Tübingen mit Kindern: beste Ferien, Basis und Reiseplan


Tübingen geht das ganze Jahr — das Wetter entscheidet hier weniger als die Frage, wie voll es ist. Im Hochsommer rund 24,0 °C und am meisten Andrang, im Winter etwa 5,4 °C, dafür kürzere Schlangen und günstigere Unterkünfte. Anreise: mit dem Auto oder mit der Bahn. Preisniveau: mittel. Geeignet für Kinder von 3 bis 18 Jahren. Vor Ort brauchst du das Auto kaum: Die Wege sind kurz.
Altstadt, Neckar, Schlossmuseum und Schönbuch-Ausflüge; Kopfsteinpflaster und Stocherkahn mit kleinen Kindern prüfen.
Wie warm ist es in deinen Ferien?
Für eine Städtereise ist das Wetter selten das entscheidende Kriterium — drinnen ist es im Januar so warm wie im Juli. Nützlich sind die Werte trotzdem: Sie sagen dir, was du einpacken musst und wie viel Zeit du draußen verbringen kannst. Wähl unten dein Bundesland, dann rechnen wir Temperatur und Regentage auf deine tatsächlichen Ferientermine um. Im Reiseziel-Finder kannst du Tübingen anschließend mit anderen Zielen vergleichen.
Klima für deine Ferientage
Wer hat in diesen Ferien noch frei?
Große Ziele sind voller, je mehr Bundesländer gleichzeitig Ferien haben. Wähl aus, wann du fahren willst — darunter steht, mit wem du unterwegs bist.
Wähl oben dein Bundesland, dann rechnen wir es aus.
Fünf Entscheidungen, die Tübingen leichter machen
Fünf Eigenheiten entscheiden in Tübingen über gelungene Tage. Die Kurzfassung, die Vertiefung mit allen Zahlen folgt direkt darunter.
1. Der Dienstag ist hier der Ruhetag, nicht der Montag
Stadtmuseum, Museum Alte Kulturen und Hölderlinturm haben dienstags gleichzeitig zu — und das sind ausgerechnet die drei, von denen zwei nichts kosten. Was dann noch geht.
2. Samstags fährt der Stadtbus umsonst
alle Linien im Stadttarif, auch die beiden nach Bebenhausen. Wo die Grenze verläuft.
3. Stocherkahn-Karten gibt es nur vorher
ausschließlich in der Tourist Information, nicht am Anleger, und nur von Mai bis September. Was vorher zu klären ist.
4. In den Sommerferien hat die Stadt kein Hallenbad
Beide sind in Revision, 2026 bis zum 13. September. Der Regenplan ohne Rutsche.
5. Die AlbCard gibt es geschenkt — aber nur außerhalb der Stadt
Wer bei einem Gastgeber auf der Schwäbischen Alb schläft, fährt die ganze Woche gratis Bus und Bahn. Warum das vor der Buchung zählt.
Was nicht in jedem Reiseführer steht

Das ist der Tipp, der in keinem Reiseführer über Tübingen steht, obwohl ihn die Stadt selbst seit Jahren auf ihre Seite schreibt: Samstags kostet der TüBus nichts. Kein Ticket, kein Automat, keine Registrierung. Von Mitternacht in der Nacht von Freitag auf Samstag bis Sonntagmorgen um 5 Uhr fährst du im Tübinger Stadttarif gratis mit.
Der Haken steckt in der Grenze des Stadtgebiets:
| Samstags kostenlos | Samstags trotzdem mit Ticket |
|---|---|
| alle Stadtbuslinien im Tübinger Stadttarif | jede Fahrt, die das Stadtgebiet verlässt: nach Reutlingen, Rottenburg, Herrenberg |
| die Nachtbusse | die regionalen Nachtlinien |
| Buslinien 826 und 828 nach Bebenhausen der eigentliche Clou für Familien | die Regionalbusse 7611, 7613 und 7625 über Kusterdingen nach Reutlingen, Mössingen und Gomaringen |
| die Ammertalbahn von und nach Unterjesingen | alle übrigen Züge |
An den anderen Tagen bleibt es überschaubar: Ein Einzelticket kostet Erwachsene 3,60 Euro, Kinder von sechs bis 14 zahlen 1,90 Euro, und das Gruppen-Tagesticket kostet im Stadttarif 15 Euro (Stand 2026). Es gilt für ein bis fünf Personen ab sechs Jahren, eine Aufsichtsperson nimmt bis zu vier jüngere Kinder kostenlos mit, und statt einer Person darf auch ein Fahrrad mit, werktags allerdings erst ab 8:30 Uhr.
