Wildpark Schorfheide mit Kindern: Tipps für den Ausflug

Eine Stunde nördlich von Berlin liegt ein Ausflugsziel, das die Rechnung eines Familientags auf den Kopf stellt: Der Wildpark Schorfheide kostet für zwei Erwachsene und zwei Schulkinder 38 Euro, Parken inklusive, weil es nichts kostet. Dafür gibt es sieben Kilometer Wege, Wölfe, Luchse, Fischotter und einen Streichelbereich. Diese Seite sagt, wie der Tag abläuft und woran er scheitern kann.

Wildpark Schorfheide mit Kindern: Tipps für den Ausflug

In zehn Sekunden entschieden

Dauer: drei bis fünf Stunden, je nachdem, wie viel von den sieben Kilometern du läufst. · Passt am besten für: alle Altersgruppen — mit Kinderwagen genauso wie mit Zwölfjährigen; nur Jugendliche brauchen einen zusätzlichen Aufhänger. · Anfahrt: Auto über L100 oder A11 bis Groß Schönebeck; mit der Bahn die Heidekrautbahn bis Groß Schönebeck, dann drei Kilometer zu Fuß oder von Freitag bis Sonntag mit dem HeideLiner. · Drinnen oder draußen: komplett draußen. · Vorher buchen: nein, nicht nötig. Bezahlt wird vor Ort in bar oder mit Karte.

Was der Tag wirklich kostet

Hier gibt es keine Überraschungen, und das ist die Nachricht. Kein Parkticket, kein Aufpreis für Attraktionen, keine Fahrgeschäfte, die extra kosten.

Was der Tag wirklich kostet
PostenPreis
Erwachsene11,00 €
Ermäßigt: Kinder ab 4 Jahren, Schüler, Azubis, Senioren, Menschen mit Behinderung8,00 €
Kinder unter 4 Jahrenfrei
Gruppen ab 10 Personen10,00 € / ermäßigt 7,00 €
Jahreskarte50,00 € / ermäßigt 30,00 €
Parkenkostenlos
Hund an der Leinekostenlos
Bollerwagen leihen3,00 €

Für zwei Erwachsene und zwei Kinder von 8 und 11 Jahren sind das 38 Euro. Mit Bollerwagen 41. Dazu kommt Tierfutter, das an der Kasse verkauft wird, und der Imbiss aus der Kräuterküche. Wer eine Jahreskarte rechnet: Ab dem fünften Besuch für Erwachsene lohnt sie sich, bei Kindern ab dem vierten.

Der Bollerwagen ist keine Bequemlichkeit

Sieben Kilometer Wege klingen nach wenig, sind mit einem Fünfjährigen aber eine ganze Menge, vor allem auf dem Rückweg. Die drei Euro für den Bollerwagen sind der am besten investierte Betrag des Tages. Er nimmt außerdem Rucksäcke, Jacken und die Wasserflaschen auf, die sonst niemand mehr tragen will.

Ein Tagesablauf, der die Wege kennt

Der Park öffnet täglich um 9 Uhr, letzter Einlass ist um 17 Uhr, geschlossen wird um 19 Uhr. Der Tag hat einen festen Taktgeber: die beiden kostenlosen Fütterungen am Vormittag. Um sie herum baust du alles andere.

  1. Bis 10.45 Uhr ankommen. Wer erst um 11 Uhr auf den Parkplatz fährt, verpasst den besten Teil.
  2. 11 Uhr: Luchsfütterung — kostenlos, ohne Anmeldung. Dienstags fällt sie aus, das ist der wichtigste Satz auf dieser Seite.
  3. 11.30 Uhr: Fischotterfütterung — gleich danach, ebenfalls kostenlos. Die beiden Termine liegen so, dass du sie nacheinander schaffst.
  4. Mittag: Imbiss in der Kräuterküche oder eigenes Picknick an einem der Rastplätze entlang der Wege.
  5. Nachmittag: die große Runde. Wölfe, Rotwild, Wisente, dazu das Wolfsinformationszentrum im Besucherhaus, das keinen Extraeintritt kostet.
  6. Zum Schluss: Streichelgehege und der große Spielplatz mit Kletterturm und Rutsche. In dieser Reihenfolge, nicht umgekehrt: Vom Spielplatz bekommst du kein Kind mehr weg.

