-Therme, zwei Stunden | 32 Euro 2 × 9 Euro, Kinder von 6 bis 12 je 7; am Wochenende 2,50 Euro Aufschlag je Person |
Beim Nahverkehr gibt es in Rothenburg nichts zu lösen: Die Altstadt ist zu Fuß erledigt, und die Parkplätze P1 bis P5 kosten nur zwischen 9 und 18 Uhr Gebühr. Gebraucht wird ein Ticket erst im Tal: für den Radbus 980, in dem die Fahrradmitnahme nichts kostet und ein Deutschlandticket reicht, und für den Stadtbus in Bad Mergentheim — der ist mit der dortigen Kur- und Gästekarte kostenlos.
Damit liegen die meisten Tage hier zwischen null und 16 Euro. Teurer wird nur, wer ins Kriminalmuseum, in den Wildpark oder in die Therme geht. Wer bei kleinem Budget plant, findet weitere Ideen unter günstige Ferien mit Kindern.
Unterkunft, Essen, Anreise und zeitlich begrenzte Aktionspreise sind nicht enthalten.
Wo du am besten wohnst
Hier entscheidet die Unterkunft mehr als anderswo, weil die ganze Reise an der Uhrzeit hängt:
In der Altstadt innerhalb der Mauer
die einzige Lage, in der du die leeren Abende und frühen Morgen wirklich bekommst, und dafür gibt es keinen Ersatz. Dazu die GästeVignette fürs kostenlose Parken. Der Haken: die höchsten Preise, und zu Pfingsten und im September lange vorher ausgebucht.
Vor der Mauer, rund um die Parkplätze P1 bis P5
günstiger, in fünf bis zehn Minuten am Marktplatz, und mit dem Auto kommst du hier ohne Fahrverbot hin und weg. Dafür fehlt der Schritt vor die Tür in die Gassen.
Bad Mergentheim, 50 Kilometer flussabwärts
der praktischere Standort für eine ganze Woche Taubertal — mittig im Tal, mit eigenem Bahnhof, Wildpark und Therme vor Ort und einem Stadtbus, der mit der Kur- und Gästekarte nichts kostet. Dafür ist Rothenburg von hier ein Tagesausflug, kein Abendspaziergang. Viele machen beides: vier Nächte unten im Tal, zwei oben in der Mauerstadt.
Was zu welchem Alter passt
0–5 Jahre
Der Wehrgang ist der beste Programmpunkt dieses Alters — er kostet nichts, ist überdacht, und man darf oben laufen. Achtung: Er ist eng, hat Stufen und ist mit Kinderwagen nicht durchgehend machbar, plan Tragehilfe ein. Dazu der Burggarten zum Rennen, die Kunstuhr zur vollen Stunde und das Alt-Rothenburger Handwerkerhaus von 1270 mit elf original eingerichteten Kammern — Erwachsene 2,50 Euro, Kinder 50 Cent, das billigste Museum weit und breit. Im Wildpark Bad Mergentheim sind Kinder unter drei frei.
6–9 Jahre
Jetzt zünden die 220 Stufen auf den Rathausturm und das Historiengewölbe mit Staatsverlies darunter: zwölf Gewölbe zum Dreißigjährigen Krieg. Die Namenssuche auf der Stadtmauer funktioniert in diesem Alter am besten. Und der Radtag Rothenburg–Creglingen mit Rückfahrt im Radbus ist mit eigenem Rad gut machbar.
10–13 Jahre
Das Mittelalterliche Kriminalmuseum ist das bekannteste Haus der Stadt und ausgerechnet für diese Altersgruppe gemacht — Rechtsgeschichte, Schandmasken, Prangerstühle. Es ist auch das teuerste: Die Familienkarte lohnt sich hier ab dem zweiten Kind. Dazu die volle Radetappe bis Weikersheim und der Abstieg ins Taubertal zur Doppelbrücke.