Leg deinen Ausflugstag trotzdem nach Möglichkeit auf den Samstag: Der Bebenhausen-Tag weiter unten wird damit komplett kostenlos. Alle Regeln stehen bei der TüBus.
💶 Spartipp: Die Gästekarte fängt eine Region weiter an
Eine eigene Gästekarte hat Tübingen nicht. Die Stadt ist Universitätsstadt und kein Kurort, erhebt also keine Kurtaxe und gibt entsprechend auch keine Karte mit Gratis-Nahverkehr aus.
Es gibt aber eine, die im Ort selbst kaum jemand erwähnt, weil sie ein paar Kilometer weiter beginnt: Die AlbCard bekommst du kostenlos beim Check-in, wenn deine Unterkunft zu den über 150 teilnehmenden Gastgebern der Schwäbischen Alb gehört. Sie gilt ab der ersten Nacht bis zur Abreise und bringt freie Fahrt im gesamten naldo-Verbund mit (die Landkreise Reutlingen, Sigmaringen, Tübingen und den Zollernalbkreis), dazu freien Eintritt in über 180 Attraktionen. Kloster und Schloss Bebenhausen ist ausdrücklich dabei.
Daraus folgt eine Entscheidung, die vor der Buchung fällt. Wer mitten in Tübingen schläft, hat es kurz in die Altstadt und zahlt den Nahverkehr selbst — außer samstags. Wer am Albtrauf übernachtet, Richtung Bad Urach, Mössingen oder Reutlinger Alb, fährt die ganze Woche gratis mit Bahn und Bus nach Tübingen hinein und wieder hinaus und spart sich obendrein die Parkhausrechnung.
Frag bei der Buchung deshalb ausdrücklich: „Sind Sie AlbCard-Gastgeber?“
⭐ Top-Ausflug: Die älteste Tierfigur der Welt steht auf dem Schlossberg — für fünf Euro
Die Höhlen der Schwäbischen Alb sind seit 2017 UNESCO-Welterbe, und jede Reisebroschüre schickt dich deshalb ins Ach- und Lonetal. Was dabei fast immer untergeht: Die Originale liegen nicht in den Höhlen, sondern zum größten Teil hier, im Museum Alte Kulturen auf Schloss Hohentübingen. Das Haus zeigt nach eigener Auskunft mehr Originalfunde aus den Eiszeithöhlen als alle vier anderen Museen zusammen: 16 Figuren, Schmuckstücke und Werkzeuge, rund 40.000 Jahre alt.
Der Star ist ein Pferd von 4,8 Zentimetern Länge, aus Mammut-Elfenbein geschnitzt und 1931 in der Vogelherdhöhle ausgegraben. Daneben steht ein winziges Mammut, das erst 2006 gefunden wurde. Man steht davor, sieht etwas, das in eine Kinderhand passt, und begreift langsam, dass es älter ist als Ackerbau, Schrift und alles andere, was Kinder aus dem Sachunterricht kennen. Es lohnt sich, den Kindern vorher zu sagen, dass die Figuren klein sind — sonst suchen sie unwillkürlich nach einem Skelett.
Und jetzt der Preis: Erwachsene fünf Euro, ermäßigt drei, Familienticket zwölf Euro. Geöffnet ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags bis 19 Uhr. Montags und dienstags also nicht. Für Kinder gibt es eigene Audioguides in der kostenlosen App des Museums, unter anderem zur Eiszeit und zum Alten Ägypten. Im selben Schloss liegt außerdem das Schlosslabor, und das kostet gar nichts (siehe unten). Alle Zeiten und Preise beim Museum der Universität Tübingen.

In einem Gewölbe im Schloss Hohentübingen stand einmal der Herd der Herzöge. 1818 baute man die Küche zum chemischen Labor um, und 1869 wusch dort ein 24-jähriger Schweizer namens Friedrich Miescher Zellen aus gebrauchten Verbandsmaterialien der nahen Klinik und fand darin eine unbekannte, phosphorreiche Substanz. Er nannte sie „Nuklein“. Heute heißt sie DNA.
Das Verrückte daran: Das Schlosslabor ist genau dieser Raum, es ist heute eine Ausstellung, und der Eintritt kostet nichts (mittwochs bis sonntags 10 bis 17 Uhr, donnerstags bis 19 Uhr). In einer Vitrine liegt Mieschers Originalröhrchen. Das ist ein Zehn-Minuten-Stopp, der bei Kindern ab etwa zehn Jahren hängen bleibt: Der Stoff, aus dem sie gemacht sind, wurde in einer alten Küche in einem Eimer voller Eiter gefunden. Man muss das nicht schöner erzählen, als es war.