Was in welchem Alter zündet

0–5 Jahre

Bis vier Jahre ist der Eintritt frei, und die Wege sind gut mit Kinderwagen zu fahren. Für diese Gruppe zählen drei Dinge: das Streichelgehege, das Tierfutter aus der Kasse und der Spielplatz. Die sieben Kilometer musst du nicht komplett laufen. Such dir eine kürzere Runde und plan den Rest über den Bollerwagen.

6–9 Jahre

Die Altersgruppe, für die der Park am besten funktioniert. Fütterungen ansehen, selbst füttern, Tiere suchen, klettern, und zwischendurch echte Strecke machen. Wer will, kombiniert den Besuch mit dem benachbarten Kletterwald Schorfheide, der einen eigenen Betreiber und eigene Preise hat.

10–13 Jahre

Hier trägt vor allem das Wolfsthema. Das Wolfsinformationszentrum Brandenburg sitzt im Dachgeschoss des Besucherhauses und ist im Eintritt enthalten. Für Kinder, die sich für Wildtiere und die Rückkehr des Wolfs interessieren, ist das der Höhepunkt des Tages und nicht die Beigabe.

14–18 Jahre

Ein normaler Wildparkbesuch reicht Jugendlichen selten. Was hier funktioniert, sind die besonderen Veranstaltungen: Wolfsfrühstück, Vollmond-Wolfsnächte und das Hirschbrunftfest im Herbst. Termine und Preise dafür laufen über den Betreiber und sind begrenzt. Das ist der Fall, in dem sich vorher fragen wirklich lohnt.

Die zwei Termine, die den Tag machen
Was in welchem Alter zündet
UhrzeitwasAchtung
11.00 UhrLuchsfütterungdienstags nicht
11.30 UhrFischotterfütterungtäglich

Beide sind kostenlos und ohne Anmeldung. Weitere Fütterungszeiten veröffentlicht der Park nicht. Wenn du auf die Wölfe hoffst, frag vorher an, statt darauf zu bauen.

Welche Tiere du wirklich siehst

Ein Wildpark zeigt keine Löwen, sondern das, was hier lebt oder lebte, und genau darin liegt für Kinder der Reiz, weil sie den Tieren im selben Wald begegnen könnten, in dem sie am Wochenende spazieren gehen.

  • Wölfe: das Aushängeschild des Parks, ergänzt durch das Wolfsinformationszentrum Brandenburg im Besucherhaus.
  • Luchse: die Fütterung um 11 Uhr ist der einzige Zeitpunkt, an dem du sie zuverlässig zu sehen bekommst. Luchse liegen sonst gern versteckt.
  • Fischotter: die verlässlichsten Darsteller. Um 11.30 Uhr sind sie im Wasser.
  • Rotwild, Damwild und Wisente: auf großen Flächen, teils vom Weg aus mit Fernglas besser zu sehen als mit bloßem Auge.
  • Streichelgehege: der Ort, an dem das gekaufte Futter tatsächlich landet.

Nimm ein Fernglas mit, falls du eins hast. Auf sieben Kilometern Wegen durch echte Waldflächen ist der Unterschied zwischen „da hinten steht was“ und „das ist ein Hirsch mit Geweih“ genau dieses Fernglas.

Was in den Rucksack gehört

  • feste Schuhe — es sind Waldwege, keine Zoowege
  • Regenjacke, auch bei gutem Wetter
  • Wasser für alle; unterwegs gibt es keine Automaten
  • Mückenschutz von Mai bis September
  • Fernglas, falls vorhanden
  • Bargeld oder Karte für Eintritt, Futter und Kräuterküche
  • etwas zum Sitzen für ein Picknick an einem der Rastplätze

Was zu Hause bleibt: eigenes Tierfutter. Das gibt es an der Kasse, und nur dieses ist erlaubt.

Die Fallstricke

Der Dienstag. Der Park hat keinen Ruhetag und ist täglich offen, auch an Feiertagen. Aber dienstags entfällt die Luchsfütterung, der halbe Grund, überhaupt vormittags da zu sein.

Der letzte Einlass um 17 Uhr. Er liegt zwei Stunden vor Parkschluss. Wer nachmittags um halb fünf losfährt, kommt zu spät, auch wenn auf dem Schild „bis 19 Uhr“ steht.