14–18 Jahre
Der Nachtwächter um halb zehn ist in diesem Alter kein Kinderprogramm mehr, sondern ziemlich cool — kostet dann allerdings vier Euro Schülerpreis statt gar nichts. Für Geschichte: der Heilig-Blut-Altar von Riemenschneider in St. Jakob (unter zwölf frei) und die Ausstellung „Der Rothenburger Weg“. Ein Hinweis zum Sparen, der genau hier wehtut: In Baden-Württemberg gelten in den staatlichen Schlössern Personen ab 15 Jahren als Erwachsene, im Schloss Weikersheim zahlt dein Fünfzehnjähriger also den vollen Preis. Wenn du nur den Garten anschaust, wird es deutlich günstiger.
Die fünf Dinge, die deine Planung retten
Fünf Eigenheiten entscheiden hier über gelungene Tage. Hier die Kurzfassung, die Zahlen stehen in der Vertiefung darunter.
1. Die Uhrzeit
Zwischen zehn und siebzehn Uhr gehört die Altstadt den Tagesgästen. Alles, was sie ausmacht, ist davor und danach offen. → Details
2. Der Nachtwächter
Er startet erst um halb zehn abends, nimmt nur Bargeld, und wer nur einen Tag bleibt, kann ihn nicht mitnehmen. → Details
3. Der Radbus
Er fährt nur donnerstags bis sonntags von April bis Oktober und hat 14 Fahrradplätze ohne Reservierung. Plan diesen Tag zuerst. → Details
4. Das Bad
Rothenburg hat im Sommer kein Hallenbad — Hallen- und Freibad laufen abwechselnd. Der Regentag im Juli lässt sich hier nicht im Wasser retten. → Details
5. Die Gästekarte
In Rothenburg gibt es keine. Fünfzig Kilometer flussabwärts, in Bad Mergentheim, dafür eine richtig gute. → Details
Was nicht in jedem Reiseführer steht

Rothenburg hat ein Problem, das für dich ein Vorteil ist: Die halbe Welt kommt hierher, aber fast alle kommen zwischen zehn und siebzehn Uhr. Genau in diesem Fenster sind die Gassen voll, die Parkautomaten scharf und die Fotostellen belagert. Alles, was die Stadt eigentlich ausmacht, funktioniert aber davor und danach, und kostet nichts.
Was ohne Kasse und ohne Öffnungszeit funktioniert:
- Der Wehrgang der Stadtmauer — vier Kilometer Befestigung mit 42 Türmen, über große Abschnitte rund um die Uhr begehbar. Du steigst an einem der Tore ein (Rödertor, Klingentor, Spitaltor, Burgtor) und läufst in fünf Metern Höhe über den Dächern. Um acht Uhr morgens gehört er dir praktisch allein.
- Der Burggarten auf dem Sporn über dem Taubertal — jederzeit offen, und der Sonnenuntergang von dort ist der schönste kostenlose Programmpunkt der Reise.
Das kleine Schauspiel gibt es bis 22 Uhr. An der Ratstrinkstube am Marktplatz öffnen sich zu jeder vollen Stunde zwischen 10 und 22 Uhr die Fensterläden, und die Kunstuhr spielt den Meistertrunk nach. Tagsüber steht davor eine Traube, um 21 oder 22 Uhr stehst du davor.
Und das Auto wird abends billiger. Die großen Parkplätze P1 bis P5 vor der Mauer kosten nur zwischen 9 und 18 Uhr Gebühr. Wer in der Altstadt übernachtet, bekommt vom Gastgeber eine GästeVignette aufs Kennzeichen und parkt kostenlos. Ab 19 Uhr gilt im Kernbereich ohnehin Fahrverbot: Dann ist es dort so still, wie es tagsüber nie ist.
⭐ Top-Ausflug: Der Nachtwächter geht erst um halb zehn los — Tagesgäste sind da längst weg
Es gibt in Rothenburg genau einen Programmpunkt, der die These dieser Seite beweist, und der ist auch noch der beliebteste der Stadt: Der Nachtwächter startet um 21.30 Uhr am Marktplatz vor dem Rathaus. Um diese Zeit ist der letzte Reisebus seit Stunden weg, die Gassen sind leer und beleuchtet, und eine Stunde lang erzählt ein Mann mit Hellebarde und Laterne vom Alltag im Mittelalter und vom Dreißigjährigen Krieg. Die englischsprachige Runde geht schon um 20 Uhr.