Und wenn du schon oben bist: Im Schlosskeller steht das wohl älteste Riesenweinfass der Welt. Herzog Ulrich ließ es 1546 bauen, es fasst rund 84.000 Liter und steht wegen seines Alters im Guinness-Buch. Zu sehen ist es allerdings nur im Winter. Im hinteren Schlosskeller wohnt eine Kolonie Mausohr-Fledermäuse, und die haben Vorrang. Von 1991 bis 2018 war das Fass deshalb komplett gesperrt. Ein Ausflugsziel, das sich nach Fledermäusen richtet: schwäbischer geht es kaum.
ℹ️ Gut zu wissen: Stocherkahn mit Kindern: die drei Sätze, die vorher wichtig sind
Ein Stocherkahn ist kein Ausflugsboot. Er ist ein flacher, offener Holzkahn ohne Motor, in dem man auf Bänken sitzt, während vorn jemand mit einer langen Stange den Grund des Neckars sucht. Genau das macht ihn so schön. Und deshalb solltest du drei Dinge vorher klären.
| Die öffentliche Fahrt | Stand 2026 |
|---|---|
| Preis | 13 € für Erwachsene, 11 € für Kinder bis zwölf Jahre |
| Dauer | eine Stunde |
| Abfahrt | täglich 13 Uhr, samstags zusätzlich 17 Uhr, am Anleger Casino in der Wöhrdstraße |
| Tickets | nur vorab in der Tourist Information an der Neckarbrücke, vom Umtausch ausgeschlossen |
| Eigener Kahn | ab sechs Personen zur Wunschzeit sinnvoll; in einen Kahn passen bis zu 16 Leute |
| Saison | Mai bis September, an schönen Wochenenden von Mitte April bis Mitte Oktober |
Und das sind die drei Dinge, die vor der Buchung geklärt sein sollten:
- Schwimmweste vorher anmelden. Die Anbieter haben Westen für Kinder und Nichtschwimmer, aber sie liegen nicht standardmäßig im Kahn. Sag es bei der Buchung dazu. Die Aufsichtspflicht bleibt bei dir, Kleinkinder sitzen also am besten zwischen zwei Erwachsenen.
- Karten gibt es nur im Vorverkauf. Wer spontan am Anleger steht, fährt nicht mit. Plan den Weg zur Tourist Information also einen Tag vorher ein.
- Es ist eine Saison-Sache. In den Herbstferien kann schon Schluss sein. Bei Regenprognose kannst du bei den meisten Anbietern bis zwei Stunden vorher kostenlos absagen; bei Gewitter entscheidet der Stocherer, und zwar endgültig.
Ein Termin zum Vormerken für alle, die einmal 15.000 Menschen an einem Flussufer sehen wollen: Am Feiertag Fronleichnam läuft das Tübinger Stocherkahnrennen, rund 40 verkleidete Studierendenteams treten gegeneinander an — und das Verliererteam muss einen halben Liter Lebertran trinken. Mit Kindern ab etwa acht Jahren ist das ein großer Spaß, mit Kinderwagen im Gedränge am Ufer eher nicht.
⭐ Top-Ausflug: Bebenhausen: der Ausflug, der samstags komplett gratis sein kann
Sechs Kilometer nördlich der Altstadt liegt im Wald ein ganzes Zisterzienserkloster mit Kreuzgang, Sommerrefektorium und einem Dachreiter, den man aus halb Schwaben wiedererkennt. Daneben ein kleines Jagdschloss, in dem Württembergs letztes Königspaar seine Jahre nach der Abdankung verbrachte. Bebenhausen gehört verwaltungstechnisch zu Tübingen, und die Buslinien 826 und 828 fahren hin.
Hier greifen zwei Tipps von oben ineinander: Die beiden Linien gehören am ticketfreien Samstag zum Gratis-Angebot, und im Wald direkt nördlich des Klosters liegt ein Wildschweingehege des Naturparks Schönbuch, das frei zugänglich ist und nichts kostet. Im Frühsommer laufen dort Frischlinge herum. Wer mit kleinen Kindern kommt, hat damit bereits einen ganzen Vormittag beisammen, ohne einen Cent auszugeben — Bus gratis, Gehege gratis, Klosterdorf zum Durchlaufen gratis.