Sieben Kilometer sind sieben Kilometer. Der Wildpark ist keine Runde um ein paar Gehege, sondern ein Waldgelände mit Wanderwegen und Rastplätzen. Feste Schuhe, Regenjacke und genug Wasser gehören dazu; im Sommer außerdem Mückenschutz.

Eigenes Futter ist tabu. Tierfutter gibt es an der Kasse. Mitgebrachtes Brot oder Gemüse ist keine gute Idee und in Wildparks generell unerwünscht.

Der ruhigste Tag

Ein Werktag außerhalb der Berliner und Brandenburger Ferien. Der Park liegt im Naherholungsradius von Berlin. An Ferienwochenenden bei gutem Wetter ist der Parkplatz voll. Die Ferientermine aller Bundesländer zeigen dir, wann das der Fall ist.

Wetter. Es gibt hier keinen Innenbereich außer dem Besucherhaus und der Kräuterküche. Bei Dauerregen ist das kein Tag für kleine Kinder. Dann helfen unsere Ideen für Regentage weiter. Bei Nieselregen dagegen ist der Wald leer und die Tiere sind aktiver.

Mit der Bahn statt mit dem Auto

Das ist einer der wenigen Wildparks, den man aus Berlin gut ohne Auto erreicht. Die Heidekrautbahn fährt alle zwei Stunden von Berlin-Karow nach Groß Schönebeck. Vom Bahnhof sind es drei Kilometer bis zum Wildpark, ausgeschildert mit grünen Wegweisern und in etwa 30 Minuten zu Fuß zu schaffen.

Bequemer geht es von April bis Ende Oktober freitags bis sonntags mit dem HeideLiner, dem Ausflugsbus der Linie 904. Er ist auf die Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Bahn abgestimmt und fährt weiter zum Kletterwald Schorfheide und zum Feriendorf Groß Väter See. Beides läuft zum VBB-Tarif, das Deutschlandticket gilt.

Wo der Park liegt — und was noch in die Nähe passt

Groß Schönebeck liegt mitten in der Schorfheide, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands, und damit im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Wer mehr als einen Tag bleibt, findet die Region unter Schorfheide-Chorin mit Kindern, südlich schließt Barnim mit Kindern an. Die große Übersicht steht unter Brandenburg mit Kindern, weitere Tagesziele in den 50 besten Ausflugszielen in Brandenburg. Wenn noch nichts feststeht, hilft der Ausflugsfinder.

Für ein Naturwochenende bleibst du am besten gleich hier oben: In und um Groß Schönebeck stehen Ferienhäuser mitten im Wald, der Kletterwald liegt nebenan, und der Werbellinsee ist eine Viertelstunde entfernt. Unterkünfte rund um Groß Schönebeck für deine Reisedaten vergleichen*

Häufige Fragen

Was kostet der Wildpark Schorfheide für eine Familie?

Zwei Erwachsene und zwei Kinder ab vier Jahren zahlen 38 Euro. Parken ist kostenlos, Kinder unter vier Jahren kommen frei hinein.

Wann sind die Fütterungen?

Um 11 Uhr die Luchse — außer dienstags — und um 11.30 Uhr die Fischotter. Beide sind kostenlos und ohne Anmeldung.

Wie lange braucht man für den Wildpark?

Drei bis fünf Stunden. Das Gelände hat sieben Kilometer Wege; mit kleinen Kindern lohnt sich der Bollerwagen für drei Euro.

Ist der Wildpark mit Kinderwagen machbar?

Ja, die meisten Tiergehege sind barrierefrei erreichbar, und es gibt Wickelmöglichkeiten und barrierefreie Toiletten.

Kommt man ohne Auto hin?

Ja. Die Heidekrautbahn fährt bis Groß Schönebeck, von dort sind es drei Kilometer zu Fuß oder von April bis Oktober freitags bis sonntags der HeideLiner-Bus.

Quellen und Stand

Stand dieser Seite. Preise, Öffnungszeiten und Fütterungszeiten zuletzt geprüft am 5. August 2026 beim Betreiber. Maßgeblich ist die verlinkte Betreiberinformation.

Weiterplanen: Ausflugsfinder · Ferientermine aller Bundesländer · Ideen für Regentage

📍 Schulferien 2026 nach Bundesland

schulferien.eu