Für Familien ist das ein Volltreffer: Erwachsene zahlen acht Euro, Schüler vier, Kinder unter zwölf gar nichts, und es gibt keine Anmeldung und keinen Vorverkauf, du stellst dich einfach dazu. Zwei Dinge solltest du trotzdem wissen: Es wird nur bar bezahlt, und die Runde läuft von Ende März bis kurz vor Weihnachten täglich, davor im Winter nur samstags.
Und ja: 21.30 Uhr ist für kleine Kinder spät. Genau deshalb steht dieser Punkt hier — wer nur einen Tag bleibt, kann ihn schlicht nicht mitnehmen. Wer übernachtet, plant den Folgetag entspannt und lässt die Kinder ausschlafen.

💶 Spartipp: Der Radweg fährt bergab, und ein Bus mit Fahrradanhänger bringt dich zurück
Der Taubertalradweg „Liebliches Taubertal – der Klassiker“ ist 101 Kilometer lang, führt von Rothenburg nach Wertheim an den Main und trägt als einer von wenigen deutschen Radwegen fünf ADFC-Sterne. Entscheidend für Familien ist das Höhenprofil: 468 Höhenmeter bergauf, 727 bergab. Wer in Rothenburg startet, fährt unterm Strich abwärts — am Fluss entlang, fast ohne Steigung, weitgehend abseits der Straße.
Bleibt die Frage, wie man zurückkommt. Und die hat hier eine erstaunlich gute Antwort: Von Anfang April bis Ende Oktober fährt donnerstags bis sonntags und an Feiertagen die Buslinie 980 mit Fahrradanhänger zwischen Weikersheim, Röttingen, Creglingen und Rothenburg. In den Anhänger passen bis zu 14 Räder, und die Fahrradmitnahme kostet nichts. Für die Personen gilt der normale VRN- beziehungsweise VGN-Tarif — mit dem Deutschlandticket fährst du ohne Aufpreis mit. 2026 läuft die Saison seit dem 2. April.
Die Familienetappe daraus: morgens ab Rothenburg talwärts nach Creglingen, rund 22 Kilometer und fast nur bergab, mittags Pause im Ort, nachmittags mit dem Radbus zurück nach Rothenburg. Ein voller Radtag ohne Rückweg und ohne Autotransport. Wer mehr will, fährt bis Weikersheim (rund 39 Kilometer) und nimmt von dort den Bus.
Zwei Haken: Reservieren kann man nicht, und bei 14 Plätzen wird es an schönen Sonntagen eng — nimm lieber die frühere Abfahrt. Breite E-Bikes und Räder mit Ballonreifen passen nicht immer in die Halterungen. Weiter flussabwärts ist die Fahrradmitnahme in den baden-württembergischen Nahverkehrszügen werktags ab 9 Uhr und am Wochenende ganztägig kostenlos.
ℹ️ Gut zu wissen: Rothenburg hat keine Gästekarte — 50 Kilometer flussabwärts schon
Such in Rothenburg gar nicht erst nach einer Gästekarte mit Bus und Museumsrabatten: Es gibt keine. Die „Rothenburg-PLUS-Karte“, über die du im Netz stolperst, ist eine Bonuskarte des örtlichen Einzelhandels mit Freiparkzeiten — nett, aber kein Gästeangebot. In Rothenburg sparst du über die Uhrzeit, nicht über eine Karte.
Im Taubertal sieht das anders aus, sobald du die Landesgrenze nach Baden-Württemberg überquert hast. Bad Mergentheim ist Kurort: Dort zahlst du Kurtaxe (2026: 3,50 Euro pro Person und Tag im inneren Kurbezirk, 2,30 außerhalb, für Kinder ermäßigt) und bekommst dafür die Kur- und Gästekarte. Die ist mehr wert, als der Name vermuten lässt:
Der Stadtbus ist damit kostenlos, unbegrenzt, auf allen drei Linien. Die fahren im Stundentakt, zwischen Kurgebiet und Bahnhof zusammen sogar alle 30 Minuten — damit kommst du ohne Auto vom Bahnhof zur Unterkunft und wieder zurück. Der innere Kurpark, der von April bis Oktober nachmittags Eintritt kostet, ist mit der Karte frei. Die geführten Wanderungen sind frei. Im Wildpark zahlst du mit Kurkarte 13,50 statt 15 Euro, Kinder 9,50 statt 11. Und in der Solymar-Therme gibt es einen Euro Rabatt auf jeden Einzeltarif.