Das Kloster selbst kostet Eintritt, und der Öffnungskalender ist der Grund, warum dieser Ausflug im Winter kippen kann:
| Kloster und Schloss Bebenhausen | Stand 2026 |
|---|---|
| Eintritt | 7 € Erwachsene, 3,50 € ermäßigt, 17,50 € für Familien; Kinder unter sechs frei |
| Mit AlbCard | frei, Kloster und Schloss |
| Schloss-Innenräume | nur im Rahmen einer Führung; dafür gibt es ein Kombiticket |
| Mai bis Anfang November | täglich 9 bis 17 Uhr |
| Anfang Januar bis Mitte März | nur an Wochenenden und Feiertagen |
| Letzter Einlass | immer 16.30 Uhr |
Wer mit dem Auto kommt: In Laufentfernung liegen über 100 kostenlose öffentliche Parkplätze — einer der wenigen Orte rund um Tübingen, an dem Parken kein Thema ist. Und wer danach noch Kraft hat, läuft vom Kloster ins Goldersbachtal hinein; der Schönbuch beginnt hier ohne Übergang. Öffnungszeiten und Führungstermine bei Kloster und Schloss Bebenhausen.
🤫 Geheimtipp: Der Wasserfall, zu dem ein Zug fährt
Fast alle Ausflüge auf die Schwäbische Alb setzen ein Auto voraus. Dieser nicht — und deshalb ist er für Familien ohne Wagen der beste Tagesausflug von Tübingen aus.
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 fahren die Züge der Ermstalbahn von Bad Urach über Metzingen und Reutlingen durch bis Tübingen, zwischen Bad Urach und Metzingen werktags sogar alle halbe Stunde, abends und am Wochenende stündlich. Am Bahnhof Bad Urach steigst du aus, und von dort führt der Weg zum Uracher Wasserfall: rund zwei Kilometer flacher Weg am Brühlbach entlang, laut Bad Urach Tourismus auch mit einem geländegängigen Kinderwagen gut zu schaffen. Am Ende stürzt das Wasser über eine Tuffkante rund 37 Meter in die Tiefe.
Was du wissen solltest: Der Weg zum Wasserfall ist eben, der Weg hinauf auf die Alb führt über steile Treppen. Mit Buggy also Endstation am Becken, mit größeren Kindern der Anfang einer richtig schönen Runde (der Wasserfallsteig wurde 2016 zu Deutschlands schönstem Wanderweg gewählt). Der Wasserfall liegt in einem Naturschutzgebiet und ist ein Geotop: Der Tuff ist weich und bricht, deshalb bleibt man auf den Wegen und klettert nicht hinein.
Der Besuch selbst kostet nichts. Der Parkplatz am Einstieg kostet Gebühr — noch ein Argument für den Zug. Und wer eine AlbCard hat, fährt die Strecke ohnehin umsonst.
Welche Ferien passen zu welcher Reiseform?
Tübingen hat zwei Kalender, und nur einer davon hängt in der Schule: Rund 28.000 Menschen studieren hier, bei gut 93.000 Einwohnern ist also etwa jeder Dritte in der Stadt Studierende oder Studierender. Wann Vorlesungen laufen und wann nicht, verändert diese Stadt stärker als das Wetter.

Ende Juni bis Ende Juli — Tübingen in Bestform
Die Uni ist noch im Betrieb (die Vorlesungszeit endete 2026 am 25. Juli), die Stocherkähne fahren, das Freibad ist offen, und wer aus Hessen (ab 29.06.), Niedersachsen (ab 02.07.), Sachsen (ab 04.07.) oder Berlin (ab 09.07.) kommt, hat schon frei, während Baden-Württemberg noch zur Schule geht. Das ist die lebendigste und trotzdem entspannteste Kombination, die diese Stadt zu bieten hat.

August und Anfang September — die leere Version
Jetzt hat auch die Uni vorlesungsfrei, und Tübingen wird spürbar ruhiger: weniger Fahrräder, kürzere Schlangen, entspanntere Cafés. Gleichzeitig sind Nordrhein-Westfalen (20.07.–01.09.), Baden-Württemberg (30.07.–12.09.) und Bayern (03.08.–14.09.) unterwegs. Die Ausflugsziele auf der Alb und im Schönbuch füllen sich also sehr wohl, die Altstadt aber nicht in gleichem Maß. Ein Haken, den niemand auf dem Zettel hat: In diesen Wochen haben beide Hallenbäder der Stadt Sommerpause (2026 bis zum 13. September). Bleibt das Freibad — 2026 in seiner 75. Saison.

Mitte September — Achtung, volle Stadt
Vom 16. bis 20. September 2026 füllt der Umbrisch-Provenzalische Markt die Altstadt mit über 100.000 Besuchern. Schön, wenn du das willst; anstrengend, wenn du mit Buggy zufällig hineinläufst.

Herbstferien — die klügste Zweitwahl
Ab dem 12. Oktober läuft das Wintersemester wieder, die Stadt ist also wieder wach, aber ohne Sommerandrang. Hessen (05.–17.10.), Niedersachsen (12.–24.10.), NRW (17.–31.10.) und Berlin (19.–31.10.) treffen es gut; Baden-Württemberg (26.–30.10.) und Bayern (02.–06.11.) kommen spät. Rechne damit, dass die Stocherkahn-Saison dann vorbei sein kann. Gefahren wird bis Mitte Oktober nur noch an schönen Wochenenden.