⭐ Top-Ausflug: Der Wildpark ist der Tag, an dem alle mitkommen
Wenn die Kinder nach drei Tagen Fachwerk genug haben, fährst du nach Bad Mergentheim in den Wildpark: 48 Hektar Wald und Wiese, über 50 Tierarten, fast alle in weitläufigen Freisichtanlagen — man schaut nicht durch Gitter, sondern über Gräben ins Gelände. Eher eine große Wanderung mit Tieren als ein Zoo-Rundgang, rechne mit einem halben bis ganzen Tag.
Zeiten und Kleingedrucktes: Geöffnet ist in der Sommersaison bis zum 1. November täglich von 9 bis 18 Uhr, im Winter nur samstags, sonntags und an Feiertagen von 10.30 bis 17 Uhr, letzter Einlass jeweils um 16 Uhr. Die Parkplätze kosten nichts, und wer am Geburtstag kommt, zahlt gar nichts — Ausweis nicht vergessen.
Der Planungstipp: Die Fütterungsrunden sind das, woran sich die Kinder abends erinnern, und sie haben feste Zeiten, die am Eingang aushängen. Frag beim Reingehen danach und leg deine Runde so, dass du bei den großen Tieren pünktlich bist, sonst läufst du an leeren Gehegen vorbei und wunderst dich.
🤫 Geheimtipp: Die Namen in der Stadtmauer — das beste Suchspiel der Stadt
Geh mit den Kindern auf den Wehrgang und lass sie die Steinplatten in der Mauer lesen. Da stehen Namen und Wohnorte: Tokio, Chicago, Osaka, München, Sydney. Wer die Geschichte dazu kennt, sieht die Stadtmauer danach anders.
Am 31. März 1945 fielen neun Tonnen Brandbomben auf Rothenburg; rund 40 Prozent der Altstadt versanken in Schutt und Asche, über 300 Häuser waren völlig zerstört, an der Stadtmauer klaffte auf etwa 750 Metern eine Lücke. Dass überhaupt etwas übrig blieb, lag auch daran, dass der amerikanische Unterstaatssekretär John J. McCloy den geplanten Artilleriebeschuss im April 1945 verhinderte: Die Stadt machte ihn 1948 zum Ehrenbürger.
Für den Wiederaufbau bat Rothenburg weltweit um Spenden: Wer einen Meter bezahlte, bekam eine Steintafel mit Namen und Wohnort. Bis Mai 1953 war die Mauer wieder geschlossen — bezahlt von Menschen aus ganz Deutschland und aus aller Welt, besonders vielen aus den USA und aus Japan. Das Prinzip gibt es bis heute: Eine Patenschaft beginnt bei 1.500 Euro.
Wer die ganze Geschichte will, geht danach ins RothenburgMuseum: Die Dauerausstellung „Der Rothenburger Weg“ erzählt, wie aus einer halb zerstörten Kleinstadt das berühmteste Mittelalterbild Deutschlands wurde. Mit zehn Euro Familienkarte ist es das günstigste große Museum der Stadt.

Die Geschichte geht so: 1631, Dreißigjähriger Krieg, der kaiserliche Feldherr Tilly nimmt das protestantische Rothenburg ein und will es niederbrennen lassen. Beim Umtrunk soll er dann angeboten haben: Wenn einer der Ratsherren den großen Humpen mit 3,25 Litern Frankenwein in einem Zug leert, bleibt die Stadt verschont. Altbürgermeister Nusch trinkt aus. Rothenburg steht noch.
Und jetzt der Teil, den kein Souvenirkrug erzählt: Die Sage ist vermutlich erst um 1770 entstanden — fast 140 Jahre nach dem angeblichen Ereignis, und die zeitgenössischen Berichte kennen keinen Meistertrunk. Belegt ist der unschöne Teil: Tilly gab Rothenburg zur Plünderung frei, verzichtete aber aufs Niederbrennen. Zum Festspiel wurde die Geschichte erst 1881, und die Figuren an der Kunstuhr kamen sogar erst 1910 dazu.