Weihnachtsferien
Der große Tübinger Dezember-Termin liegt vor den Ferien: Das Schokoladenfestival chocolART füllt vom 1. bis 6. Dezember 2026 die ganze Altstadt mit knapp 90 Ausstellern. In den Ferien selbst ist es dann ruhig, und der Winter hat einen eigenen Vorteil: Das Riesenweinfass im Schlosskeller ist nur in den kalten Monaten zu besichtigen. Kloster Bebenhausen fährt seine Öffnungszeiten allerdings herunter und macht von Anfang Januar bis Mitte März nur noch am Wochenende auf.

Oster- und Pfingstferien
Die Uni startet Mitte April ins Sommersemester, die Stocherkähne beginnen an schönen Wochenenden, das Freibad öffnet am 1. Mai. Wer an Pfingsten kommt und Fronleichnam mitnimmt, erwischt das Stocherkahnrennen.
Was zu welchem Alter passt
0–5 Jahre
Die Altstadt ist steil und gepflastert. Plan sie von unten nach oben und mit vielen Pausen. Der beste Ort für dieses Alter liegt flach am Wasser: die Platanenallee auf der Neckarinsel, 1828 gepflanzt, 380 Meter lang, je 42 Bäume links und rechts und damit die älteste erhaltene Allee ihrer Art in Deutschland. Enten gucken, Kahn gucken, Eis essen. Dazu das Freibad (Kinder unter sechs zahlen nichts, es gibt ein Planschbecken) und das kostenlose Wildschweingehege bei Bebenhausen.
6–9 Jahre
Jetzt zündet der Schlossberg. Der Aufstieg über die Burgsteige ist kurz genug zum Schaffen und steil genug zum Angeben, oben warten für drei Euro ermäßigt die Eiszeitfiguren — und die Kinder-Audiotour in der kostenlosen App des Museums macht daraus eine Schnitzeljagd. Danach eine Runde Stocherkahn und ein Nachmittag im Freibad.
10–13 Jahre
Das Schlosslabor wird interessant: Die Geschichte, wie ein 24-Jähriger 1869 in einer Schlossküche die DNA fand, kommt in diesem Alter gut an, und der Eintritt kostet nichts. Dazu der Wasserfall bei Bad Urach mit Zug und Wanderung, das Auto- und Spielzeugmuseum Boxenstop und der Botanische Garten der Uni, dessen Gewächshäuser ebenfalls gratis sind.
14–18 Jahre
Tübingen ist eine Stadt, in der Jugendliche sich zum ersten Mal alleine bewegen können, ohne dass man nervös wird: klein, fußläufig, voller Menschen in ihrem Alter. Die Kunsthalle nimmt für Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 vier Euro und ist montags zu. Und wer über den Wasserfallsteig oder eine Runde durch den Schönbuch nicht meckert, kriegt hier die beste Mischung aus Stadt und Wald, die Baden-Württemberg zu bieten hat.
Tübingen in drei Tagen — und der erste ist ein Samstag
Die Altstadt passt in einen Vormittag, deshalb braucht Tübingen keinen dichten Plan, sondern eine gute Reihenfolge. Wenn du die Reise legen kannst, wie du willst: Starte am Samstag. Alle drei Tage stehen im selben Raster.
Tag 1 (Samstag) — Bebenhausen und Schönbuch
- Vormittag: mit Linie 826 oder 828 hinaus ins Klosterdorf. Samstags kostet die Fahrt nichts. Zuerst das Wildschweingehege im Wald, im Frühsommer laufen dort Frischlinge.
- Mittagspause: im Klosterdorf, danach das Kloster selbst als einziges Bezahlziel des Tages.
- Nachmittag: ein Spaziergang ins Goldersbachtal. Der Schönbuch beginnt hier ohne Übergang.
- Weg zwischen den Stationen: sechs Kilometer mit dem Bus, vor Ort alles zu Fuß. Wer fährt: über 100 kostenlose Parkplätze in Laufentfernung.
- Ungefähre Kosten: 17,50 Euro Familienticket fürs Kloster. Mit AlbCard ist auch das frei.
- Tausch bei Regen: die Innenräume von Kloster und Schloss sind überdacht, die Schlossräume allerdings nur mit Führung.
- Alternative am Ruhetag: Von Anfang Januar bis Mitte März öffnet Bebenhausen nur an Wochenenden und Feiertagen — was diesen Samstagsplan im Winter erst recht richtig macht.
Tag 2 — Stadt von unten nach oben
- Vormittag: unten am Wasser anfangen: Platanenallee auf der Neckarinsel, Neckarfront, danach der Hölderlinturm, der nichts kostet.
- Mittagspause: am Marktplatz, mitten in den Gassen.
- Nachmittag: das Stadtmuseum im Kornhaus (ebenfalls frei), dann hinauf über die Burgsteige aufs Schloss: erst das kostenlose Schlosslabor, dann das Museum Alte Kulturen mit den Eiszeitfiguren.
- Weg zwischen den Stationen: alles zu Fuß, aber steil und gepflastert. Plan die Altstadt von unten nach oben, nicht umgekehrt.
- Ungefähre Kosten: 12 Euro Familienticket im Museum Alte Kulturen. Alles andere an diesem Tag ist kostenlos.
- Tausch bei Regen: keiner nötig, drei der vier Stationen sind drinnen.
- Alternative am Ruhetag: Das ist der wichtige Punkt — dienstags sind Stadtmuseum, Museum Alte Kulturen und Hölderlinturm alle drei zu, montags immerhin zwei davon. Leg diesen Tag also auf Mittwoch bis Sonntag.
Tag 3 — Joker
- Vormittag: bei gutem Wetter mit dem Zug nach Bad Urach, seit Dezember 2025 ohne Umsteigen. Vom Bahnhof zwei Kilometer flacher Weg am Brühlbach entlang.
- Mittagspause: in Bad Urach oder unterwegs am Bach.
- Nachmittag: der Wasserfall, und für größere Kinder die Treppen hinauf auf die Alb. Mit Buggy ist am Becken Endstation.
- Weg zwischen den Stationen: nur die Bahnfahrt. Der Parkplatz am Einstieg kostet Gebühr, noch ein Argument für den Zug.
- Ungefähre Kosten: außer der Fahrkarte nichts. Mit AlbCard fährst du die Strecke ebenfalls umsonst.
- Tausch bei Regen: statt Wasserfall der Stocherkahn und danach das Freibad, oder gleich das Boxenstop-Museum.
- Alternative am Ruhetag: keine nötig, der Wasserfall hat keine Kasse und keinen Ruhetag.
Wer nur zwei Tage hat
„Streich einen Tag“ ist keine Entscheidungshilfe. Die zwei stärksten Bausteine sind andere als die ersten zwei eines Drei-Tage-Plans. Wähl den Plan, der zu dir passt:
Zum ersten Mal in Tübingen: Altstadt und Schlossberg am ersten Tag, Stocherkahn und Neckarfront am zweiten. Damit hast du die Stadt von oben und vom Wasser gesehen, und das sind ihre beiden Gesichter.
Mit Kindern unter sechs: Platanenallee und Freibad am ersten Tag, Bebenhausen mit Wildschweingehege am zweiten. Die Altstadt ist steil und gepflastert, diese beiden Tage sind flach. Den Stocherkahn würde ich in diesem Alter überlegen. Schwimmweste vorher anmelden, sonst liegt keine im Kahn.
Wenn Eiszeit zündet: Museum Alte Kulturen und Schlosslabor am ersten Tag, eine Höhle auf der Alb am zweiten. Die Originale aus den Welterbe-Höhlen liegen zum großen Teil hier oben im Schloss und nicht in den Höhlen selbst.
Bei schlechtem Wetter: Stadtmuseum, Hölderlinturm und Schlosslabor am ersten Tag. Alle drei kosten nichts und sind trocken. Am zweiten das Boxenstop oder die Kunsthalle. Und denk daran: In den Sommerferien hat die Stadt kein Hallenbad.
Der dritte Tag, wenn du ihn doch hast, führt auf die Alb.

In die Wimsener Höhle bei Hayingen fährt man nicht hinein, man rudert. Die Fahrt dauert eine Viertelstunde, Kinder müssen selbstständig sitzen können. In Höhlen ist es das ganze Jahr kühl — Jacke einpacken. Preis je Person.