Das ist kein Grund, die Geschichte nicht zu erzählen, im Gegenteil. Frag deine Kinder vor der vollen Stunde am Marktplatz, ob sie glauben, dass ein Mensch dreieinviertel Liter Wein in einem Zug trinken kann. Dann schaust du gemeinsam mit ihnen zu, wie die Holzfigur genau das tut. Und danach erklärst du, warum manche Geschichten wahr wirken müssen, um berühmt zu werden. Das ist mehr Bildung als jede Museumstafel.
🤫 Geheimtipp: Rothenburg von unten: Im Taubertal ist auch mittags niemand
Das hier ist der wirksamste Trick gegen den Andrang, und er kostet keinen Cent: Steig hinunter. Der Tourismus spielt sich komplett oben auf dem Felssporn ab — hundert Höhenmeter tiefer, unten an der Tauber, bist du auch am vollsten Samstag im August fast allein.
Der Weg beginnt am Burggarten, geht durchs Kobolzeller Tor die Steige hinab und stößt unten auf die Doppelbrücke, ein zweistöckiges Steinviadukt aus dem 14. Jahrhundert, das aussieht, als hätten es Römer gebaut. Von hier hast du den Blick auf die Stadtsilhouette, den alle vom Foto kennen und kaum jemand selbst sieht. Flussaufwärts steht das Topplerschlösschen, ein schmaler Wohnturm, den Bürgermeister Heinrich Toppler 1388 mitten ins Wasser bauen ließ — bis heute bewohnt.
Zwei Kilometer weiter steht in der schlichten Dorfkirche von Detwang der Heilig-Kreuz-Altar von Tilman Riemenschneider, entstanden zwischen 1505 und 1508. Kein Andrang, keine Warteschlange, geöffnet von April bis Oktober mit Mittagspause.
Ehrlich zum Rückweg: Runter ist leicht, hoch ist steil. Mit kleinen Kindern plan den Aufstieg über die Kobolzeller Steige als eigenen Programmpunkt ein und nicht als Anhängsel, oder du machst daraus den Vormittag und isst oben zu Mittag.
Welche Ferien passen zu welcher Reiseform?
Rothenburg ist ganzjährig voll, aber nicht gleichmäßig. Über die Reise entscheidet weniger das Wetter als der Veranstaltungskalender, und der hat 2026 drei Wochenenden, die alles verändern.

Ostern bis Mitte Mai — die unterschätzte Zeit
Radbus, Wildpark und die tägliche Nachtwächterrunde laufen ab Ende März, die großen Ferienwellen sind noch nicht da. Alles offen, wenig Betrieb.

Pfingsten, nur wenn du das Fest willst
Vom 22. bis 25. Mai 2026 laufen die Pfingstfestspiele mit dem „Meistertrunk“, über 900 Mitwirkende, die halbe Stadt in historischem Gewand. Großartig und gleichzeitig das Gegenteil von Ruhe: Zimmer sind knapp und teuer. Direkt danach haben Bayern und Baden-Württemberg zwei Wochen Pfingstferien.

Ende Juni bis Mitte Juli: der beste Kompromiss
Der Norden und Osten hat schon frei, Bayern und Baden-Württemberg noch Schule. Warmes Wetter, volle Saison, aber ohne den süddeutschen Ansturm.

Das erste Augustwochenende — meide es
Vom 6. bis 9. August 2026 steigt auf der Eiswiese unterhalb der Stadt das Taubertal-Festival, 2026 zum 30. Mal. Rockfestival mit Campingplatz, direkt unter der Altstadt, mitten in den süddeutschen Sommerferien. Mit kleinen Kindern ist das das schlechteste Wochenende des Jahres, mit Teenagern kann es genau umgekehrt sein.

Anfang September — die Festtage
Vom 4. bis 6. September laufen die Reichsstadt-Festtage mit Fackelzug und Fassadenfeuerwerk am Rathaus, während Bayern und Baden-Württemberg noch Ferien haben.