Was ein Tag wirklich kostet
„Preisniveau mittel“ hilft niemandem beim Planen. Deshalb hier die Rechnung für eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern von 8 und 11 Jahren, jeweils nur der Eintritt:
| Ein Tag mit … | Eintritt für alle vier |
|---|---|
| Stadtmuseum, Hölderlinturm und Schlosslabor | 0 Euro drei Häuser ohne Kasse — aber nicht dienstags |
| Bebenhausen mit Wildschweingehege und Goldersbachtal | 0 Euro samstags ist auch der Bus dorthin kostenlos |
| Uracher Wasserfall | 0 Euro nur die Bahnfahrt; der Parkplatz kostet, der Weg nicht |
| Museum Alte Kulturen auf dem Schloss | 12 Euro Familienticket; 40.000 Jahre alte Originale |
| Freibad | 13,40 Euro Familienkarte; Saison Mai bis Mitte September |
| Höhle auf der Alb | 17 Euro Familienkarte für Bären- oder Nebelhöhle; nur April bis Oktober |
| Kloster und Schloss Bebenhausen | 17,50 Euro Familienticket; mit AlbCard kostenlos |
| Kunsthalle | 22 Euro Familienpreis; montags geschlossen |
| Boxenstop, Auto- und Spielzeugmuseum | 24 Euro Familienkarte; im Winter nur sonntags und feiertags |
| Stocherkahn, öffentliche Fahrt | 48 Euro je Person, eine Stunde — der teuerste Programmpunkt |
Der Nahverkehr kommt separat dazu — und hier hat Tübingen den besten Trick des Landes: Samstags kostet der Stadtbus gar nichts. An allen anderen Tagen nimmst du das Gruppen-Tagesticket für bis zu fünf Personen, im Stadttarif 15 Euro; werktags gilt es erst ab 8:30 Uhr. Eine Aufsichtsperson darf zusätzlich bis zu vier Kinder unter sechs kostenlos mitnehmen.
Damit ist Tübingen ungewöhnlich günstig: Drei der stärksten Programmpunkte kosten überhaupt nichts, und wer den Samstag mitnimmt, kommt auf einen kompletten Familientag ohne einen einzigen Euro Eintritt. Teuer wird es nur beim Stocherkahn — der aber auch das ist, wofür man hierherkommt.
Unterkunft, Essen, Anreise und zeitlich begrenzte Aktionspreise sind nicht enthalten.
Welche Lage passt zu dir?
Bei Tübingen entscheidet die Unterkunft mehr als anderswo, weil eine Gästekarte daran hängt:
Altstadt und Neckarfront
alles zu Fuß, morgens bist du vor den Tagesgästen am Marktplatz. Der Nachteil ist handfest: Die Gassen sind eng und steil, Parken ist schwierig und teuer, und mit Kinderwagen ist Kopfsteinpflaster jeden Tag Arbeit.
Rund um den Hauptbahnhof und die Südstadt
flacher, ruhiger, oft günstiger, und über die Neckarbrücke in wenigen Minuten in der Altstadt. Dafür fehlt dir abends die Kulisse — hier sieht es aus wie in jeder anderen Stadt.
Am Albtrauf, Richtung Bad Urach oder Mössingen
Hier bekommst du beim Check-in die AlbCard geschenkt und fährst die ganze Woche gratis mit Bus und Bahn, auch nach Tübingen hinein, plus freier Eintritt in über 180 Ziele, Bebenhausen eingeschlossen. Der ehrliche Nachteil: Du wohnst nicht in der Stadt, sondern fährst jeden Tag hinein, und abends musst du auf den letzten Zug achten.
Frag bei der Buchung ausdrücklich nach: „Sind Sie AlbCard-Gastgeber?“
Tübingen bei Regen
Zuerst die schlechte Nachricht, weil sie ausgerechnet die Sommerferien trifft: In den Sommerferien hat Tübingen kein Hallenbad. Hallenbad Nord und Uhlandbad machen während der Freibadsaison Revision. 2026 öffnen beide erst am 14. September wieder. Der Standard-Regentag mit Rutsche fällt also aus, es bleibt das Freibad (das bei mildem Nieselregen mit Regenjacken-Kindern übrigens erstaunlich gut funktioniert und schön leer ist).
Kostenlos und trocken
Das Stadtmuseum im Kornhaus verlangt keinen Eintritt (über eine Spende freut es sich) und zeigt neben der Stadtgeschichte eine Dauerausstellung zur Scherenschnitt- und Trickfilmkünstlerin Lotte Reiniger: Silhouetten, die laufen lernen, kommen bei Kindern überraschend gut an. Ebenfalls frei: das Museum im Hölderlinturm mit seiner multimedialen Dauerausstellung und das Schlosslabor oben im Schloss.
Der beste Familien-Regentag ist trotzdem das Museum Alte Kulturen auf dem Schloss: 40.000 Jahre in einem Haus, für fünf Euro, Familienticket zwölf. Denk an die Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags bis 19 Uhr, montags und dienstags geschlossen.
Für Technikkinder
das Boxenstop, ein Auto-, Zweirad- und Spielzeugmuseum zum Anfassen (Erwachsene neun Euro, Kinder von sechs bis neun sechs Euro, Familienkarte 24 Euro, unter sechs frei). Von April bis Oktober ist es mittwochs bis freitags nur vormittags und nachmittags mit Mittagspause offen, am Wochenende durchgehend; von November bis März nur sonntags und feiertags. Vorher kurz nachsehen.
Für ältere Kinder und Erwachsene
die Kunsthalle am Philosophenweg: Erwachsene zwölf Euro, Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 vier Euro, unter sechs frei, dazu ein Familienticket. Sie ist barrierefrei und montags geschlossen. Und wenn alle Stricke reißen: Die Gewächshäuser des Botanischen Gartens sind warm, tropisch und kosten nichts.
🎒 Ausflugsziele in und um Tübingen
Was sich von Tübingen aus an einem Tag machen lässt.
Wie du hinkommst
Tübingen ist ein Bahnknoten: In der Stadt treffen vier Strecken zusammen: die Neckar-Alb-Bahn aus Stuttgart (50 bis 60 Minuten mit dem Regionalzug), die Ammertalbahn aus Herrenberg, die Kulturbahn aus Horb und die Zollernalbbahn aus Sigmaringen; seit Dezember 2025 fahren die Züge der Ermstalbahn durchgebunden bis Bad Urach. Vom Hauptbahnhof sind es wenige Gehminuten über die Neckarbrücke in die Altstadt, und am Europaplatz steht ein Fahrradparkhaus mit 1.080 videoüberwachten Plätzen.
Mit dem Auto führen die B 27 und die B 28 in die Stadt, von Stuttgart sind es rund 30 Minuten; eine Umweltplakette brauchst du seit dem 4. Juni 2024 nicht mehr, die Umweltzone wurde aufgehoben. Geparkt wird in den Parkhäusern am Altstadtrand. Die Gassen der Altstadt sind eng, steil und weitgehend den Anwohnern vorbehalten.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für Tübingen mit Kindern?
Nicht die Temperatur entscheidet, sondern der Saisonkalender: Gestochert wird nur von Mai bis September, und Kloster Bebenhausen öffnet von Anfang Januar bis Mitte März nur an Wochenenden und Feiertagen. Wer den Stocherkahn will, kommt zu Pfingsten oder im Sommer. Wer kurze Schlangen und günstigere Unterkünfte will, kommt in den Winterferien und plant dafür einen reinen Stadt- und Museumsaufenthalt.
Kommst du vor Ort ohne Auto zurecht?
Ja. Die Wege sind kurz genug, dass das Auto die meiste Zeit stehen bleiben kann. Mit Bahn, Bus oder Rad kommst du überall hin.
Wie kommt man hin?
Tübingen erreichst du mit dem Auto oder der Bahn. Die Details stehen oben unter „Wie du hinkommst“.
Wenn dir Tübingen gefällt
- Reiseziel-Finder — alle Ziele, gerechnet auf deine echten Ferientermine
- Ferientermine aller Bundesländer
- Ideen für Regentage
* Affiliate-Links: Wenn du darüber buchst, erhalten wir eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.
Quellen und Stand
- Klimawerte: ERA5-Archiv 2005–2024, gegengeprüft gegen CMIP6 und NASA POWER. Eigene Berechnung.
- Ferientermine: dieselbe Datenbank wie die Bundeslandseiten.
- Tourismus Baden-Württemberg (offizielles Landesportal)
- Tübingen Info: offizielles Portal von Stadt und Tourismus
- TüBus: Ticketfreier Samstag und Tarife
- Verkehrsverbund naldo: Tagesticket Gruppe
- Museum der Universität Tübingen MUT: Museum Alte Kulturen
- Staatliche Schlösser und Gärten BW: Kloster und Schloss Bebenhausen
- Schwäbische Alb Tourismus: AlbCard
- Stadtwerke Tübingen: Bäder und Öffnungszeiten
Stand dieser Seite. Zuletzt geprüft am 2. August 2026. Ferien- und Klimawerte werden automatisch berechnet, Reiseangaben sind anhand offizieller Quellen kontrolliert. Klimawerte sind Mittel der Jahre 2005 bis 2024 — ohne gewähltes Bundesland Monatsmittel, mit Bundesland auf deine echten Ferientermine umgerechnet. Als Regentag zählt ein Tag mit messbarem Niederschlag, nicht ein Tag Dauerregen; alles sind Klimamittel, keine Wettervorhersage. Einzelne ausdrücklich gekennzeichnete Praxistipps („Aus eigener Erfahrung“) beruhen auf eigener Erfahrung; alle übrigen Reiseangaben sind automatisch aufbereitet und anhand offizieller Quellen geprüft, aber nicht vollständig vor Ort verifiziert — Öffnungszeiten, Preise und Altersgrenzen deshalb bitte vor dem Ausflug beim Betreiber nachsehen.