Herbstferien: die klügste Familienzeit
Wer im Oktober kommt, trifft den Radbus noch, der bis Ende Oktober fährt, und den Wildpark im täglichen Betrieb bis zum 1. November. Das Taubertal in Herbstfarben, halb leere Gassen. Bayern (02.–06.11.) kommt für den Radbus knapp zu spät.

Weihnachtsferien
Der Reiterlesmarkt läuft vom 20. November bis 23. Dezember zwischen Rathaus und St. Jakob — auch er ein Tagesgäste-Magnet, es gilt also dieselbe Regel wie im Sommer. In den Ferien selbst ist er schon vorbei; dann ist Rothenburg still und leer, der Nachtwächter geht nur samstags, und viele Häuser haben verkürzt offen.
Rothenburg bei Regen
Zuerst die Warnung, die dir sonst niemand vorher sagt: Rothenburg hat im Sommer kein Hallenbad. Das RothenburgBad betreibt Hallenbad und Freibad abwechselnd — das Hallenbad von Mitte September bis Mitte Mai, das Freibad von Mitte Mai bis Mitte September. Es ist immer nur eines von beiden offen. Der verregnete Julitag lässt sich in Rothenburg also nicht im Wasser retten.
Der große Regen-Joker liegt im Tal: die Solymar-Therme in Bad Mergentheim. Das Sport- und Familienbad hat zwei Röhrenrutschen (ab sechs Jahren), einen Eltern-Kind-Bereich für die Kleinen und Zeittarife statt Tageskarte. Mit Kurkarte gibt es einen Euro Nachlass pro Person.
In der Altstadt selbst: Das Kriminalmuseum ist täglich von 10 bis 18 Uhr offen und braucht gut zwei Stunden — an Regentagen ist es genau deshalb voll. Günstiger und ruhiger sind das RothenburgMuseum im alten Dominikanerinnenkloster und das Historiengewölbe unter dem Rathaus. Und der Wehrgang ist überdacht.
Der Trockenlauf für zwischendurch: Das Käthe-Wohlfahrt-Weihnachtsdorf in der Herrngasse ist ein Laden, und Läden kosten keinen Eintritt — mitten im August durch Zehntausende Christbaumkugeln zu laufen, ist für Kinder ein Erlebnis und für dich eine halbe Stunde im Trockenen. Das Deutsche Weihnachtsmuseum eine Etage darüber ist ganzjährig geöffnet und kostet Eintritt.

Zweieinhalb Stunden im Keramikmalstudio mitten in der Altstadt, über 300 Rohlinge zur Auswahl, rollstuhlgerecht. Ein Haken, den du vorher wissen musst: Die Keramik braucht 24 bis 36 Stunden zum Brennen — mitnehmen kannst du sie erst danach oder gegen Versand. Für Tagesgäste also nichts, für alle, die hier übernachten, ideal.
Weiter flussabwärts: Das Glasmuseum in Wertheim hat rund 30 Mitmachstationen und nachmittags einen Glasbläser bei der Arbeit: Der beste Regentag am Ende des Radwegs.
🎒 Ausflugsziele in und um Rothenburg ob der Tauber und Taubertal
Was sich von Rothenburg ob der Tauber und Taubertal aus an einem Tag machen lässt.
Wie du hinkommst
Mit der Bahn geht es besser, als der Ruf der Stadt vermuten lässt: Du fährst bis Würzburg oder Ansbach, steigst in Steinach in die kurze Stichbahn um und bist nach rund einer Viertelstunde in Rothenburg — die Verbindung fährt im Stundentakt, und vom Bahnhof ist die Altstadt bequem zu Fuß erreichbar. Mit dem Auto kommst du über die A7, Ausfahrt Rothenburg; geparkt wird auf den Großflächenparkplätzen P1 bis P5 vor der Mauer. Für Fahrzeuge über 2,85 Meter Höhe brauchst du eine eigene Vignette, mit Wohnmobil also vorher informieren. Entlang der Romantischen Straße fährt zusätzlich ein Reisebus; Saison und Fahrplan ändern sich jährlich, prüf das vor der Buchung.
Wenn danach noch Zeit bleibt: Bayreuth liegt gut zwei Autostunden östlich, Hohenlohe schließt flussabwärts an, und für längere Ferien in der Gegend haben wir Bayern insgesamt auf einer eigenen Seite.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für Rothenburg ob der Tauber und Taubertal mit Kindern?
Für eine Mittelalterstadt lässt sich das nicht an der Temperatur festmachen: Sie ist ganzjährig voll, nur nicht gleichmäßig. Am angenehmsten sind April bis Mitte Mai und die Herbstferien: Radbus, Wildpark und Nachtwächter laufen, die großen Ferienwellen fehlen. Das erste Augustwochenende meidest du besser, da steigt unterhalb der Stadt das Taubertal-Festival.
Was kostet ein Tag hier mit zwei Kindern?
Zwischen null und 16 Euro Eintritt für eine vierköpfige Familie — Stadtmauer, Burggarten und das Taubertal unten kosten nichts, und beim Nachtwächter zahlen Kinder unter zwölf nicht. Teurer wird nur das Kriminalmuseum, der Wildpark und die Therme. Die vollständige Rechnung steht oben unter „Was ein Tag wirklich kostet“.
Kommst du vor Ort ohne Auto zurecht?
In Rothenburg selbst ja — die Altstadt ist zu Fuß erledigt, und vom Bahnhof sind es wenige Minuten. Fürs Taubertal wird es schwieriger: Der Radbus fährt nur donnerstags bis sonntags von April bis Oktober, sonst bleiben Bahn und wenige Regionalbusse. Wer ohne Auto reist, wählt einen Standort mit Bahnhof — Rothenburg oder Bad Mergentheim, und plant von dort aus.
Wie kommt man hin?
Rothenburg ob der Tauber und Taubertal erreichst du mit dem Auto oder der Bahn. Die Details stehen oben unter „Wie du hinkommst“.
Wenn dir Rothenburg ob der Tauber und Taubertal gefällt
- Reiseziel-Finder — alle Ziele, gerechnet auf deine echten Ferientermine
- Ferientermine aller Bundesländer
- Ideen für Regentage
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Quellen und Stand
- Klimawerte: ERA5-Archiv 2005–2024, gegengeprüft gegen CMIP6 und NASA POWER. Eigene Berechnung.
- Ferientermine: dieselbe Datenbank wie die Bundeslandseiten.
- Bayern Tourismus (offizielles Landesportal)
- Rothenburg Tourismus Service: Stadtmauer und Türme
- Rothenburg Tourismus Service: Nachtwächter-Führung
- Stadt Rothenburg: Parken und GästeVignette
- Stadt Rothenburg: Stadtmauerspende und Spendersteine
- VGMT: Radbus Linie 980 im Taubertal
- Kur- und Gästekarte Bad Mergentheim
- Wildpark Bad Mergentheim: Preise und Öffnungszeiten
- RothenburgMuseum: Eintrittspreise und Öffnungszeiten
- Mittelalterliches Kriminalmuseum: Öffnungszeiten und Eintrittspreise
- Solymar Therme Bad Mergentheim: Öffnungszeiten und Preise
- Liebliches Taubertal: Der Klassiker (5-Sterne-Radweg)
Stand dieser Seite. Preise und Öffnungszeiten zuletzt geprüft am 5. August 2026. Ferien- und Klimawerte werden automatisch berechnet, Reiseangaben sind anhand offizieller Quellen kontrolliert. Klimawerte sind Mittel der Jahre 2005 bis 2024, ohne gewähltes Bundesland Monatsmittel, mit Bundesland auf deine echten Ferientermine umgerechnet. Als Regentag zählt ein Tag mit messbarem Niederschlag, nicht ein Tag Dauerregen; alles sind Klimamittel, keine Wettervorhersage. Einzelne ausdrücklich gekennzeichnete Praxistipps („Aus eigener Erfahrung“) beruhen auf eigener Erfahrung; alle übrigen Reiseangaben sind automatisch aufbereitet und anhand offizieller Quellen geprüft, aber nicht vollständig vor Ort verifiziert — Öffnungszeiten, Preise und Altersgrenzen deshalb bitte vor dem Ausflug beim Betreiber nachsehen.





